Analverkehr: 7 interessante Fakten und Mythen

Vor kaum einer anderen Sexualpraktik haben Menschen so viel Angst wie vor Analverkehr. Wird es wehtun? Was ist mit dem Stuhl? Kann dabei nicht der Darmausgang ausleiern und schlimmstenfalls Inkontinenz nach sich ziehen? Wie bei so vielen unbekannten Dingen ranken sich um Analverkehr viele Mythen, auch wenn Vorsicht natürlich oberstes Gebot dabei sein sollte. Wie ist es wirklich mit Analverkehr, was sollte man tatsächlich beachten und was darf man getrost als wilde Geschichte abtun?

sinnliches VorspielViel Einfühlungsvermögen sowie ein langes Vorspiel spielen bei Analverkehr eine wichtige Rolle.. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Mythos Nr. 1: Analverkehr tut weh

Gerade Männer gehen davon aus, Frauen verneinten den Analverkehr deswegen, da er wehtut. Es gibt natürlich Menschen, die überhaupt keinen Analverkehr haben können, da sie beim Versuch Schmerzen haben - häufig liegt das aber nicht an körperlichen Gegebenheiten, sondern an Verspannung, Angst und zu wenig Gleitgel. Letzteres ist ein absolutes Muss beim Analverkehr, da ansonsten wirklich Schmerzen und Verletzungen auftreten können. Klappt es mit viel Gleitgel und Zeit immer noch nicht, sollte man es vielleicht beim Versuch belassen.

Mythos Nr. 2: Zum Analverkehr ist ein Einlauf notwendig

Es stimmt natürlich, dass beim Analverkehr ein Stuhlproblem aufkommen kann. Ein Einlauf ist aber kein Pflichtprogramm. Häufig genügt es, vor dem Verkehr auf die Toilette zu gehen oder sich zu duschen, was fürs Vorspiel eine nette Abwechslung sein kann. Der Enddarm kann zwar Reste des Stuhls enthalten, muss es aber nicht.
 
Außerdem gehört das nun einmal zum Analverkehr dazu, mit Sperma oder der Feuchtigkeit einer Vagina haben die meisten Menschen beim normalen Geschlechtsverkehr ebenfalls keine Berührungsängste. Die Ausnahme sind Durchfallerkrankungen - wer darunter leidet, sollte in dieser Zeit lieber auf den Analverkehr verzichten.

Mythos Nr. 3: Analverkehr macht inkontinent

Natürlich kann es passieren, dass der Schließmuskel des Afters so schlimm verletzt wird, dass er nicht mehr richtig schließt. Das ist aber der absolute Ausnahmefall und passiert beim Analverkehr nur sehr, sehr selten - und nur bei groben Verstößen gegen die Sicherheitsregeln.
 
Tut es weh, sollte man entweder mehr Gleitgel nehmen oder aufhören. Tut man das nicht, kommt es in den meisten Fällen nur zu sehr leichten Verletzungen, nicht aber zur Inkontinenz als Spätfolge. Zu große Gegenstände sollten allerdings nicht eingeführt werden, da sie den Schließmuskel doch sehr herausfordern können.

Mythos Nr. 4: Bei Analverkehr kann man mit üblen Gerüchen rechnen

Analverkehr konzentriert sich auf einen Bereich des Körpers, der nicht gerade nach Rosen und Veilchen duftet - das ist Fakt!
 
Vor unangenehmen Gerüchen wie auf der Toilette muss man sich aber nicht fürchten. Genau wie beim normalen Geschlechtsverkehr duftet es sicher nicht wie auf einer Blumenwiese, doch das macht uns dabei auch nichts aus. Wesentlich intensiver riecht es beim Analverkehr auch nicht.
 
Angst, dass man dabei mehr als sonst pupsen muss, braucht man auch nicht zu haben, denn das ist nicht der Fall. Weder für den Beglückten noch für den, der das Hintertürchen nehmen darf, warten unangenehme Gerüche.
 
AnalverkehrAnalverkehr kann etwas sehr Schönes und Intimes sein. (Foto by: chaoss / Depositphotos)

Mythos Nr. 5: Analsex funktioniert bei mir nicht

Es gab ein kurzes Vorspiel, dann schlug der erste Versuch auch schon vollkommen fehl. Analsex funktioniert wohl einfach nicht!
 
Vielfach liegt ein fehlgeschlagener Versuch aber gar nicht daran, dass Analsex einfach keine Möglichkeit ist. Der Schließmuskel will vorsichtig und liebevoll auf die Penetration vorbereitet werden. Dazu gehören ein langes, ausgedehntes Vorspiel (das gilt übrigens auch für "Analsex-Profis") und Übung. Mit kleineren Dildos oder Butt Plugs kann man den Schließmuskel langsam und mit viel Gleitgel etwas dehnen, bevor man aufs Ganze geht. Das darf auch mehrere Tage und Wochen in Anspruch nehmen. Außerdem schaffen solche "Trockenübungen" Entspannung vor dem großen Moment.

Mythos Nr. 6: Analsex ist Männersache

Beim Analsex spüren Männer mehr, da der Anus enger ist als die Vagina der Frau und die Reibung somit erhöht wird. Der Frau macht das Ganze aber sicher keine Freude - oder etwa doch? Und wie!
 
Der Anus gehört zu den erogensten Zonen des Körpers, immerhin liegt er in direkter Nähe zur Vagina und kann beim Vorspiel ebenfalls gestreichelt werden. Manchen Frauen reicht die anale Penetration bereits, und wenn nicht, hat der Mann ja auch noch zwei freie Hände. Notfalls eben nach dem Analsex als kleines Dankeschön für sie.

Mythos Nr. 7: Analsex geht ohne Verhütung

Dass Analsex ohne das schützende Kondom geht, ist ganz falsch. Die Darmwände sind nicht so sauber und gut geschützt wie die Schleimhäute der Vagina, die schließlich auf den Penis vorbereitet sind. Kleinste Risse, die man gar nicht bemerkt, reichen schon aus für die Übertragung von Geschlechtskrankheiten oder auch nur für die Verbreitung von Bakterien. Deswegen sind Kondome Pflicht!

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