Bei einem Lungenödem handelt es sich um eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Lunge oder dem Lungengewebe. Die Ursache dafür können verschiedene Grunderkrankungen sein wie eine Herzschwäche oder Nierenerkrankungen. Ein Lungenödem ist sehr ernst zu nehmen, die Behandlung muss umgehend erfolgen.
Was ist ein Lungenödem?
Ein Lungenödem ist eine Ansammlung von Körperflüssigkeiten im Lungengewebe, welche akut oder auch langsam auftreten kann.
Dabei werden vier Stadien unterschieden:
- Erstes Stadium (interstitielles Lungenödem): Die angesammelte Körperflüssigkeit befindet sich lediglich in den Gewebezwischenräumen der Lunge.
- Zweites Stadium (alveoläres Lungenödem): Die angesammelte Körperflüssigkeit gelangt bis in die Lungenbläschen und die Bronchien.
- Drittes Stadium (Schaumbildung): Ist die Menge der angesammelten Flüssigkeit groß, staut sich diese in den Bronchien, was zu einer Schaumbildung führt. Der Schaum wird abgehustet.
- Viertes Stadium (Asphyxie): Der Körper wird unzureichend mit Sauerstoff versorgt, es kommt zu Atem- und Kreislaufstillstand.
Die Ursachen für ein Lungenödem
Verursacht wird ein Lungenödem durch eine Störung der Druckverhältnisse in der Lunge. Grundsätzlich gibt es in der Lunge ein Gleichgewicht zwischen dem hydrostatischen (Flüssigkeit kann ins Gewebe austreten) und onkotischen (setzt sich dem Flüssigkeitsverlust entgegen) Druck.
Kommt es nun zu einer Störung des Druckverhältnisses, kann die Flüssigkeit ungehindert austreten. Wenn sich mehr als zwei Liter in der Lunge sammeln, ist die Lungenfunktion eingeschränkt.
Die Auslöser für ein Lungenödem werden in kardiogene (vom Herzen kommende) und nicht kardiogene Ursachen eingeteilt.
Nichtkardiogene Ursachen können beispielsweise Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen oder allergische Reaktionen sein.
Die Symptome eines Lungenödems
Die Symptome eines Lungenödems hängen vom Stadium ab, in dem sich der Erkrankte befindet.
Zumeist ist der Betroffene sehr unruhig, die Atmung ist flach und schnell und mitunter kommt es zu Atemnot.
Der Patient bemüht sich intuitiv, seinen Oberkörper erhöht zu lagern. Oft hustet der Betroffene, es kann auch ein weißliches, schaumiges Sekret dabei austreten.
Der Puls ist erhöht, es kann zu einer Zyanose kommen, welche sich in der bläulichen Verfärbung beispielsweise der Lippen bemerkbar macht.
Ist das Stadium des Lungenödems bereits fortgeschritten, werden Rasselgeräusche während des Atmens wahrgenommen.
Die Behandlung eines Lungenödems
Behandlung: medizinische Versorgung, Sauerstoffgabe, Krankenhaus, Intensivmedizin
Handelt es sich um ein akutes Lungenödem, muss es intensiv medizinisch behandelt werden. Dabei kann die Atmung durch eine Sauerstoffgabe durch eine Nasensonde unterstützt werden.
Bei fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung ist oft eine Überdruckbeatmung notwendig. Medikamente werden je nach Ursache verabreicht. Angstzustände des Patienten werden mit Morphinen oder Diazepam behandelt.
In jedem Fall muss ein Lungenödem medizinisch behandelt werden, sonst verschlechtert sich der Zustand des Patienten zunehmend.
Darum gilt: Atemprobleme immer ärztlich abklären.
Eine Lungenentzündung ist eine Komplikation bei einem Lungenödem, die bei unzureichender ärztlicher Versorgung auftreten kann.
Handelt es sich als Ursache allerdings beispielsweise um eine Linksherzinsuffizienz, kann das schnell lebensbedrohend werden. Hier ist die Intensivstation die einzige mögliche Versorgung.
Kann man einem Lungenödem vorbeugen?
Es ist nur indirekt möglich, einem Lungenödem vorzubeugen. So müssen bestehende Grunderkrankungen (Herzinsuffizienz, Lebererkrankung, etc.) prinzipiell immer rechtzeitig und ausreichend medizinisch behandelt werden.
Weitere Informationen zum Lungenödem
Ein Lungenödem kann schnell lebensbedrohlich werden, darum ist es anzuraten, bei einer erkennbaren Atemnot sofort einen Arzt aufzusuchen. Informationen dazu bietet das Internet und natürlich alle Ärzte, insbesondere Lungenfachärzte.