Fit und Gesund - Logo
  • Gelesen: 3.960
  • Artikel speichern
  • Artikel ausdrucken

Darmverschluss bei Kleinkindern

Ein Darmverschluss kommt vor allem im Säuglingsalter bis zum Kleinkindalter von max. drei Jahren relativ häufig vor. Auslöser ist eine Einstülpung eines Teiles des Darms (Invagination). Es handelt sich nicht um eine selbständige Erkrankung sondern vielmehr um eine durch spezifische Ursachen ausgelöste Störung im Magen-Darm Trakt.


Darmverschluss bei Kleinkindern

Ein Darmverschluss kommt vor allem im Säuglingsalter (ab dem 4. Lebensmonat) bis zum Kleinkindalter von max. drei Jahren relativ häufig vor. Auslöser ist eine Einstülpung eines Teiles des Darms (sog. Invagination). Der Zustand des Kindes ist ernst, es muss bei Eintreten der Symptome sofort in ein Krankenhaus gebracht werden.


Was ist ein Darmverschluss?

Ein Darmverschluss ist eine Unterbrechung des Durchgangs im Darm, die Ursachen für die Störung sind verschieden. Bei Kleinkindern ist hauptsächlich eine sogenannte Invagination, also eine plötzliche Einstülpung des Darms verantwortlich. Zumeist kommt die Invagination im Bereich des Dünndarms vor – dieser stülpt sich in den Blinddarm oder den aufsteigenden Dickdarm.

Ein Darmverschluss kommt bei Kleinkindern recht häufig vor, am meisten betroffen sind die Babys nach dem dritten Lebensmonat bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Danach ist ein Darmverschluss aufgrund einer Invagination eher selten. In manchen Fällen kann es passieren, dass der erste Stuhlgang des Babys den Darm verstopft, ein Darmverschluss ist möglich.

Anmerkung an dieser Stelle: der Darmverschluss ist eines der lebensbedrohlichsten und gefährlichsten Krankheitsbilder des Magen-Darm-Traktes.


Was sind die Ursachen für einen Darmverschluss bei Kleinkindern?

Bei einem Darmverschluss handelt es sich nicht um eine selbständige Erkrankung sondern vielmehr um eine durch spezifische Ursachen ausgelöste Störung im Magen-Darm Trakt.

Das können sein:

  • Durchgangshindernisse im Darm mechanischer Natur wie Fremdkörper die das Kind verschluckt hat (Kleinkindalter), Tumore, Gallensteine oder Kotballen, Würmer

  • Durchgangshindernisse im Darm durch Darmschlingenverwicklungen, begünstigt noch durch angeborene oder entzündete Veränderungen (Beispiel Darmausstülpungen oder Polypen)

  • Durchgangshindernisse im Darm aufgrund von eingeklemmten Darmschlingen (Verwachsungsbäuche, Bruchoperation)

Manchmal sind angeborene Anomalien der Grund für einen Darmverschluss, das ist aber eher selten. Diese Fehlbildungen (angeborene und vollständige Verschlüsse des Darms, sog. Stenosen oder Atresen) sind sehr unterschiedlich und treten auch in unterschiedlichen Altersrufen auf. Ist ein Kind besonders unruhig oder weint es oft, ist immer der Arzt aufzusuchen.

Bei einer mechanischen Störung im Darmdurchgang kommt der Darminhalt nicht mehr weiter. Durch eine Invagination wird nun das eingestülpte Darmstück weiter in den Darm geschoben, es vergrößert sich und die Blutgefäße im Darm knicken ab, wodurch es zu einer Durchblutungsstörung kommt. Außerdem kommt es in den Venen im Darm zum Blutstau und folgend zu Blutungen in der Darmschleimhaut.


Die Symptome

Das betroffene Kind bekommt plötzlich sehr starke Bauschmerzen. Babys schreien vor Schmerzen, die Kinder krümmen sich unter den heftigen Schmerzen, ausgelöst durch Darmkoliken. Weiters bekommt das Kind in manchen Fällen Fieber und einen erhöhten Puls. Es gibt keinen Stuhlgang.
Dann erbricht sich das Kind, erst den Mageninhalt, dann Galle, und zuletzt auch Stuhl. Der kleine Patient ist von kaltem Schweiß bedeckt und hat Angst, das zeigt sich deutlich in seinem Gesichtchen.

Die Schmerzen treten zu Beginn ähnlich wie Wehen in Wellen auf, ist der Schmelzgipfel erreicht kann das Kind in einen Schockzustand geraten. Zwischen den Schmerzwellen ist es möglich, dass das Kind keinerlei Schmerzen empfindet.

Da sich die Darmschlingen durch den Stau aufblähen, wird der Bauch merklich größer. Außerdem kann man deutliche Darmgeräusche hören, die lassen aber wieder nach. Ist der Darmverschluss relativ fortgeschritten, tritt ein Sekret aus dem After aus, welches an Himbeergelee erinnert.

Es ist nötig, sofort den Arzt aufzusuchen, der die Diagnose schnell anhand der Anamnese und einer eventuellen Ultraschalluntersuchnung erstellen kann. Ein Arzt ertastet zumeist das von der Invagination betroffene Darmstück im Unterbauch des kleinen Patienten.

Bei der rektalen Untersuchung findet der Arzt häufig blutigen Schleim, oft kann sogar die Invaginatsspitze durch das Rektum (After) ertastet werden.


Die Behandlung und der Verlauf eines Darmverschlusses

Bringen die Eltern ihr betroffenes Kind in einem frühen Stadium zum Arzt, ist eine äußere Maßnahme einzusetzen. Dabei wird entweder eine sehr gezielte Massage angewendet, oder das Einstellen von natürlicher Nahrungsaufnahme und die Aufnahme von Flüssigkeit durch einen Tropf eingeleitet, oder ein Einlauf mit Kochsalzlösung unter Ultraschallkontrolle durchgeführt.

Der hydrostatische Druck der Flüssigkeit während des Einlaufs sollte den eingestülpten Darm wieder in die richtige Position bringen und den Durchgang frei machen. Wenn eine äußere Maßnahme nicht greift, muss das Kind operiert werden. Dabei wird der Bauch mit einem Schnitt geöffnet, um den erforderlichen Bereich im Bauchraum einsehen zu können. Oft reicht es dann aus, die Verklemmungen oder Verwachsungen im Darm zu lösen.

Zumeist wird der Darm damit auch komplett erhalten, ist allerdings der Zustand weit fortgeschritten, also das betroffenen Darmstück schon stark geschädigt, kann es nötig sein, dieses Stück während der Operation zu entfernen.

Es kann außerdem erforderlich sein, um die entstandene Darmnaht zu entlasten, bei der ersten Operation einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Eine weitere OP ist vonnöten, wo dieser Ausgang wieder entfernt wird.

Natürlich gibt es wie bei allen operativen Eingriffen auch Risiken. Je mehr Gewebe oder Darm entfernt werden muss, umso höher ist die Gefahr von späteren Beschwerden und Komplikationen wie Entzündungen oder einer Blutvergiftung. Doch ist bei allen Sorgen und Ängsten um das Kind eine Operation unumgänglich, um das Leben zu retten.

Nach der Operation bleibt das Kind auf der Intensivstation und wird überwacht. Eine natürliche Nahrungsaufnahme ist nicht möglich, das Kind wird über den Tropf ernährt. Erst wenn der Darm sich erholt hat, eine eventuelle Entzündung (z. Bsp. eine Bauchfellentzündung) abgeklungen und die Darmbeweglichkeit als normal einzustufen ist, kann das Kind wieder langsam mit dem Essen beginnen.


Die Prognose und eventuelle Folgeprobleme

Wird der kleine Patient rechtzeitig ärztlich behandelt, ist die Prognose bei einem Darmverschluss durchaus positiv, das Kind wird ganz schnell wieder vollkommen gesund. Wenn allerdings die betroffene Darmpassage nicht schnell behandelt wird, kann das von der Invagination betroffene Darmstück absterben und die Durchblutung in den Darmschlingen erschwert sein, was zu einer schweren Peritonitis (Bauchfellentzündung) führen kann.

Der allgemeine Zustand des Patienten verschlimmert sich schnell und sehr dramatisch. In extremen Fällen führt ein unbehandelter oder zu spät behandelter Darmverschluss zum Tod des Kindes.


Kann man einem Darmverschluss vorbeugen?

Das ist bei kleinen Kindern sehr schwer. Eine richtige Ernährung und gute hygienische Verhältnisse sind keine Garantie, doch immerhin vernünftig. Auch viel Bewegung ist sinnvoll. Bei Kleinkindern ist darauf zu achten, dass sie nichts verschlucken was nicht in den Magen-Darm-Trakt gehört, wie Spielzeug. Das ist aber leichter gesagt als getan, nicht immer hat man sein spielendes Kind im Blick.

Eine Invagination kann man eigentlich nicht vorhersehen und dadurch auch nicht vorbeugen. Es ist wichtig, sofort bei den oben erwähnten Symptomen zum Arzt zu gehen. Lieber einmal zu oft, als zu spät.


» zurück zu Kinderkrankheiten an den Artikel-Anfang Artikel ausdrucken

ARTIKEL BEWERTEN:

Bewertung: Ø 2.6 / (14 Stimmen)

TEILEN & BOOKMARKS SETZEN

KOMMENTARE

noch kein Kommentar abgegeben.

KOMMENTAR SCHREIBEN

Schreiben Sie ein Kommentar als FitUndGesund User!
  Name
  Email-Adresse (*wird nicht veröffentlicht)
  Spam-Schutz (Summe von 6 + 5 eingeben)
LOGIN
  • zur Facharzt-Suche
  • zur Apotheken-Suche
  • Frühling und Pollenallergie
  • die 10 häufigsten Krankheiten
  • Halsschmerzen

aktuelle News
FitUndGesund - Newsletter


ähnliche Themen