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Gicht-Erkrankung
Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, in deren Folge sich zu große Mengen an Harnsäure im Blut ansammeln. Harnsäurekristalle lagern sich unter anderem in den Schleimbeuteln und den Gelenken sowie in inneren Organen ab. Wenn der Harnsäurespiegel einen kritischen Punkt erreicht, äußerst sich das in einem akuten Anfall von Gicht.
Was ist Gicht (Hyperurikämie)?
In der Vergangenheit bezeichnete man die Gicht als „Zipperlein“. Durch eine Stoffwechselerkrankung sammelt sich im Blut zu viel Harnsäure an, es bilden sich Harnsäure-Kristalle, die sich in den Gelenken, Sehnen und Schleimbeuteln ablagern und schmerzhafte Gelenkentzündungen verursachen.
Unbehandelt führt Gicht zu Schäden an den Gelenken. In erster Linie ist Gicht erblich bedingt. Der erste Gichtanfall erfolgt charakteristisch am Grundgelenk einer Großzehe.
Zwei Formen von Gicht werden unterschieden:
Die primäre (mehr Harnsäure wird produziert als ausgeschieden) und die sekundäre (entsteht infolge anderer Erkrankungen) Gicht.
Gicht kommt gehäuft in Ländern mit hohem Lebensstandard vor. In der Hauptsache sind Männer von der Gicht betroffen, das Erkrankungsalter liegt zwischen 40 und 60 Jahren.
Die Ursachen für Gicht (Hyperurikämie)
In den meisten Fällen liegt der Auslöser für Gicht an erblichen Veranlagungen, das bedeutet, dass der Körper entweder zu wenig Harnsäure ausscheiden kann oder das zu viel Harnsäure produziert wird. Zweites ist jedoch relativ selten.
Bei beiden Ursachen kommt es zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut und daraus resultiert die Bildung von Harnsäure-Kristallen, die sich in der Hauptsache in Gelenken, Schleimbeuteln oder Sehnen ablagern und zu schmerzenden Entzündungen der Gelenke führen können.
Purinreiche Nahrung (Fleisch, Innereien, etc.) verstärkt die erbliche Vorbelastung der Gicht. Aus Purinen wird im menschlichen Organismus Harnsäure gebildet.
Ein akuter Gichtanfall tritt häufig auf, wenn der Betroffene viel an Purinen (Nahrung, beispielsweise Fleisch) zu sich genommen oder auch eine übermäßige Menge an Alkohol getrunken hat.
Die Symptome bei Gicht (Hyperurikämie)
Die erste Phase der Gichterkrankung kann Jahrzehnte andauern und verläuft ohne Symptome. Der Harnsäurespiegel im Blut steigt kontinuierlich an.
Erreicht die Harnsäurekonzentration ein kritisches Maß, kommt es zum akuten Gichtanfall, der charakteristischerweise das Grundgelenk der Großzehen betrifft.
Dieses Gelenk schwillt an und wird rot, jegliche Berührung ist mit extremen Schmerzen verbunden, ein Auftreten mit dem Fuß ist nur noch mit der Ferse möglich. Nach dem Abklingen des Anfalls bleibt der Betroffene für Monate oder gar Jahre von weiteren Anfällen verschont (interkritische Phase).
Auslöser für akute Gichtanfälle ist oft sehr fettreiche Nahrung oder übermäßiger Alkoholkonsum. Wird die Gichterkrankung nicht frühzeitig festgestellt und behandelt, kann sie chronisch werden.
Die Schmerzen sind nun fortwährend, die Gelenke zunehmend geschädigt. Gichtknoten bilden sich. Wenn der Harnsäurespiegel lange Zeit auf hohem Niveau bleibt, kann es zur Ablagerung der Harnkristalle in verschiedenen Organen kommen, was in der Folge zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Nierenversagen führen kann.
Die Behandlung bei Gicht (Hyperurikämie)
Behandlung: Initiale Therapie, Dauertherapie, Ernährungsumstellung
Die Gichttherapie hat zum Ziel, die Beschwerden des Patienten zu mildern den Harnsäurespiegel zu senken. Unterschieden wird zwischen der initialen (anfänglichen) Therapie und der Dauertherapie.
Bei der initialen Therapie werden in erster Linie die Schmerzen gelindert und der Gichtanfall gestoppt, mithilfe der Dauertherapie soll ein chronischer Verlauf vermieden werden.
Während der initialen Therapie werden Medikamente eingesetzt, außerdem sollte der Betroffene die Gelenke kühlen, viel trinken und auf Alkohol verzichten.
Die Dauertherapie beinhaltet Medikamente (Urikosurika und Urikostatika), die anfangs zumeist in einer Kombination eingenommen werden und der Hemmung der Harnsäurebildung dienen.
Weiters sollte eine Ernährungsumstellung erfolgen: Purinreiche Nahrungsmittel wie Innereien oder Fleisch (auch manche Fischsorten) sind zu meiden, ein Verzicht auf Alkohol sinnvoll, viel Wasser oder Saftschorlen trinken.
Kann man einer Gicht (Hyperurikämie) vorbeugen?
Da die Hauptursache für die Entwicklung einer Gicht in erblichen Faktoren zu finden ist, ist es nicht möglich vorzubeugen.
Weiß man über seine Gichterkrankung Bescheid, gilt der Verzicht auf Alkohol, purinreiche Nahrungsmittel und viel trinken als beste Vorbeugungsmaßnahme gegen einen Gichtanfall.
Weitere Informationen zu Gicht (Hyperurikämie)
Spezielle Gicht-Kochbücher sind im Buchfachhandel erhältlich. Listen über Lebensmittel und die nach dem Verzehr entstehende Menge an Harnsäure halten Ärzte und das Internet bereit.
Wenn man Gicht ärztlich behandeln lässt, kann man heute ohne viele Einschränkungen damit leben.
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