Steigt die Körpertemperatur über 38° Celsius an, spricht man von Fieber. Die Temperaturregelung des Körpers befindet sich im Gehirn, im Bereich des sogenannten Hypotalamus. Oft trägt eine erhöhte Temperatur, also Fieber, dazu bei, dass die natürlichen Abwehrprozesse im Körper beschleunigt werden.
Was ist Fieber?
Sobald die Körpertemperatur über 38° Celsius ansteigt, handelt es sich um Fieber, lateinisch Febris.
Es gibt unterschiedliche Fiebertypen:
- Fieber das über mehrere Tage anhält: Fieber-Kontinua
- Fieber, das täglichen Schwankungen zwischen ein und zwei Grad unterliegt, die Temperatur bleibt konstant erhöht: Remettierendes Fieber
- Fieber, das täglich stark schwankt, Unter- und Übertemperatur wechseln sich ab: Intermittierendes Fieber
- Fieber das langsam ansteigt, länger anhält, zwischendurch gibt es mehrere fieberfreie Intervalle: Undulierendes Fieber
- Fieber das in kurzen Perioden auftritt, von fieberfreien Tagen unterbrochen wird, wie bei Malaria: Relapsfieber
Im Bereich des sogenannten Hypothalamus liegt das Temperaturzentrum des Körpers. Ist der Sollwert der Körpertemperatur nach oben verstellt, entsteht das Fieber. Auslöser sind bestimmte Bestandteile von Bakterien oder fiebererzeugende Stoffe, die sich Pyrogene nennen.
Positiv ist, dass Fieber erheblich dazu beitragen kann, die natürlichen Abwehrprozesse des Körpers zu forcieren und so eine schnellere Heilung hervorrufen kann.
Fieber misst man mit einem Fieberthermometer (zumeist aus Quecksilber) entweder rektal (im Enddarm), axillar (unter den Achseln), oral (im Mund) oder axillar (unter den Achseln). Die genaueste Fiebermessung ist die rektale.
Begleiterscheinungen bei Fieber können sein:
- schneller Puls
- glänzende Augen
- Schweißausbrüche
- warme Haut, manchmal rötlich oder auch blass
- belegte, trockene Zunge
- Appetitlosigkeit
- Durst
- Schwindel, Verwirrtheit und Wahrnehmungsstörungen
Speziell bei Kleinkindern kann eine erhöhte Temperatur Fieberkrämpfe auslösen. Ist das Fieber extrem hoch, können Sinnes- und Bewusstseinstrübungen, das sogenannte Fieberdelir, auftreten.
Die Ursachen für Fieber
Fieber tritt sehr häufig auf und ist ein Symptom bei zahlreichen Erkrankungen. Hauptsächlich sind Infekte, Entzündungen und Infektionskrankheiten, ausgelöst durch Viren, Pilze und Bakterien, die Ursache.
Dazu zählen insbesondere:
- Grippe und Erkältungen
- Mandel-, Blasen-, Blinddarm- und Lungenentzündung
- Blutvergiftungen
Fieber tritt zumeist bei den gängigen Kinderkrankheiten wie
Mumps,
Masern,
Windpocken,
Röteln oder
Scharlach auf. Typisch bei Kleinkindern ist das Drei-Tage-Fieber.
Außerdem tritt Fieber bei Autoimmunerkrankungen wie dem rheumatischen Fieber oder der Sarkoidose auf. Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie bei AIDS, bekommen oft Fieber. Im Verlauf von Krebserkrankungen (Bsp. Leukämie) tritt häufig ein sogenanntes Tumorfieber auf.
Weitere Auslöser für Fieber können eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder hormonelle Schwankungen vor der monatlichen
Menstruation (prämenstruell) sein.
Auch eine zentrale Störung im Temperaturzentrum im Gehirn kann Auslöser von Fieber sein sowie eine Überwärmung des Körpers bei beispielsweise stark erhöhter Außentemperatur (Sonnenstich oder Hitzeschlag).
Fieber, welches durch die Aufnahme von köpereigenen Eiweißen, beispielsweise nach einem
Herzinfarkt oder bei Verbrennungen und Blutungen, auftritt, nennt man Resorptionsfieber oder aseptisches Fieber.
Bestimmte Gifte, die zum Beispiel durch das Inhalieren von Metalldämpfen in den Körper gelangen oder auch diverse Arzneimittel, können Fieber auslösen.
Das Dengue-Fieber, Lassa-Fieber oder das Hämorrhagische Fieber sind typische Reise-Fieberkrankheiten.
Ein charakteristisches Symptom bei Malaria ist der Fieberverlauf der Erkrankung.
Die Behandlung von Fieber
Zur Linderung der Symptome bei Fieber werden fieber- und entzündungshemmende Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure, verabreicht.
Auch wenn es keinerlei wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit von Wadenwickeln oder eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr bei Fieber gibt – die altbewährten Hausmittel helfen, wenn der Patient beispielsweise stark schwitzt.
Prinzipiell ist die Therapie auf die Ursache des Fiebers, also der auslösenden Erkrankung, gerichtet.
So wird bei bakteriellen Ursachen des Fiebers Antibiotika verabreicht.
Handelt es sich um Reisefieber wie Malaria, erfordert das eine spezifische Behandlung mittels Malariamitteln (Bsp. Chloroquin).
Bei Kinderkrankheiten heilt das Fieber oft durch die symptomatische Behandlung aus.
Hat ein Kind Scharlach, hilft jedoch gezielt verabreichtes Penicillin.
Wichtig: Wenn Arzneimittel eingenommen werden, die als Nebenwirkung Fieber auslösen, sollten diese Präparate nur nach Absprache mit dem Arzt und nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
Weitere Informationen zu Fieber
Vieles zum Thema Fieber findet man im Internet. Auch Informationen zu alten Hausmitteln sowie den gebräuchlichen fiebersenkenden Präparaten.
Natürlich ist es sinnvoll, nicht immer sofort zu Medikamenten zu greifen, wenn Fieber erstens ohnehin von selbst wieder aufhört und die Abwehrkräfte des Körpers auf natürliche Weise angeregt werden, doch bei länger andauerndem Fieber sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.
Da die Möglichkeiten der Erkrankungen, die Ursache für Fieber sind, vielfältig und auch schwerwiegend sein können, ist es sinnvoll, einen Arzt hinzuziehen.