Putzen: Wie viel Hygiene ist gesund?

08.10.2012 von | 0 Kommentare

Wenn der Werbung Glauben geschenkt wird, dann ist ein blitzblankes Heim Standard in hiesigen Breitengraden.

PutzenEin zuviel an Hygiene kann sogar unserer Gesundheit schaden. (Foto by: Konstantin Yuganov / Fotolia)

In den Fernsehspots sind prinzipiell nur klinisch reine Fliesen, Teppichböden ohne eine Fluse oder glänzende Küchenzeilen zu begutachten. Die Botschaft ist immer gleich: Wer nicht als Dreckspatz gelten möchte, der muss putzen. Ständig putzen. Natürlich genau mit den Putzmitteln und Desinfektionsreinigern, die in den Werbespots für die sagenhafte Sauberkeit sorgen. Wie viel Sauberkeit muss aber überhaupt sein? Wie viel Hygiene ist noch gesund?

Desinfektionsmittel für die Hygiene im Krankenhaus

Zugegeben, es existieren Bereiche, da gibt es ohne Desinfektionsmittel kein Auskommen. In Krankenhäusern beispielsweise sollen so Mikroorganismen und Keime nachhaltig eliminiert werden, damit mögliche Infektionsherde minimiert werden. Das macht Sinn, wenngleich verschiedene Krankheitserreger selbst gegenüber richtigen "Chemiekeulen" mittlerweile ein resistentes Eigenleben entwickelt haben.

Derartige Desinfektionsmittel haben laut Experten aber nichts im Haushalt verloren, sondern ihr Einsatz sollte auch auf sensible Bereiche, wie sie in einem Krankenhaus oder Hospital vorzufinden sind, begrenzt bleiben. Obwohl der dortige Einsatz auch kritisch beäugt wird. Es steht nämlich inzwischen fest, dass starke Desinfektionsmittel auf Dauer der Gesundheit einen kontraproduktiven Dienst erweist. Als Folge des angesprochenen resistenten Eigenlebens können zum Beispiel Antibiotika nicht mehr anschlagen.

Weniger Hygiene kann das Immunsystem nachhaltig stärken

Laut verschiedener Studien sollten chemische Desinfektionsmittel generell nur dort verwendet werden, wo es zu einem Aufeinandertreffen von vielen Personen kommt. Sie für den Hausgebrauch zu nutzen, hieße "mit Kanonen auf Spatzen schießen". Schließlich treten im Haushalt in der Regel weitaus harmlosere Keime auf, die mit den Erregern in einem Krankenhaus nicht vergleichbar sind. Und der Kontakt mit diesen soll langfristig eher das Immunsystem des Menschen stärken als das es ihm schadet.

In einer klinisch reinen Umgebung bleibe der Lerneffekt für das Abwehrsystem aus, da es zu keinem bzw. nur zu einem geringen Kontakt mit Bakterien kommt. So könnte der Körper schnell beispielsweise mit Hautproblemen oder einem Asthmaanfall überreagieren. Auch chlorhaltige Reinigungsmittel gelten im Gebrauch als nicht ungefährlich und sind oft Auslöser für schwer ausheilbare Hautkrankheiten. Ähnliches Leid kann durch den Einsatz von Haushalts- und Luftreinigern in Sprayform erfahren werden; Duftstoffallergien in Form von chronischem Schnupfen oder Probleme mit den Atemwegen sind möglich.

Wenn der Schmutz sichtbar ist, heißt es: Der Dreck muss weg

Die Experten sind sich einig: Essig, Schmierseife, ein Allzweckreiniger ohne chemische Keule-Funktion, ein simples Geschirrspülmittel, Waschpulver und Zitronensäure reichen aus, um einen Haushalt "gesund" sauber zu halten.

Ohne Putzen geht es nämlich auch nicht. Dabei sollte aber niemand dem Irrglauben verfallen, es müsse eine gewisse Stundenzahl am Tag für die Sauberkeit aufgebracht werden. Stattdessen sollte eher ein Gespür dafür entwickelt werden, ab welchem Verschmutzungsgrad Hand angelegt werden muss. Hygiene-Experten geben diesbezüglich den Rat, dass Schmutz bzw. Staub nicht sichtbar sein sollte. Wenn der Schmutz mit bloßem Auge erkennbar ist, sollten dringend Putzlappen und -eimer in die Hand genommen werden. Übrigens: Bei der Körperpflege verhält es sich ähnlich. Auch hier gilt, dass zu viel Hygiene der Haut langfristig eher schadet.

Das Waschen der Hände ist hiervon allerdings ausgenommen; gegen ein mehrmals tägliches Waschen ist hier nichts auszusetzen und ist sogar für die Abwehr von Erregern zwingend empfehlenswert. Zum Waschen reichen aber Wasser sowie eine Lotion mit ph-neutralen Werten.


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