Als Panikattacke bezeichnet man das plötzliche, zumeist kurze Auftreten von einer psychischen und körperlichen Alarmreaktion, die ohne objektiv erkennbaren äußeren Anlass und meist in alltäglichen Situationen entsteht. Die körperlichen Beschwerden reichen von Schweißausbrüchen bis zu Erstickungsanfällen, die psychischen Symptome sind hauptsächlich ein Gefühl der Angst, häufig Todesangst.
Was ist eine Panikattacke?
Eine Panikattacke tritt plötzlich ohne erkennbaren Grund auf. Sie dauert in der Regel ein paar Minuten, kann aber auch über einen längeren Zeitraum (mit verminderten Symptomen) anhalten.
Bei einer Panikattacke handelt es sich um eine psychische und körperliche Alarmreaktion des Körpers – ursprünglich diente das der Energiebereitstellung des Menschen in gefährlichen Situationen. Darum empfinden Menschen mit Panikattacken diese auch als durchaus lebensbedrohend.
Frauen leiden häufiger unter Panikattacken als Männer. Ein Teufelskreis für die Patienten ist, dass sie zwar körperliche Beschwerden verspüren und damit zum Arzt gehen, dieser aber keine organischen Ursachen finden kann. Nun entsteht bei den Betroffenen der Eindruck, sie sind oder werden verrückt.
Die Ursachen für Panikattacken
Wenn Panikattacken auftreten, können die Ursachen dafür unterschiedlich sein.
Auslöser sind unter anderen:
- Psychische Störungen wie Agoraphobien, Psychosen, Zwangsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen
- Burnout-Syndrom, Depressionen
- Stresssituationen
- Ein hyperaktives Nervensystem
- Nach körperlichen Erkrankungen
- Bei Rauschmittelmissbrauch wie LSD oder Cannabis
- Nach Medikamenteneinnahme von bestimmten Präparaten wie Schlaftabletten oder Beruhigungsmitteln
Die Symptome bei Panikattacken
Die Symptome bei Panikattacken zeigen sich in den Gedanken, den Gefühlen und dem Handeln. Doch auch körperlich machen sich Panikattacken bemerkbar.
So kann es zu einem Engegefühl in der Brust, zu Atemnot, Schweißausbrüchen, Schwindel, Zittern und Hyperventilation kommen. Auch Durchfall oder starker Harndrang sind typische körperliche Beschwerden.
Die Gedanken vermitteln in erster Linie: Angst. Angst zu sterben, Angst vor dem
Herzinfarkt, Angst vor dem Verrücktwerden und ein Gefühl der Panik.
Auch Depersonalisationsgefühle – wie ich kenne mich selbst mich mehr – sind charakteristisch, ebenso Derealisationsgefühle – wo bin ich?.
Oft haben Betroffene Angst allein aus dem Haus zu gehen, auch bestimmte Situationen werden gemieden. Es kommt zu Alkoholmissbrauch, um Mut zu tanken oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln, der Teufelskreis beginnt.
Die Angst, dass wieder eine Panikattacke auftritt, lässt die Betroffenen derart unsicher werden, dass sie sich zurückziehen, depressiv werden und glauben, schwer krank zu sein.
Die Behandlung von Panikattacken
Behandlung: psychotherapeutische Therapien, Medikamente
Panikattacken lassen sich in der Regel gut mit Psychotherapien wie der kognitiven Verhaltenstherapie behandeln. Hier sticht vor allem die Konfrontationstherapie hervor, denn im Rahmen dieser wird mit dem Patienten am Auslöser ebenso gearbeitet wie am Leben mit den Panikattacken.
Die Patienten erlernen wieder Vertauen zu ihrem Körper zu gewinnen. Oft unterstützen zusätzliche Muskelentspannungsübungen den Heilprozess.
Oft sind für eine bestimmte Dauer auch Medikamente wie Beruhigungsmittel (wie Xanax) oder Antidepressiva (wie Seroxat) hilfreich, doch die Einnahme muss unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Damit die Therapie hilft, muss der Patient allerdings bereit sein, sich helfen zu lassen.
Weitere Informationen zu Panikattacken
Menschen mit Panikattacken wissen zumeist nicht wirklich über ihre Erkrankung Bescheid. Oft kommt es zu Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch, einfach um das Leben halbwegs normal meistern zu können. Doch das ist natürlich der falsche Weg.
Anonym können sich Menschen mit Panikattacken mit anderen austauschen, können Tests machen oder sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren.
Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen, wo den Betroffenen vertraulich und kompetent weitergeholfen wird.
Die richtige Behandlung wird bei einem Psychotherapeuten in die Wege geleitet und ist zumeist schnell erfolgreich.