Bei der Kindererziehung haben einige Erziehungsmethoden in die Familien Einzug gehalten, die in früheren Generationen noch recht unbekannt waren, Dadurch sind einige dieser Methoden auch für Eltern gewöhnungsbedürftig und verlangen ihnen auf der einen Seite Zurückhaltung, auf der anderen Seite ein gutes Durchhaltevermögen ab.
Erziehungsmethoden
Eine der Erziehungsmethoden, die dem Kind dabei helfen, sich und ihr Verhalten selbst zu reflektieren und selbst Lösungen für seine Probleme zu finden, ist das aktive Zuhören, verbunden mit Ich-Botschaften von Seiten des Erwachsenen. Wenn das Kind durch eine Ich-Botschaft darauf aufmerksam gemacht wird, was sein Fehlverhalten bei einem anderen Menschen auslöst, fühlt es sich nicht selbst als Mensch abgewertet, sondern kann nachvollziehen, dass die negativen Gefühle des anderen auf sein Verhalten zurückzuführen sind. So eine Ich-Botschaft könnte zum Beispiel lauten: „Ich bin traurig, wenn du deinen Bruder beleidigst.“
Neben den Ich-Botschaften muss das aktive Zuhören von vielen Eltern erst gelernt werden. Der Erwachsene sollte dem Kind gut zuhören und mit den eigenen Worten das wiederholen, was das Kind gesagt hat. Dadurch fühlt das Kind sich verstanden und angenommen, mit all seinen Ängsten und Problemen. Die eigene Meinung der Eltern oder Erzieher sollte dabei nicht zur Debatte stehen, es sollte möglichst neutral mit den Äußerungen des Kindes umgegangen werden, auch wenn die erwachsene Person diese nicht immer gut heißt. Oft findet das Kind während des Gesprächs schon selbst eine Lösung für das aktuelle Problem, ohne dass ein Erwachsener Hilfestellung geben muss. Das Selbstwertgefühl des Kindes wird durch ein solches Verhalten gestärkt, darüber hinaus fördert es die soziale Kompetenz, je öfter das Kind dazu angeregt wird, selbständig mit einem Problem umzugehen.
Erziehungsmaßnahme - Erziehungsmaßnahme
Eine Erziehungsmaßnahme, die vor allem in den ersten Lebensmonaten- und jahren des Kindes von Müttern ausprobiert wird, die unter chronischem Schlafmangel leiden und deshalb kaum noch fähig sind, den Alltag zu bewältigen, ist das sogenannte Schlaftraining, bei dem das Kind lernen soll, allein ein- und durchzuschlafen. Dieses Schlaftraining, egal nach welcher Methode, fordert den Müttern einiges ab, denn es ist nicht leicht, das eigene Kind schreien zu lassen und den Raum zu verlassen, ohne es vorher auf den Arm genommen zu haben. Seit der Ferber-Methode, die von sehr viel Konsequenz geprägt war, werden mittlerweile auch sanftere Methoden ausprobiert. Allen gemein ist aber die Vorgehensweise, dass das Kind wach ins Bett gelegt wird und in immer größer werdenden Minutenabständen allein gelassen, dazwischen aber immer wieder getröstet wird, ohne es aus dem Bett zu nehmen. Bei vielen Müttern sind diese Methoden sehr umstritten. Wer nicht hundertprozentig davon überzeugt ist, sollte besser darauf verzichten, weil das Kind die Verunsicherung garantiert merkt.
Erziehungsmaßnahme - stille Stuhl
Eine ebenfalls weit verbreitete Erziehungsmaßnahme, die auch in Kindergärten angewandt wird, ist der sogenannte stille Stuhl, die stille Bank oder die stille Treppe. Je nachdem, ob gerade ein Stuhl, eine Bank oder Treppe greifbar ist, wird das Kind, welches sich schlecht benimmt, für einige Minuten dort platziert. Erst, wenn es sich beruhigt hat und verspricht, sich besser zu benehmen, darf es wieder am Geschehen teilnehmen.
Aus eigener Erfahrung lernen
Da Kinder immer noch am ehesten aus eigener Erfahrung lernen, ist eine Erziehung, die logische Konsequenzen auf ein Fehlverhalten des Kindes folgen lässt, immer noch eine der effektivsten Methoden. Es nützt wenig, dem Kind Fernsehverbot zu erteilen, weil es den Bruder gehauen hat, weil zwischen Ursache und Wirkung keinerlei Zusammenhang besteht. Ein Kind, das eine Schüssel zerbrochen hat, muss die Scherben wieder aufsammeln und Mutter oder Vater helfen, das gute Stück wieder zusammen zu kleben. Oder wenn absichtlich etwas schmutzig gemacht oder mit Wasser auf dem guten Parkett gepanscht wird, obwohl es verboten ist, muss das Kind zumindest helfen, den Schaden wieder zu beheben. Dabei sollten die Erwachsenen möglichst ruhig bleiben, auch wenn die Wut noch so groß ist. Das Kind lernt nicht durch Schimpfen und Strafen, sondern durch die Konsequenzen, die auf sein Verhalten folgen und wird daraus für die Zukunft ganz allein die richtigen Schlüsse ziehen.