Die Bedeutung ökologisch hergestellter Babykleidung

17.07.2014 von | 0 Kommentare

Das Bewusstsein für Gesundheit, Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt ist in unserer Zeit wohl so ausgeprägt wie nie zuvor. Für Erwachsene ist es mittlerweile selbstverständlich, auf ihre Gesundheit zu achten, ökologisch hergestellte Nahrungsmittel zu kaufen und beispielsweise keinen Müll in der Natur zu entsorgen.

Schadstoffe in Kleidern sind dabei ein immer größeres Thema. Insbesondere Babys sind jedoch nicht in der Lage, sich selbst zu schützen. Verantwortungsbewusste Eltern in Österreich und überall in der Welt sollten sich daher über die Risiken informieren und versuchen, ihre Sprösslinge so gut sie können zu vor diesen Gefahren zu bewahren.

Gesundheitliche Risiken

Die Haut von Babys ist besonders empfindlich. Insgesamt unterscheidet sich ihr Körperhaushalt deutlich von dem eines Erwachsenen. Ihre Haut ist dünner. Ihr Wärmehaushalt funktioniert noch nicht so gut. Daher sollte ihre Kleidung besonders atmungsaktiv sein.
Ein Anzeichen für Schadstoffe in der Kleidung ist die gerötete Haut, die auf eine allergische Reaktion hinweisen kann. Weiterhin sind die Verhaltensweisen des Kindes auf ein Kleidungsstück, wie lang anhaltendes Weinen oder ständiges Hin- und Herbewegen, mögliche Anzeichen für Schadstoffe.

Hersteller und Anbieter

Kindermodefirmen haben eigens Bio-Kollektionen entwickelt. Dort kann man Sets oder einzelne Kleidungsstücke für Babys erhalten, deren Materialien aus biologischem Anbau stammen. Auch österreichische Dienstleister erschließen diesen Markt und versuchen, nachhaltig ausgerichtete Produkte anzubieten.

Ein weiteres Beispiel ist Hessnatur, die in ihrer Kollektion „100 % biologisch fair!“ unter anderem ungebleichte und ungefärbte Textilien, sowie Bio-Wollfleece, Bio-Nicki oder Wollwalk anbieten. Ein Verzeichnis ökologisch hergestellter Kleidung und anderer Produkte aus Österreich findet sich zudem auf der Seite Biologisch.at. Dort findet man Verweise auf Unternehmen wie Kakao Kindermode, lillian, natürlich Baby oder jooloomooloo.com.

Schadstoffe und Gefahren

Einige Faktoren können dazu beitragen, dass Textilien Schadstoffe enthalten. Die Frage ist, wie hochwertig sie sind, aus welchen Materialien sie beschaffen sind und wo sie auf welche Art und Weise produziert wurden.

Viele Tests haben bewiesen, dass in Kleidung Formaldehyde, Biozide, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) und Schwermetalle enthalten sein können. Vielen Textilien werden im Laufe der Herstellung sogenannte Weichmacher zugesetzt, um ihre Elastizität und Geschmeidigkeit zu steigern. Konkret sind diese häufig in Schuhsohlen, Laufsöckchen, Regenbekleidung sowie in gummierten Aufnähern auf Bodys oder Stramplern zu finden.

Unter diesen Phtalaten ist beispielsweise das berüchtigte DEHP (Diethylhexylphtalat), welches im Verdacht steht, fruchtbarkeitsschädigend und krebserregend zu sein, jedoch immer noch nicht verboten ist. Eltern sollten darauf achten, Dispersionsfarben zu meiden. Sie werden bei der bunt eingefärbten Babykleidung manchmal verwendet, lösen jedoch oftmals allergische Reaktionen aus. Ebenfalls gefährlich sind günstige, synthetische Azofarben. Sie können Amine, Benzidin oder 2-Naphtylamin im Körper des Babys freisetzen. Dies ist äußerst gefährlich, da sie krebserregend und giftig sind.

Orientierung an Standards

Neben Erkundigungen in Fachgeschäften kann man vor dem Kauf von Babykleidung Beurteilungen in Fachmagazinen zur Information heranziehen. Ein Beispiel sind renommierte Prüfungen, die von Organisationen wie „Stiftung Warentest“ durchgeführt werden.

Darüber hinaus gibt es weitere Orientierungshilfen, die für nachhaltig hergestellte Kleidung stehen. Zu nennen ist beispielsweise der BEST-Standard. Er geht weit über die Anforderungen der EU-Gesetze hinaus. Die verwendeten Naturmaterialien, welche BEST genügen, sind komplett aus kontrolliert biologischem Anbau oder biologischer Tierhaltung.


Bekannt ist darüber hinaus der Oeko-Tex Standard. Eine nachhaltige Produktion ohne Hilfsmittel und Farbstoffe, Reinigungsstandards für Abwasser und Abluft, die Schonung von Energien sowie soziale Gerechtigkeit (keine Kinderarbeit, Sicherheitsstandards) sind nur einige Punkte, die in der gesamten Produktion beachtet werden müssen, um als Oeko-Tex zertifiziert zu werden.
Ebenfalls für die Einhaltung von Richtlinien hinsichtlich des Anbaus von Rohstoffen und deren Weiterverarbeitung steht das GOTS-Zertifikat. Die Abkürzung bedeutet Global OrganicTextile Standard und steht für eine nachhaltige Produktion in sozialer und ökologischer Hinsicht.

 


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