Alle, die abnehmen wollen, hören immer wieder, sie sollen viel Rohkost essen, denn das macht nicht nur schlank, sondern ist auch gut für die Gesundheit. Nur in rohem Gemüse sind schließlich noch alle wichtigen Vitamine enthalten. Was ist dran an dieser Behauptung?
Ist Rohkost wirklich gesünder?
Der eigentliche Vorteil von Rohkost besteht darin, dass viele wichtige Enzyme, Spurenelemente und vor allem Vitamine, die beim Kochen verringert oder sogar vernichtet werden, im rohen Zustand erhalten bleiben. Wenn Gemüse gekocht wird, dann verschwinden auch die Vitamine. Wer seine Möhren roh knabbert, nimmt also noch alle Vitamine zu sich. Das hört sich zunächst einmal sehr gesund an, leider ist es das aber nicht immer. Lebensmittel wie zum Beispiel Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und viele Pilzarten werden zum einen durch Kochen oder Dünsten erst genießbar und zum anderen für den Körper wesentlich besser verdaulich. Auch schädliche Bakterien, Parasiten und Pestizide werden durch Hitze beim Kochen abgetötet.
Alle Nährstoffe, die beispielsweise im Gemüse enthalten sind, werden für den Körper durch den Kochvorgang leichter zugänglich gemacht. Wer nur rohe Kost zu sich nimmt, der bekommt Beschwerden wie Blähungen und Verdauungsstörungen und auch die sehr empfindliche Darmschleimhaut kann auf Dauer leiden. So kann der Körper Rohkost wie Salat oder rohes Gemüse am Abend überhaupt nicht mehr verdauen und dies kann unter Umständen zu schmerzhaften Reaktionen führen.
Warum wird behauptet dass Rohkost gesünder sei?
Früher haben Ernährungswissenschaftler immer gerne behauptet, dass durch Garen und Einfrieren die gesunden Bestandteile von Gemüse und Obst zerstört werden. Wahr ist aber, dass es beim Kochen schon Verluste gibt, dass aber Gemüse oder Obst dabei trotzdem immer noch gesund und vor allem schmackhaft bleiben, wenn richtig gekocht wird.
Eine ebenfalls oft gehörte Behauptung ist, dass Rohkost nur deshalb so gesund ist, weil sich der Mensch in den Jahrtausenden der Evolution noch immer nicht vollständig an gekochte Nahrung gewöhnt hat und aus diesem Grund viele Krankheiten durch falsche Ernährung ausgelöst werden können. Aber da sich der Mensch nachweislich an alle Lebensumstände anpassen kann, ist auch diese These heute nicht mehr haltbar.
Weniger ist mehr
Wissenschaftlich belegbar ist, dass eine einseitige Ernährung, die nur aus Rohkost besteht, dem Köper nicht gut tut, sondern ihm im Gegenteil sogar schadet. Wer sich nur von rohem Gemüse, Kräutern, Nüssen oder anderen Nahrungsmitteln im rohen Zustand ernährt, der tut seinem Körper keinen großen Gefallen. Die Folgen dieser vermeintlich gesunden Ernährung sind in den meisten Fällen schwere und schmerzhafte Blähungen und Verdauungsstörungen wie Verstopfung und Durchfall. Besonders Kinder sollten nicht nur durch Rohkost ernährt werden, denn ihr Organismus ist noch nicht ausgereift und das kann unter Umständen sogar tödlich enden.
Zusammengefasst kann man sagen, dass der eine oder andere Rohkost-Tag, den man hin und wieder ruhig eingelegen kann, dem Körper keine Probleme bereitet, aber von einer dauerhaften Ernährung nur durch Rohkost ist dringend abzuraten.