Slow Sex: Wie langsamer Sex für neue Höhenflüge sorgt

Manche Paare haben im Alltag keine Zeit für Sex. Beide sind unzufrieden mit ihrem Sexleben. Beide wollen wieder Freude am Sex haben und haben das Interesse aneinander nicht verloren, haben aber all ihre Energie verbraucht bei dem Versuch, wieder erfüllt miteinander zu schlafen. Slow Sex, achtsamer Sex mit viel Zeit, kann die Lösung für unzufriedene Paare sein, die wie so viele Liebende den Übergang in ein erfüllendes Langzeit-Sexleben nicht geschafft haben.

Slow SexSlow Sex sorgt für neue Erfahrungen, neues Körpergefühl und Zufriedenheit. (Foto by: aarrttuurr / Depositphotos)

Was ist Slow Sex?

Lustvollen Sex durch Achtsamkeit und bewusstes Wahrnehmen

Beim Slow Sex steht Achtsamkeit an erster Stelle, so wird der Sex wieder lustvoll, macht glücklich und entspannt. Bevor es zum Slow Sex kommen kann, muss das Paar Achtsamkeit verstehen lernen. Und zwar beide - nicht nur einer. Achtsamkeit ist das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers und der eigenen Gefühle, aber auch der des anderen Menschen.
 
Was fühle ich? Bin ich bereit für diesen Schritt? Will ich oben sein oder will ich, dass er/sie das macht? Und wie reagiert überhaupt mein Partner auf mich?Leider ist unser Verstand ziemlich mächtig und lässt uns selbst beim Sex immer wieder an die Sauberkeit der Bettwäsche denken - oder daran, dass sie beim Sex Flecken bekommen könnte. Anfangs war das noch anders, in der frischen Beziehung in der Verliebtheitsphase war das vollkommen egal. Dann litt die Bettwäsche eben und sie konnte getrost bis morgen weiter leiden.
 
Was damals anders war: Wir konnten uns aufgrund der Verliebtheit voll und ganz aufs Körperliche konzentrieren. In Langzeit-Beziehungen muss das erst wieder erlernt werden - und zwar durch ganz bewusstes Konzentrieren auf die eigenen Empfindungen beim Sex und die des Partners, die man wahrnehmen kann. Es sind oft mehr, als man meint.
 
Zeit, innige Küsse, wohltuende Streicheleinheiten, den Körper des Partners mit Händen und Lippen, vielleicht auf neue Art und Weise zu erkunden und Zärtlichkeit; All diese Punkte stehen beim Slow Sex im Vordergrund. Liebe und Sex ist wohl das Schönste Gefühl und Erlebnis was es gibt, doch viel zu selten halten wir inne, um die Intimität wahrzunehmen und sie wertzuschätzen.

Achtsamkeit und Entspannung: das ist Slow Sex

Auch die Entspannung spielt beim Slow Sex eine große Rolle. Konventioneller Sex funktioniert so, dass beide angespannt sind. Am Anfang noch, weil sie sich gegenseitig heiß finden und frisch verliebt sind. Fast immer kommen dann beide zum Orgasmus. Später ist es eher eine unangenehme Spannung, die beispielsweise deswegen entsteht, da beide wissen, sie sollten öfter und wieder so intensiv wie am Anfang Sex haben. Aber wer sagt eigentlich, was sie sollten und was nicht? Wichtig in einer Langzeit-Beziehung ist die Verbindung der beiden Seelen, die beim Sex entsteht.
 
Slow Sex zielt deswegen kaum noch auf den Orgasmus ab, sondern darauf, diese Spannung fallen zu lassen. Nach dem Orgasmus sind wir müde, erschöpft, vielleicht sogar enttäuscht, weil wir es uns größer, toller und besser vorgestellt haben.
 
Slow Sex heißt nicht, dass Orgasmen ab jetzt völlig verboten sind - sie stehen nur nicht mehr im Vordergrund, sondern vielmehr geht es darum, sich die Zeit für den Körper des anderen zu nehmen.
 
Die Zeitspanne, die wir unserem Partner widmen verlängert sich beim Slow Sex und dies wirkt auf einer komplett anderen Ebene befriedigend. Gefühle von Liebe, Zufriedenheit und Kraft treten in den Vordergrund.
 
PärchenSlow Sex bedeutet achtsamer Sex mit viel Zeit. (Foto by: konradbak / Depositphotos)

Slow Sex: nie wieder ein Orgasmus?

Vor allem Frauen haben es im Laufe längerer Beziehungen oft schwer, zum Orgasmus zu kommen. Der Mann macht meist alles viel zu schnell und kommt auch noch so schnell zum Schuss, dass sie oft gar keine Gelegenheit haben, sich fallen zu lassen. Das brauchen sie allerdings für einen Orgasmus.
 
Männer dagegen haben es zwar weniger schwer, zum Höhepunkt zu kommen - es würde ihnen aber auch nichts ausmachen, diesen zugunsten ihrer Partnerin hinauszuzögern. Mit bestimmten Atemtechniken können Männer an ihrer Ausdauer arbeiten und bewusster in sich hineinspüren. Was spüren sie, wenn es nicht mehr nur um Druck-Abbau und Entladung ihrer sexuellen Energie geht? Wie verändert sich die Reaktion ihrer Partnerin, wenn sie mehr Luft hat, Sex zu erleben? Obwohl der Orgasmus beim Slow Sex fast schon zweitrangig wird, passiert es durch die innige Verbundenheit doch noch sehr oft, dass einer oder beide ihren Höhepunkt haben.
 
Männer, die Schwierigkeiten mit vorzeitiger Ejakulation haben, finden ebenfalls großen Gefallen an Slow Sex, da sie sich jetzt nicht mehr auf ihre Erregung konzentrieren, sondern auf die Partnerin. Allein dadurch lässt sich der frühzeitige Orgasmus auf einen Zeitpunkt "verlagern", der eher zum Höhepunkt der Partnerin passt.

Weniger Anspannung - weniger Erregung?

Der große Stressfaktor entfällt. Die Anspannung ist nicht mehr da. Es geht beim Slow Sex nicht darum, Druck abzubauen. Das kann zwar zwischendurch zur Abwechslung für beide Partner angenehm und notwendig sein, jedoch heißt das auch, dass der Penis erregt sein muss. Stress, Anspannung, Unzufriedenheit und natürlich auch das zunehmende Alter verhindern das jedoch oft effektiv.
 
Beim Slow Sex kann der Mann auch ohne Erektion in die Frau eindringen. Es kann sein, dass sich das Problem alleine dadurch löst. Es kann aber auch passieren, dass keine körperliche Erregung im klassischen Sinne eintritt. Umso mehr können beide die Nähe zueinander und das völlig andere Gefühl genießen.


Bewertung: Ø 3,9 (60 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

User Kommentare