Kohlgemüse: Gesundes Wintergemüse

Wenn es draußen kälter wird beginnt die Kohlsaison und bei vielen Menschen steht das Wintergemüse vermehrt auf dem Speiseplan. Lange als „Arme-Leute-Essen“ verpönt wird es zunehmend von Bedeutung für eine gesunde Ernährung, denn Kohl ist sehr reich an Vitaminen und wichtigen Inhaltsstoffen.

KohlsprossenKlein, aber fein: Kohlsprossen sind reich an wichtigen Nährstoffen. (Foto by: nblxer / Depositphotos)

Was ist drin im Kohl?

Kohl wird bereits seit über 3000 Jahren angebaut und gehört aus botanischer Sicht zu den wichtigsten Kulturpflanzen. Bereits im Mittelalter galt er als Heilmittel und wurde zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, Infektionen oder Verletzungen eingesetzt. Aus dem einstigen Wildkohl haben sich durch Züchtungen im Laufe der Zeit Sorten wie Weiß-, Rot-, Spitz-, Grün-, China- oder Wirsingkohl entwickelt. Auch Brokkoli, Karfiol oder Kohlsprossen zählen dazu.

Alle Kohlsorten sind kalorienarm und reich an lebensnotwendigen Mineralstoffen und Vitaminen, dazu gehören:

Ebenfalls im Kohl enthalten sind Nitrate, die das Gemüse aus dem Boden aufnimmt. Beim Aufwärmen des Gemüses können sich daraus krebserregende Stoffe (Nitrosaminen) bilden. Um den Nitratgehalt im Kohl etwas zu senken, sollte er am besten bei niedrigen Temperaturen gelagert werden, denn das begünstigt die Umwandlung von Nitrat in Eiweiß. Kohl aus biologischem Anbau ist weniger mit Nitrat belastet.

Kohlgemüse schützt vor Krebs

Vor allem gegen Darmkrebs soll der regelmäßige Verzehr von Kohl vorbeugen. Der amerikanische Forscher Dr. G. Cheney entdeckte 1950 in dem Gemüse einen Stoff (Methylmethionin), von dem sich herausstellte, dass er den Darm vor Krankheiten schützt. In Studien wurde bewiesen, dass sich bei der therapeutischen Zufuhr von Kohl, vor allem Weißkohl in roher Form oder als Saft, Zwölffingerdarmgeschwüre zurückbildeten.

Die Wirkung gegen Krebs wird vor allem auf die 49 sekundären Pflanzenstoffe die im Kohl enthalten sind zurückgeführt. So schützt, z. B. der enthaltene Farbstoff Lycapin vor Magen- sowie Darmkrebs und Carotinoide fangen als Antioxidantien freie Radikale. Dieser Mechanismus beugt aber nicht nur Krebs vor, sondern vermindert auch das Risiko für einen Herzinfarkt, Schädigung des Erbmaterials und stärkt das Immunsystem.

Durch die im Kohl enthaltenen Glukosinonate, das sind schwefelhaltige Moleküle die zur Abwehr von Bakterien und Schimmelpilzen dienen, hat Kohl eine allgemein krebshemmende Wirkung. Diese natürlichen Giftstoffe haben zu dem ein antibiotische Wirkung und schützen vor Sodbrennen, Speiseröhren- und Gastritis (Magenschleimhautentzündung).

Cholesterinwerte senken mit Kohlgemüse

Kohl ist in der Lage, den Cholesterinwert im Blut herabzusetzen, weil er auf Grund seiner Ballaststoffe länger an den Darmwänden haftet als das bei der Zufuhr von, z. B. fleischlicher Nahrung der Fall ist. Dies hat zur Folge, dass mehr Schad- und Giftstoffe aus dem Körper aufgenommen und nach außen transportiert werden können. Zu diesen Stoffen gehört auch Gallensäure, die nun von der Leber neu produziert werden muss. Hierfür wird Cholesterin benötigt, das bezieht die Leber aus dem Blut und senkt so den Cholesterinspiegel.

Kohlgemüse, wichtig für die Knochen, das Blut und den Wasserhaushalt

Die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Eisen sind in Kohlgemüse in größeren Mengen zu finden.

Kalzium ist vor allem für die Festigkeit der Knochen wichtig und trägt zur Reizweiterleitung an Nerven sowie Muskeln bei.

Das Spurenelement Eisen ist nötig, um den Blutfarbstoff Hämoglobin bilden zu können, wogegen Kalium erforderlich ist, weil es Einfluss auf den Wasserhaushalt des Körpers hat und so indirekt an der Regulation des Blutdrucks beteiligt ist.

KohlgemüseVor allem in den Wintermonaten ist Kohlgemüse sehr beliebt. (Foto by: Anjela30 / Depositphotos)

Kohlblätter zu Schmerzlinderung

Auch äußerlich angewendet ist Kohl schon seit langem als Therapeutikum bekannt. Heute wird es in der Naturheilkunde vor allem zur Schmerzlinderung eingesetzt. Für diesen Zweck muss ein frisches Kohlblatt so lange mit einem, z. B. Nudelholz bearbeitet werden bis Saft aus den Rippen der Blätter tritt, dann wird das Blatt für ca. 20 Minuten auf die schmerzende Stelle gelegt. Früher wurden damit auch schlecht heilende Wunden verbunden oder in Form von Kohlwickeln die Symptome einer Halsentzündung abgeschwächt.

Wie bleiben die Nährstoffe am besten erhalten?

In der Regel wird Kohl gekocht oder gedünstet. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass er nicht allzu lange erhitzt wird, denn nur so bleiben ausreichend viele der zur Krebsbekämpfung wichtigen Inhaltsstoffe erhalten. Besonders Weißkohl sollte am besten roh, als Saft oder nur kurz erhitzt verzehrt werden. Gelagert wird diese Kohlart optimalerweise im Kühlschrank, wo sie sich bis zu zwei Wochen hält.

Hitzeresistent ist dagegen das in allen Kohlsorten enthaltene Vitamin C, was an speziellen Co-Enzymen liegt, die eine chemische Verbindung bewirken, welche das Vitamin konstant hält. Deshalb ist Kohlgemüse vor allem im Winter ein sehr guter Vitamin-C-Lieferant.

Tipps gegen die negativen Begleiterscheinungen von Kohlgemüse

Kohl hat leider die nicht sehr angenehme Eigenschaft, Blähungen zu verursachen. Um seine Verträglichkeit zu verbessern, sollte er mit Kümmel, Anis oder Fenchel zubereitet werden.

Genauso unbeliebt ist bei den meisten sein Geruch, der vor allem beim Kochen zum Tragen kommt. In Grenzen lässt er sich halten, wenn das Gemüse mit etwas Essig, Zitrone oder einer Walnuss gekocht wird.

Fazit

Als Fazit bleibt zu sagen, dass Kohl ein wahres Allroundtalent in Sachen Gesundheit ist. Allein 100 Gramm Weißkohl enthalten so viel Vitamin C wie ein Glas frisch gepresster Orangensaft. Deshalb ist Kohlgemüse unverzichtbar für jeden Speiseplan. Etwas Vorsicht sollten nur Menschen walten lassen, die blutverdünnende Medikamente nehmen müssen, da Kohlgemüse diese Wirkung verstärkt.


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