Sadomasochismus - SadoMaso

Beim Sado-Maso ist Geschlechtsverkehr kein Bestandteil, es kann aber dazu kommen. In erster Linie geht es um das Erleben von Demütigung, Macht oder Schmerz, je nachdem, ob man die Sexualpraktik aktiv oder passiv erlebt. Sado-Maso ist ein stark ritualisiertes Sex-Spiel.

Sexy Frau mit PeitscheIn erster Linie geht es bei Sadomasochismus um das Erleben von Demütigung, Macht oder Schmerz (Foto by: sakkmesterke / Depositphotos)

Sadomasochismus – Sado-Maso

Bei sadomasochistischen Sexualpraktiken kommt es zu einem charakteristischen Spiel zwischen dem einen Partner, dem „Top“, und dem zweiten, dem „Bottom“. Während der sogenannten Session, ist die Rollenaufteilung genau abgesprochen, dass bedeutet, einer übt Macht aus, der andere erduldet die Machtausübung.

Die Rollen im Spiel werden konsequent eingehalten, jedoch gibt es einen Code, der vereinbart wird, wie stop oder mayday, damit es zur Unterbrechung des Spiels und somit zu keinen schweren Verletzungen des untergebenen Partners kommt. Das Sado-Maso-Spiel wird bei rufen des Codewortes sofort unterbrochen.

Eine große Rolle in der SM-Szene spielen private oder kommerzielle Domina Studios, wo verschiedene Rollen von Prostituierten angeboten werden – Herrin, Zofe, Krankenschwester, usw. Es gibt Sadomasochisten, die sowohl die Rolle des Machtausübenden, sowie die des Erduldenden spielen. In den meisten Fällen kommt es zu keiner Penetration, der Schmerz und die Demütigung allein sind Lust und Befriedigung genug.

Menschen, die Sadomasochismus als Sexualpraktik betreiben, sind in den meisten Fällen völlig unauffällig im Privatleben oder dem Beruf. Die sadistische oder masochistische Veranlagung ist Teil ihrer Persönlichkeit. Auch geht man heute nicht mehr ausschließlich von krankhafter Veranlagung aus, vielmehr wird Sado-Maso als eine von vielen Sexualpraktiken gesehen.

Praktiken

Flagellation – Auspeitschen

Das Auspeitschen bewirkt das Freisetzen von Endorphinen im Körper, die Wirkung ist ähnlich denen von Drogen. Der besondere Kick ist auch aufgrund des Angstempfindens sehr erregend. In sogenannten Flagellanten-Orden im Mittelalter wurde systematisch bis zur „religiösen“ Ekstase ausgepeitscht.

Das sogenannte Spanking umfasst alle Arten des Schlagens, also auch mit der Hand oder einem Gürtel. Anzumerken ist hier, dass Spanking von Prostituierten auch außerhalb von spezifischen Domina-Studios angeboten wird, die Nachfrage steigt.

SadomasochismusBei Sadomasochismus steht sexuelle Lust und Befriedigung Schmerz und die Demütigung im Vordergrund. (Foto by: eddiephotograph / Depositphotos)

Bondage – Fesselung

Der unterwürfige Partner wird bei Bondage durch Fesseln, Anketten oder Knebeln in eine „auswegslose“ Situation gebracht. Er ist jetzt besonders hilflos und dem Machthabenden völlig unterworfen. Dies wird für beide Partner als äußerst anregend empfunden. Oft kommt hier zusätzlich ein Fetisch zum Einsatz, das bedeutet, die Fesselung wird mit besonderen Gegenständen ausgeführt, die sexuell erregen wie Strümpfe oder Lederriemen. In SM-Studios gibt es für Bondagen oft ausgeklügelte Apparaturen, Gynäkologenstühle, Kreuze und Ähnliches.

Piercing

Im Normalfall wird ein Piercing (Durchstechen bestimmter Körperteile) zur Verschönerung, sprich Körperschmuckanbringung, gemacht. Piercings befinden sich heute nicht mehr nur am Ohrläppchen, sie können auch an Stellen wie den Brustwarzen, im Intimbereich oder den Lippen angebracht werden. In der SM-Szene haben die Piercings eine andere Funktion – es werden schwere Gegenstände wie Ketten oder Gewichte daran befestigt.

Weitere, gefährliche, Sado-Maso-Praktiken

Dazu zählen:

  • Das sogenannte Branding, dabei wird die Haut mit heißem Metall quasi tätowiert, was zur Narbenbildung führen sollte.
  • Beim Cutting wird mit Messern, Skalpellen oder Rasierklingen in die Haut geschnitten,
  • Eine besonders beliebte SM-Methode ist das Einführen der ganzen Faust in Vagina oder den Anus.
  • Auch Würgespiele zählen zu den SM-Techniken.

Alle diese Praktiken sind ob ihrer teilweisen Gefährlichkeit in der SM-Szene eher wenig verbreitet.

Fazit

Bei sadomasochistischen Spielen spielt Gewalt eine große Rolle, allerdings eine gewollte und gewünschte Gewalt. Die Spiele sind in der Mehrheit abgesprochen und befolgen bestimmte Regeln ganz genau.

Weshalb Menschen diese Art der Sexualpraktik erregend finden, ist einerlei. Solange es zu keinen gefährlichen Situationen kommt oder es gröbere Verletzungen gibt, sollte jeder tun, was ihm Spaß macht.

Weitere Informationen zu Sadomasochismus – Sado-Maso

Sado-Maso ist eine Bewegung, man kann auch Bücher darüber finden. In der sexualmedizinischen Diagnostik wird Sadomasochismus dann als Störung der Sexualpräferenz oder Verhaltensstörung gesehen, wenn der Betroffene unter seinen Neigungen leidet und „normaler“ Sex nicht mehr möglich ist. Sexualtherapeuten sind die besten Ansprechpartner, wenn man sich jemandem anvertrauen möchte. Eine Liste aller in Österreich praktizierenden Ärzte befindet sich auf unserem Gesundheitsportal.


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