Was hilft bei Gelsenstichen?

Der Sommer könnte so schön sein, wenn da nicht wieder dieses aggressive Summen wäre, das eine hungrige Gelse ankündigt. Im schlimmsten Fall kann ein Stich sogar tödlich enden. Aber auch jeder harmlose Stich juckt und schmerzt.

Juckreiz nach GelsenstichZwar ist ein Gelsenstich meist harmlos, trotzdem juckt und schmerzt es. (Foto by: belchonok / Depositphotos)

In den Tropen, wo Moskitos gefährliche Krankheiten übertragen, sterben Menschen regelmäßig an den Folgen eines Mückenstichs. Hierzulande ist ein Gelsenstich meist harmlos, unangenehm fühlt er sich dennoch an, vor allem nachdem man angefangen hat zu kratzen. Gelsen werden angelockt durch unsere Körperwärme und durch das Kohlenstoffdioxid, das wir nach jedem Atemzug ausstoßen. Dadurch finden sie ihre Opfer auch im Dunkeln.

Warum werde immer ich gestochen?

Manche Menschen sind für Gelsen attraktiver als andere. Das Geheimnis liegt im Körpergeruch verborgen, dessen Gemisch für jeden Menschen charakteristisch ist. Von einigen Komponenten werden Gelsen magisch angezogen, andere stoßen sie regelrecht ab. Welche Komponenten das sind, ist immer noch nicht restlos aufgeklärt. Fest steht aber, dass Gelsen "käsige Gerüche" mögen und die Milchsäure auf der Haut eine Rolle spielt. Auch das eigene Erbgut spielt eine wichtig Rolle, so beeinflussen die Gene den Körpergeruch.

Je nachdem, wie ihr individueller Körpergeruch zusammengesetzt ist, können sich manche Menschen kaum vor Gelsenstichen retten, während andere komplett verschont bleiben.

Mythen um Gelsenstiche vorzubeugen

Es kursieren einige Mythen, wie man Gelsenstiche am besten vorbeugt. Knoblauch zu essen soll helfen, für die Mücken schlechter zu riechen. Zumindest verändert Knoblauch den Körpergeruch und man riecht schlechter für andere Menschen.

Genau wie Knoblauch soll die Einnahme von Vitamin B12 (enthalten zum Beispiel in Bierhefe) die Gelsen abschrecken. Wissenschaftlich bewiesen ist beides nicht. Falls diese Tipps funktionieren, dann ohnehin nur, wenn andere Menschen in der Nähe sind und diese sich nicht "geschützt" haben.

Auch Duftkerzen und Duftöle konnten ihre Wirksamkeit nicht unter Beweis stellen. Ebenfalls umstritten ist die abschreckende Wirkung von Zigarettenrauch.

Es gibt Insektensprays, die sogenannte Repellents enthalten und tatsächlich funktionieren. Eines der besten bekannten Repellents ist DEET. Die Sprays trägt man auf Haut und Kleidung auf. Leider sind sie unter Umständen hautreizend und können Allergien auslösen, für Kleinkinder sind sie deshalb nicht geeignet. Ein besser verträgliches Repellent ist Eukalyptus-Öl, allerdings ist es nicht sehr wirksam.

Wie kann ich einem Gelsenstich wirksam vorbeugen?

Es gibt einige andere Vorkehrungen, die man treffen kann, um sich vor Gelsen zu schützen:

Helle Kleidung tragen

Gelsen lieben es, auf dunklen Flächen zu sitzen. Deswegen soll man im Sommer lieber zu heller Kleidung greifen. Durch dünnen Stoff stechen Gelsen hindurch, also sollte die Kleidung entweder nicht eng anliegen oder aus festem Gewebe bestehen. Ideal ist lange Kleidung, damit möglichst viel vom Körper bedeckt ist, um wenig freie Haut als Angriffsfläche zu bieten. Wenn es sehr heiß ist, mag man diesem Tipp natürlich nur ungern folgen.

Gelsengitter

Gelsengitter an Fenstern und Türen halten das Haus frei von den Plagegeistern. Falls sich doch einzelne Gelsen eingeschlichen haben, bietet ein Moskitonetz über dem Bett zusätzlichen Schutz.

Kein Alkohol

Dieser Tipp liest sich wie ein Witz, es stimmt aber wirklich: Um Gelsenstichen vorzubeugen, Finger weg von Alkohol. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Betrunkene für Gelsen attraktiver sind, solange der Rausch anhält.

Es juckt - was tun, wenn ich gestochen wurde?

GelsenstichGelsen haben vor allem an heißen Sommertagen Saison. (Foto by: ZanozaRu / Depositphotos)

Wenn man doch einmal gestochen wurde, kostet es einiges an Selbstbeherrschung, nicht an dem Stich herumzukratzen. Die Gelse hat ihren Speichel in die Haut injiziert und unser Immunsystem reagiert darauf mit einer kleinen allergischen Reaktion, bei der Histamin ausgeschüttet wird. Der Stich wird rot, schwillt an und juckt.

1. Zitronensaft oder Essig

Um dem Juckreiz zuvorzukommen, kann man die Stelle direkt nach dem Stich mit Zitronensaft oder Essig betupfen. Die darin enthaltene Säure neutralisiert den Mückenspeichel, bevor er die Abwehrreaktion unseres Körpers auslösen kann. Diese Methode funktioniert nur kurze Zeit nach dem Stich.

2. Hitze

Auch Hitze soll helfen, den Mückenspeichel zu zerstören. Bei über 45°C denaturieren die Proteine, die die Gelse in die Haut gespritzt hat. Man kann Hitze punktuell anwenden, indem man einen heißen Löffel auf den Einstich presst. Vorsicht ist geboten, um sich nicht zu verbrennen.

3. Kühlung

Kühlung lindert den Juckreiz und lässt den Stich abschwellen. Allerdings fängt der Stich wieder an zu jucken, wenn man die Kühlung unterbricht.

4. Speichel

Bewährt hat sich auch unser eigener Speichel, der Antihistamine und andere Stoffe enthält, die die Entzündungsreaktion rund um den Einstich abschwächen. Durch Verdunstungskälte hat er auch eine kühlende Funktion.

Die empfehlenswerte Reihenfolge, wenn man nichts unversucht lassen möchte, wäre:

  1. Zitronensaft/Essig
  2. Hitze
  3. Speichel und Kühlung

Auch Apotheken bieten verschiedene Gels und Salben an, die den Juckreiz dämpfen und kühlend wirken.


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