Erste Hilfe bei Bienen,- Wespen- und Hornissenstiche

Die warme Zeit und das schöne Wetter lassen sich am besten im Freien genießen. Zu den Schattenseiten des Frühlings und des Sommers gehören allerdings die schmerzhaften Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche. Vor allem Stiche im Mund und im Rachen können lebensgefährlich sein!

Erste Hilfemaßnahmen bei einem Wespen-, Bienen- und Hornissenstich

Egal ob draußen beim Sport, am Badesee, beim Grillen oder im Biergarten - vor Insektenstichen ist man im Sommer kaum gefeit. Meist sind die Stiche allerdings harmlos und es besteht keine akute Gesundheitsgefahr für den Betroffenen. Es kann jedoch sein, dass eine allergische Reaktion auf das Insektengift erfolgt oder dass das Tier eine riskante Stelle am Körper erwischt hat. Sticht eine Wespe, eine Biene oder eine Hornisse in den Mund- oder Rachenraum, so kann es durch das Anschwellen der Schleimhäute zu einer akuten Erstickungsgefahr kommen. Hier ist ein schnelles Eingreifen ebenso wichtig wie bei einem allergischen Schock, der so schnell wie möglich von einem Arzt behandelt werden muss.

Auch bei Kindern ist Vorsicht geboten. Diese sollten zunächst beruhigt werden, denn der Schock über den gemeinen Angriff des Tieres sitzt bei den Kleinen meist tiefer als der eigentliche Schmerz an der Einstichstelle. Wichtig ist in erster Linie, dass man herausfindet, von welchem Insekt man gestochen wurde, das ist vor allem bei einer Insektenstichallergie von großer Bedeutung, hilft aber auch sonst bei der Entscheidung, wie der Insektenstich behandelt werden soll.

Wie erkenne ich einen Bienen-, Wespen- oder Hornissenstich?

Einen Bienenstich erkennt man an der roten, rundlichen Einstichstelle, in der der Stachel des Tieres noch steckt. Dies ist das Haupt-Unterscheidungsmerkmal zu anderen Insektenstichen. Die Biene verliert beim Stechen ihren Stachel, der sich mit Widerhaken in der Haut festkeilt. Diese Widerhaken haben die Stachel der Wespen oder Hornissen nicht. Will sich nun die Biene vom "Tatort" entfernen, bleibt der Stachel in der menschlichen Haut mitsamt dem kompletten Giftapparat stecken, der vom Unterleib der Biene gerissen wird. Aus diesem Grund stirbt das Tier nach dem Stechen.

Nach einem Insektenstich wird die Haut rot und schwillt an. Am besten ist es, man umkreist die Einstichstelle mit einem Stift und beobachtet, wie stark die Schwellung sich vergrößert. Im Gegensatz zu eher harmlosen Gelsenstichen, die in erster Linie unangenehm jucken, sind Bienen- und Wespenstiche sehr schmerzhaft und deshalb sehr schnell zu erkennen. Bei einer allergischen Reaktion schwillt die Einstichstelle viel stärker an als normalerweise. Außerdem bilden sich mit der Zeit große Wasserblasen, die unangenehm jucken. Allergiker reagieren mit

  • Atemnot
  • kalten Schweißausbrüchen
  • Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit.

Hier sollte sofort der Notarzt gerufen werden.

Was ist als Erste Hilfe Maßnahme zu tun?

Zunächst ist es wichtig,

  • dass an der Einstichstelle nicht gekratzt wird oder versucht wird, das Gift herauszudrücken. Das führt höchstens zu einer Entzündung oder Infektion.
  • Zunächst sollte die Einstichstelle gekühlt werden. Davor muss allerdings zuerst der Stachel des Tieres (falls vorhanden) entfernt werden. Niemals einfach herausziehen, sondern immer erst seitlich wegziehen (am besten mit einer Pinzette), damit durch ein eventuelles Drücken auf den Giftsack nicht noch mehr Gift in die Wunde gelangen kann.
  • Der Stich kann entweder mit einem kalten Umschlag gekühlt werden oder mit Eiswürfeln, die in ein Tuch gewickelt werden (oder auch einem Kühlpad aus dem Gefrierschrank). Befinden Sie sich in der freien Natur, muss anders improvisiert werden. Entweder Sie tauchen ein Kleidungsstück in einen kalten Bach oder Sie geben kalte Erde auf die Einstichstelle. Befindet sich der Stich im Mund- oder Rachenraum, so sollten unverzüglich Eiswürfel oder ein Eis gelutscht werden. Ist nichts Gefrorenes in der Nähe, helfen auch kalte Umschläge um den Hals.

Als Hausmittel haben sich

  • kalte Essigwasser-Umschläge („Essigsaure Tonerde“)
  • ein Wickel mit zerhackter Petersilie
  • der Saft von ausgedrückten Kohlblättern

bewährt. Selbstverständlich helfen auch kühlende Gels oder Stifte aus der Apotheke.

Hier finden Sie einen Kurzfilm über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Bienenstichen:

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wie zuvor schon erwähnt, muss bei einer allergischen Reaktion auf einen Insektenstich oder bei einem Stich im Mund- oder Rachenraum sofort die Rettung gerufen werden. Auch bei Stichen an den Augen sollte ein Arzt konsultiert werden. Schwillt die Stelle um einen Insektenstich extrem an, ist sie entzündet oder fängt sie an zu eitern, so sollte ebenfalls der Hausarzt einen Blick darauf werfen.

Allgemein sollte bei folgenden Symptomen nach einem Insektenstich eine ärztliche Behandlung erfolgen:

Prävention - Vermeidung

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Der beste Schutz gegen Insektenstiche sind DEET-haltige Gelsenschutzmittel. Diese bieten einen sehr sicheren Schutz, auch beispielsweise in tropischen Gebieten. Für Schwangere und Kinder sind diese Mittel allerdings nicht geeignet.

Auch ätherische Öle halten Insekten fern, wie zum Beispiel Citronellaöl oder Nelkenöl. Häufiges kaltes Duschen verringert den Eigengeruch, der die Tiere anlockt. Ein bewährtes Mittel sind auch Zitronenscheiben, die man mit Nelken gespickt aufstellt. Weiße, grüne oder hellbraune Kleidung zieht die Tiere nicht so sehr an.

Insektengiftallergiker sollten immer ein Notfallset bei sich tragen, damit die notwendigen Medikamente im Fall eines allergischen Schocks sofort in Reichweite sind. Diese Sets stellt der Arzt für den Patienten individuell zusammen und erklärt ihm, wie er im Notfall im Detail reagieren sollte.

Ansonsten sollte man stark riechende Parfüms und Haarsprays vermeiden, da Bienen durch diese Gerüche angelockt werden. Gerade im Spätsommer sind auch vermehrt Wespen unterwegs. Beim Essen im Freien sollte daher darau geachtet werden Speisen wie Butter, Marmelade aber auch Schinken und Obst immer abzudecken.

Achten Sie darauf auf Wiesen mit viel Klee nicht Barfuß zu gehen, da sich Bienen und Wespen dort vermehrt tummeln.

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