Fit und Gesund - Logo

Windpocken (Feuchtblattern)

Artikel ausdrucken
Die Windpocken, auch Varizellen genannt, sind eine durch Tröpfcheninfektion übertragene, sehr ansteckende Viruserkrankung vor allem bei Kindern. Nach vielen Jahren kann es zu einem neuerlichen Krankheitsausbruch durch dieselben, schlafenden, Viren in den Nervenendigungen kommen - einer Gürtelrose. Präventiv schützt gegen eine Windpockeninfektion eine Impfung.


Was sind die Windpocken (Varizellen)?

Bei den Windpocken handelt es sich um eine Virusinfektion mit dem sogenannten Varicella-Zoster-Virus. Typisches Kennzeichen der Windpocken ist ein weit ausgebreiteter, bläschenförmiger Ausschlag. Bei den meisten Windpocken-Fällen verläuft die Erkrankung ohne Komplikationen.

95 % aller Erwachsener haben Antikörper gegen das Varicella-Zoster-Virus. In der Regel ist der Erkrankte nach der Infektion ein Leben lang immun gegen eine neuerliche Ansteckung, bis auf Einzelfälle (Erkrankung tritt sehr früh oder relativ schwach auf).

Die meisten Windpocken-Erkrankungen finden in einem Alter zwischen dem 3. und dem 10. Lebensjahr statt. Etwa Dreiviertel aller erkrankten Kinder sind unter 15 Jahren alt.


Die Ursache für die Windpocken

Inkubationszeit: (8) 14 – 16 (28) Tage

Die Windpocken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Der Erreger ist das Varicella-Zoster-Virus, kurz VZV, stammend aus der Herpesvirus-Gruppe. Windpocken sind sehr ansteckend. Das Varicella-Zoster-Virus siedelt sich nach der Infektion durch Ausbreitung im Blut in Schüben in der Haut und den Schleimhäuten ab. Sie können über Jahre in Nervenzellenansammlungen des Körpers schlafen.

Die Übertragung des Erregers erfolgt über eine Tröpfcheninfektion über Husten, Niesen oder durch engen Kontakt mit Infizierten auch über den Feuchtigkeitsinhalt der Bläschen (Schmierinfektion).

Haupterkrankungszeit ist der Winter und das Frühjahr, wobei die Ansteckungsgefahr auch noch bei einer Entfernung von mehreren Meter besteht.

Ein Infizierter ist bereits 24 bis 48 Stunden vor Ausbrechen des Ausschlags (Exanthem, Feuchtblattern) hoch ansteckend. In etwa 7 bis 10 Tage, nach Bildung der ersten Bläschen, ist der Erkrankte infektiös und sollte daher nicht in Kontakt mit anderen Personen kommen.

Weiters ist die Kontaktlänge mit einem Infizierten für eine Ansteckung ausschlaggebend. So ist bei immun geschwächten Menschen ein Kontakt nach zehn Minuten bereits genügend, um sich anzustecken, bei gesunden Menschen kann das schon eine Stunde oder an zeit mehr erfordern.


Die Symptome und der Verlauf der Windpocken (Varizellen)

Typische Symptome bei einer Windpockenerkrankung sind:
  • die Körpertemperatur steigt an (meist bis max. 39°, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen

  • der Hautausschlag (Exanthem), es treten kleine, runde bzw. ovale und rote Flecken verteilt über den Rumpf, den Kopf, das Gesicht und die Extremitäten auf, dabei können mehrere Ausschlagssformen gleichzeitig auftreten, der sogenannte Sternenhimmel, weiters treten Bläschen (Feuchtblattern) und leicht rötliche Erhebungen der Haut auf

  • der Körper juckt überall

Rund zehn Tage dauern die genannten Symptome an.

In den meisten Fällen verläuft eine Windpockenerkrankung ohne Komplikationen. Es bleiben weder Schäden noch Narben zurück, der Erkrankte bleibt ein Leben lang immun gegen das Virus.
Selten kommt es zu einer Zweitinfektion.

Es kann allerdings zu einer späteren Reaktivierung des Virus kommen, der Betroffene, zumeist Personen über 50 Jahre oder immun geschwächte Menschen, bekommt dann eine Gürtelrose.


Die Behandlung bei Windpocken (Varizellen)

Behandlung: Antihistaminika, fiebersenkende Mittel, Zinkschüttelmixtur

Eine Therapie bei Windpocken konzentriert sich auf die Symptome. Diese können nur gemildert werden. Im Vordergrund steht es, den Juckreiz einzudämmen und damit weitere bakterielle Infektionen vermeiden zu können.

Dafür setzt ein Arzt juckreizstillende Medikamente wie Antihistaminika ein. Ist das Immunsystem geschwächt, kann virushemmendes Aciclovir helfen. Dadurch wird die Vermehrung der Viren verhindert, allerdings können sie nicht abgetötet werden.

Die bei Windpocken typischen Pusteln sollten austrocknen, am besten eignet sich hierfür die bewährte Zinkschüttelmixtur.

Dem kleinen und auch großen Patienten kann zuhause geholfen werden, seine Beschwerden zu mildern:
  • Bettruhe ist sinnvoll

  • in Kamillentee getränkte Tücher auflegen

  • weite, luftige Kleidung tragen

Die Bläschen sollten nicht aufgekratzt werden. Das könnte zu bakteriellen (Sekundärinfektionen) führen. Baden ist abzuraten, eine Infektion der Bläschen könnte die Folge sein.


Mögliche Folgeprobleme einer Windpockenerkrankung

Sehr selten treten Komplikationen in Form einer Hirnhautentzündung oder einer Lungenentzündung auf. Eine bakterielle Infektion der aufgeplatzten Bläschen ist möglich, wenn der Patient diese aufkratzt.

Probleme können sich bei einer Infektion einer schwangeren Frau mit Windpocken ergeben. Das Baby kann bei der Geburt schwere Folgeschäden davontragen. Schwangere Frauen sollten in jedem Fall den Kontakt mit Infizierten meiden.

Es sollten keine Salben zur Linderung des Juckreizes verwendet werden, diese sind kaum luftdurchlässig und somit ist die erkrankte Haut dann ein sehr guter Nährboden für bakterielle Sekundärinfektionen.

Kleinkinder sollten keinesfalls Acetylsalicylsäure gegen Fieber einnehmen.Unter Umständen kann das zu einem sehr schweren Krankheitsbild, das von Krampfanfällen bis zum Koma reicht, führen.

Müssen fiebersenkende Mittel oder Kopfschmerztabletten verabreicht werden, ist es wichtig, auf die Wirkstoffe zu achten. Beispielsweise Paracetamol kann bedenkenlos verwendet werden. Es ist ratsam immer den Arzt zu fragen!


Kann man den Windpocken vorbeugen?

Prinzipiell kann einer Windpockenerkrankung aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr nur sehr schwer vorgebeugt werden. Ungeimpfte müssen den Kontakt zu Infizierten meiden.

Es gibt präventiv eine Schutzimpfung gegen Windpocken. Das beste Alter dafür ist von 11 bis 14 Monaten. Sind Kinder in diesem Alter nicht geimpft, empfiehlt sich eine spätere Impfung im Alter zwischen 12 und 17 Jahren.

Empfohlen ist eine Impfung speziell für Kinder mit Tumorerkrankungen und auch den Kontaktpersonen dieser betroffenen Kinder. Auch Beschäftigte in Einrichtungen für das Vorschulalter (beispielsweise Kindergärten) sollten sich gegen die Windpocken impfen lassen.


Infos

Alles zum Thema Impfung erfahren interessierte Eltern bei den Kinderärzten. Spezielle Elternforen im Internet diskutieren immer wieder das Pro und Kontra einer Impfung. Die Entscheidung dafür oder dagegen müssen die Eltern treffen, es ist notwendig und ratsam, sich vorab sehr gut zu informieren.
 mehr zum Thema ...
Keuchhusten bei Kinder
Kinderkrankheiten
Fieber
Erkältung & Grippe
Husten
Atemwegserkrankungen
Kamille als Heilpflanze
Heilpflanzen
Gürtelrose  (Herpes Zoster)
Hautkrankheiten


» zurück zu Kinderkrankheiten an den Artikel-Anfang Artikel ausdrucken
zu meinen Favoriten hinzufügen  zu Google Bookmarks hinzufügen  zu Windows Live hinzufügen  zu Facebook hinzufügen  zu My Yahoo hinzufügen  zu Yigg hinzufügen  zu Mister Wong hinzufügen  zu Icio hinzufügen  zu Alltagz hinzufügen  zu Oneview hinzufügen  zu Folkd hinzufügen

  • zur Facharzt-Suche
  • zur Apotheken-Suche
  • Frühling und Pollenallergie
  • die 10 häufigsten Krankheiten

aktuelle News
FitUndGesund - Newsletter


ähnliche Themen