Ein weit verbreitetes Gerücht aus der Gerüchteküche ist, dass Fruchtzucker für die Gesundheit besser ist als normaler industriell hergestellter Zucker. Das klingt logisch, denn alles was mit Früchten zu tun hat, ist schließlich gesund. Beim Fruchtzucker ist das aber leider nicht der Fall.
Fruchtzucker – Gesunde Alternative zu Haushaltszucker?
Schon Kindern erzählt man, dass frisches Obst gesünder ist als Bonbons oder Gummibärchen, denn Bonbons enthalten schließlich viel ungesunden Zucker. Obst enthält zwar auch Zucker, aber da Obst gesund ist, muss es folgerichtig auch der darin enthaltene Zucker sein. Das ist ein fataler Irrtum. Zucker ist und bleibt immer Zucker, ganz gleich, ob aus der Fabrik oder aus der Frucht kommt.
Aber Fruchtzucker ist doch natürlich und Industriezucker nicht, werden jetzt bestimmt viele Menschen einwenden und dass etwas, das natürlich ist, auch immer gesünder ist als etwas, das künstlich produziert wird. Zunächst gilt, dass sowohl der eine als auch der andere Zucker natürlichen Ursprungs sind. Auch normaler Haushaltszucker wird aus Pflanzen wie Zuckerrohr oder der Zuckerrübe hergestellt. Zum Industriezucker wird er erst, wenn er raffiniert und damit für den Verbraucher ansehnlich gemacht wird. Der einzige Unterschied zwischen Industrie- und Fruchtzucker besteht darin, dass der menschliche Körper den Fruchtzucker (auch Fruktose) wesentlich schlechter verarbeiten kann.
Insulin
Fruktose oder Fruchtzucker wird im Gegensatz zum industriell hergestellten Zucker insulin-unabhängig vom Körper abgebaut. Aus diesem Grund ist Fruchtzucker für Menschen mit Diabetes eigentlich besser geeignet. Aber auch Diabetiker sollten Fruchtzucker nicht ohne Grenzen konsumieren. Denn auch für Diabetiker gilt das gleiche wie für gesunde Menschen: Fruchtzucker wird letztendlich immer vom Körper in Glukose umgewandelt und diese Glukose hat einen sehr großen Einfluss auf den Insulinspiegel. Fruchtzucker wirkt sich zwar im Gegensatz zu normalem Haushaltszucker erst viel später auf den Insulinspiegel aus, vermeiden lässt es sich dennoch nicht.
Besser für die Industrie
Lebensmittelhersteller profitieren in vielerlei Hinsicht vom Fruchtzucker und dem Glauben der Verbraucher, dass Fruchtzucker gesünder ist. Da ist zuerst das Sättigungsgefühl, das immer von einem erhöhten Insulinspiegel beeinflusst wird, denn es tritt bei Fruchtzucker viel später ein als bei normalem Zucker. Deshalb trinkt man zum Beispiel auch von Fruchtsäften viel mehr, bis der Durst endlich gestillt ist. Dazu kommt, dass Fruchtzucker deutlich süßer ist als Industriezucker. Man braucht also wesentlich weniger, um eine Speise zu süßen und darum sind die mit Fruchtzucker gesüßten Produkte deutlich billiger in der Herstellung. Und so kommt es letztendlich immer noch zu der Ansicht vieler Menschen, dass Fruchtzucker gesünder sei. Aus diesem Grund greifen gesundheitsorientierte Verbraucher lieber zum vermeintlich „gesünderen" Produkt mit Fruchtzucker.
Schlecht für den Menschen
Fruchtzucker mag gut für die Industrie sein, für den Menschen ist er es aber nicht. Der Körper kennt Fruchtzucker überhaupt nicht und ist deshalb auch nicht gewohnt, große Mengen von Fruchtzucker zu verarbeiten. Aber verarbeiten muss er der den Fruchtzucker trotzdem. Dazu muss der Fruchtzucker erst einmal in Glukose umgewandelt werden. Und schon gibt es ein Problem, denn Fruchtzucker kann der Darm nur wesentlich langsamer aufnehmen als Glukose. Deshalb bleibt der Fruchtzucker logischerweise viel länger im Darm als normaler Zucker. Dazu kommt, dass der Körper sehr viel Flüssigkeit benötigt, um den Fruchtzucker überhaupt verdauen zu können. Nimmt man also zu viel Fruchtzucker zu sich, dann zieht der Körper automatisch zu viel Flüssigkeit im Darm zusammen und dies kann zu schwerem Durchfall führen.