Stomatitis

Bei einer Stomatitis handelt es sich um eine Entzündung der Mundschleimhaut. Der veraltete Begriff lautet Mundkatarrh. Eine Stomatitis kann eine eigenständige Erkrankung sein, durchaus aber auch aufgrund anderer Krankheiten als Begleitsymptom auftreten. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Bakterien bis zu Hormonschwankungen.

Frau leidet an Stomatitis, einer Entzündung der Mundschleimhaut

Bei Stomatitis, auch Mundfäule genannt, liegt eine Entzündung der Mundschleimhaut vor. Die Entzündung bzw. wunde Stellen finden sich auch innerhalb der Wangen, am Gaumen, an der Innenseite der Lippen oder auf der Zunge. Da es sich beim Mund um eine Öffnung nach außen handelt, ist dieser Bereich besonders anfällig für Krankheitserreger, da diese leicht eintreten können.

Der gesamte Mundbereich ist mit Mundschleimhaut ausgekleidet. Die Mundschleimhaut dient zum Schutz, hat eine sehr gute Durchblutung und ist aus Zellen aufgebaut, welche sich rascher als andere Zellen teilen. Kommt es zu Verletzungen im Mundbereich, können diese aufgrund der Mundschleimhaut und ihrer Zellen schneller abheilen. Liegt eine Stomatitis vor, ist die Mundschleimhaut entzündet oder weist wunde Bereiche auf.

Ist nicht nur die Mundschleimhaut, sondern auch das Zahnfleisch von der Entzündung betroffen, spricht man von einer Gingivostomatitis. Am häufigsten sind Kinder oder Jugendliche betroffen und zwar dann, wenn es zu einer Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus kommt. Erfolgt keine Behandlung der Stomatitis, kann sich ein schwerer Verlauf entwickeln, der bis zum Untergewicht führt, weil Betroffene nicht mehr richtig kauen bzw. schlucken können. Neben Kindern zählen auch ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem zur Risikogruppe.

Ursachen von Stomatitis

Die häufigsten Ursachen für Stomatitis sind virale oder bakterielle Infektionen. In vielen Fällen ist auch eine Infektion mit dem Pilz Candida albicans für diese Erkrankung verantwortlich. Dieser Hefepilz führt zur Mundfäule, die besonders häufig bei Kindern auftritt. Sehr häufig wird eine Stomatitis durch den Herpes-simplex-Virus ausgelöst. Dies ist derselbe Virus, der auch für Fieberbläschen um die Lippen verantwortlich ist. Bei einer Schwächung des Immunsystems kann der Virus zu einer Stomatitis führen. Die Stomatitis mit Apthenbildung hat ihre Ursache in einer Primärinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus. Es kommt dabei zu weißlichen Läsionen mit rotem Saum.

Zu einer bakteriellen Infektion der Mundschleimhaut kommt es vor allem, wenn bereits Verletzungen der Mundschleimhaut vorliegen. Durch die Verletzungen der Schleimhaut ist es leichter für Bakterien einzudringen und sich zu vermehren. Neben diesen möglichen Ursachen für eine Stomatitis gibt es noch eine Reihe anderer Ursachen. So kann zum Beispiel eine nicht richtig eingestellte Zahnspange zu Verletzungen der Mundschleimhaut führen, die sich letztlich entzünden.

Liegen Grunderkrankungen vor, welche das Immunsystem schwächen, kann dies ebenso zu einer Stomatitis führen. Solche Erkrankungen sind zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder auch Krebserkrankungen. Auch mangelnde Mundhygiene oder falsche Ernährung können dieses Krankheitsbild auslösen.

Symptome von Stomatitis

Da sich eine Stomatitis häufig aus Zahnfleischentzündung entwickelt, treten in diesem Fall typische Symptome einer Gingivitis auf. Es kommt zu Zahnfleischbluten und Rötungen im Mundbereich. Bei einer Stomatitis, die sich aus einer Zahnfleischentzündung entwickelt, kommt es auch zu Ödembildungen und Schwellungen, es lagern sich also Flüssigkeiten ins Gewebe ein. Typisch bei dieser Art von Stomatitis ist auch die so genannte Ulzeration. Dabei kommt es zur Bildung von Geschwüren der Mundschleimhaut.

Herpes Stomatitis

Bei der Herpes Stomatitis kommt es ebenso zu Schwellungen, entzündeten Stellen und Rötungen im Mundbereich. Darüber hinaus leiden Betroffene unter Schmerzen und einem starken Brennen im Mundbereich.

Charakteristischerweise reagieren Betroffene äußerst sensibel auf zu stark gewürzte oder zu heiße Speisen, da diese die Schmerzen der Entzündung verstärken. Eine Bläschenbildung ist selten, es kommt jedoch häufig zur Bildung von Läsionen und zwar in Form von Apthen. Dabei handelt es sich um kleine Geschwüre der Schleimhaut im Mund, die einen weißlichen Belag haben und von einem roten Saum umgeben sind.

Häufig leiden Betroffene auch unter Mundgeruch bzw. einem schlechten Geschmack im Mund. Bei Kindern ist eine Verweigerung von Essen und Trinken bzw. allgemeine Appetitlosigkeit ein typisches Symptom einer Stomatitis. In weiterer Folge kann dies zur Abmagerung des Kindes und zur Mangelernährung führen.

Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose einer Stomatitis erfolgt hauptsächlich anhand einer Sichtdiagnose.

Die Diagnose einer Stomatitis erfolgt hauptsächlich anhand einer Sichtdiagnose. Zuvor fertigt der behandelnde Arzt jedoch eine ausführliche Anamnese an. Dies ist wichtig, damit er das genaue Beschwerdebild des Patienten kennt und mögliche andere Krankheiten ausschließen kann. Denn auch Krankheiten wie Syphilis oder Lupus können zu ähnlichen Symptomen wie Stomatitis führen.

Nach der Anamnese begutachtet der Arzt den Mundraum ausführlich und kann anhand des klinischen Erscheinungsbildes in vielen Fällen bereits eine Diagnose erstellen. Hilft die verordnete Therapie nicht bzw. kommt die Stomatitis immer wieder, wird eine Probe aus dem Mundraum entnommen und labortechnisch untersucht. Im Labor wird eine Kultur der vorhandenen Viren, Bakterien oder Hefepilze angelegt und der Erregertyp bestimmt. In manchen Fällen ist auch eine Blutabnahme notwendig, um den Konzentration von bestimmten Vitaminen bzw. Mineralstoffen im Blut zu bestimmen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Die Behandlung einer Stomatitis richtet sich vor allem nach dem Schweregrad und der Art der Erkrankung. Bei leichten Verlaufsformen kann durchaus mit Hausmitteln Abhilfe geschaffen werden. Hausmittel sind zum Beispiel

  • Tees
  • Zahnfleischbalsam
  • Gurgellösungen

aus Salbei, Kamille oder Sanddorn. Diese Mittel wirken entzündungshemmend und lindern die Schmerzen. Ein wichtiger Teil der Behandlung ist der zumindest zeitweilige Verzicht auf stark gewürzte, scharfe Speisen und Alkohol.

Medikamente

Bei schwereren bzw. chronischen Verlaufsformen, kann der Arzt verschiedene Medikamente verschreiben. Bei Herpes Stomatitis erfolgt meist eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten. Dies verkürzt die Länge der Erkrankung erheblich, verhindert jedoch nicht, dass die Krankheit erneut auftritt.

Hefepilzinfektion

Ist eine Hefepilzinfektion die Ursache für die Stomatitis, erfolgt eine Behandlung mit Antimykotika. Leiden Betroffene unter starken Schmerzen, besteht die Möglichkeit Salben aufzutragen, welche den Mundbereich leicht betäuben, wodurch die Patienten zumindest zeitweise besser schlucken können.

Aphtenbildung

Eine Stomatitis mit Apthenbildung hat meist eine leichte Verlaufsform und wird, wenn überhaupt, mit betäubenden Salben behandelt. Grundsätzlich sind Gurgellösungen, welche desinfizierend auf die entzündete Mundschleimhaut wirken, bei dieser Erkrankung erfolgversprechend.

Bakterielle Infektion

Ist eine bakterielle Infektion die Ursache für die Stomatitis, wird eine antibiotische Behandlung notwendig. Bleibt die Stomatitis über einen längeren Zeitraum hinweg unbehandelt, kann es zu ernsthaften Problemen kommen. Dazu gehören etwa ein teilweiser Verlust des Geschmacksinns oder einer bakteriellen Superinfektion, die zu Organversagen führt. Allgemein ist eine Stomatitis jedoch gut zu behandeln und führt nur selten zu Komplikationen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Um Stomatitis zu vermeiden, muss auf eine gute Mundhygiene geachtet werden.

Die wichtigste prophylaktische Maßnahme um erst gar nicht an Stomatitis zu erkranken, ist eine sorgfältige Mundhygiene. Es sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Zähne mindestens zweimal täglich gründlich geputzt werden und die Zahnzwischenräume mit Zahnseide gereinigt werden. Eine gute Mundhygiene hilft dabei die gesunde Mundflora aufrechtzuerhalten, sodass ein optimaler Schutz gegenüber eindringenden Krankheitserregern besteht. Nicht zu vergessen ist auch die Reinigung der Zunge, damit sich kein Belag bilden kann, auf dem sich Mikroorganismen besonders wohlfühlen.

Neben der richtigen Mundhygiene sind auch halbjährliche Zahnarztkontrollen zur Vorbeugung einer Stomatitis von großer Bedeutung. Der Zahnarzt kann Zahnbeläge entfernen und Entzündungen bereits im Frühstadium erkennen. Eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung hilft ebenso bei der Prävention einer Stomatitis.

Weiters sollten Lebensgewohnheiten, welche die Mundschleimhaut schädigen, vermieden werden.

Dazu zählt

  • das Rauchen
  • der Alkoholkonsum
  • auch das Essen von zu scharf gewürzten oder heißen Speisen

Neben Kindern sind vor allem ältere Menschen gefährdet an einer Stomatitis zu erkranken. Für ältere Menschen ist es besonders wichtig den eventuell vorhandenen Zahnersatz besonders gründlich und regelmäßig zu reinigen. Die Prothesen sollten mehrmals täglich gereinigt und über Nacht in einen Prothesenreiniger gelegt werden, damit es erst gar nicht zu einer Ansammlung von Keimen kommen kann.

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