Keuchhusten bei Kinder

Bei Keuchhusten oder Pertussis handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege. Die Erkrankung kann mehrere Wochen andauern und ist keine reine Kinderkrankheit. Gegen Keuchhusten gibt es Schutzimpfungen, doch sind Auffrischungen notwendig, der Impfschutz hält nur etwa vier bis maximal zwölf Jahre an.

Keuchhusten bei KinderKeuchhusten ist eine ansteckende, bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege. (Foto by: StephanieFrey / Depositphotos)

Der Keuchhusten (Pertussis) ist eine durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufene akute bakterielle Infektionserkrankung der Atemwege. Die Hustenanfälle sind charakteristisch, am Gipfel der Erkrankung stakkatoartig und können bei Säuglingen gar lebensbedrohend werden.

Keuchhusten ist extrem ansteckend und wird über eine Tröpfcheninfektion übertragen.

Nicht nur Kinder sind gefährdet und können an Keuchhusten erkranken, in den letzten Jahren sind auch vermehrt Erwachsene davon betroffen. Zwar gibt es eine Schutzimpfung im Kindesalter, die auch zu 90 % genützt wird, doch die Immunität dauert nur zwischen vier und zwölf Jahren. Dann wäre eine Auffrischung notwendig. Das verabsäumen aber viele Jugendliche und Erwachsene, darum können sie sich jederzeit mit Keuchhusten infizieren.

Ursachen von Keuchhusten

Ursache für eine Keuchhusten Erkrankung ist das Bakterium Bordetella pertussis. Es breitet sich auf den Schleimhäuten der Atemwege aus. Dabei setzt es ein Gift frei – das Pertussis-Toxin (PT). Dadurch werden die Symptome der Krankheit ausgelöst. PT ist gefährlich, die Schleimhäute werden zerstört, umliegendes Gewebe stark geschädigt und die Abwehrkräfte empfindlich geschwächt.

Die mildere Form von Keuchhusten ist eine Infektion mit dem Bakterium Bordetella parapertussis. Zwar kommt es auch hier zu starken Hustenanfällen, in der Regel verläuft die Erkrankung aber milder.

Keuchhusten ist extrem ansteckend, rund achtzig Prozent aller nicht geimpften Menschen die mit dem Pertussis-Erreger in Kontakt kommen, erkranken auch. Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion, das heißt durch Niesen, Husten, Küssen und Verwenden desselben Geschirrs.  Die Inkubationszeit beträgt 7 bis 20 Tage. Ist man einmal an Keuchhusten erkrankt, bleibt man einige Jahre, jedoch nicht lebenslang immun gegen eine neuerliche Ansteckung. Eine Auffrischungsimpfung ist sinnvoll.

Symptome von Keuchhusten

Bei Keuchhusten dauert die Erkrankung über mehrere Wochen, manchmal gar Monate und wird in drei Stadien eingeteilt:

  • Das Erkältungsartige Stadium (Stadium catarrhale) In diesem Stadium befinden sich die Erkrankten etwa ein bis zwei Wochen. Die Betroffenen zeigen erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen, Niesen, leichter Temperaturanstieg, eventuelle Heiserkeit, seltener eine Bindehautentzündung und leichten Husten, der sich nach und nach zum Krampfhusten steigert.
  • Das Anfallsstadium (Stadium convulsivum): Dieses Stadium dauert etwa drei bis bis sieben Wochen an. Die Symptome zeigen sich durch stakkatoartige Hustenanfälle, einen glasigen, zähen Auswurf, der hoch gewürgte Auswurf wird erbrochen, manchmal Fieber und eine Häufung der Beschwerden in der Nacht. Besonders Kinder keuchen am Ende eines Hustenanfalls, daher der Name Keuchhusten. Zustande kommt das Keuchen durch plötzliches Einatmen gegen die geschlossenen Stimmlippen. Jugendliche und Erwachsenen zeigen oft deutlich weniger schwere Symptome als Kinder.
  • Das Erholungsstadium (Stadium decrementi): In diesem Rekonvaleszenzstadium klingen die Beschwerden langsam wieder ab. Das Erholungsstadium kann sechs bis zehn Wochen dauern. Der Verlauf der Erkrankung Keuchhusten kann sich über Monate ziehen, besonders Säuglinge sind von den schweren Symptomen betroffen und müssen ärztlich überwacht werden. Es kann zu Komplikationen kommen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Untersuchung KeuchhustenBei Keuchhusten dauert die Erkrankung über mehrere Wochen, manchmal gar Monate. (Foto by: photography33 / Depositphotos)

Die Diagnose erstellt der Arzt mittels Rachenabstrich oder durch Untersuchung des Sekretes im Nasen-Rachen-Raum. Zur Behandlung von Keuchhusten werden Antibiotika (Erythromycin, Cotrimoxazol) verschrieben und es erfolgt eine Impfung.

Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist wichtig, je früher der Erkrankte das Antibiotikum einnimmt, umso besser und schneller beginnt der Heilprozess. Allerdings können Antibiotika den Ausbruch der Krankheit nicht verhindern, nur die Ansteckungsgefahr für andere verkürzen. Säuglinge müssen oft ins Krankenhaus, da sie den Schleim noch nicht selbstständig ausspucken können und dieser daher abgesaugt werden muss. Dem Erkrankten kann zuhause gut geholfen werden, so ist eine ruhige Umgebung und viel Flüssigkeit und mehrere kleine Mahlzeiten am Tag eine große Unterstützung. Die Hustenanfälle treten hauptsächlich nachts auf, es ist für feuchte, kühle Raumluft zu sorgen. Beispielsweise kann das Aufhängen von nassen Handtüchern hilfreich sein. Kinder brauchen die Zuneigung der Eltern. Wird es bei einem Hustenanfall liebevoll in die Arme genommen, beruhigt es sich schnell wieder.

Besonders im ersten Lebensjahr eines Kindes kann es zu Komplikationen kommen. Möglich sind:

Prävention und was ich selbst tun kann

Eine Impfung gegen Keuchhusten ist sinnvoll, diese wird in vier Stufen und meist in Kombination mit Tetanus und Diphtherie Impfung verabreicht.

  • die erste Keuchhusten Impfung = empfohlen 3 mal im Alter von je zwei, drei und vier Monaten
  • die zweite Keuchhusten-Impfung = um die vollständige Immunisierung zu erreichen im Alter von elf bis vierzehn Monaten
  • die erste Keuchhusten-Auffrischung = in einem Alter zwischen dem 5. und 6. Lebensjahr
  • die zweite Keuchhusten-Auffrischung = in einem Alter zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr

Der Impfschutz hält maximal 12 Jahre an, auch Erwachsene sollten sich impfen lassen. Am besten ist es, die Keuchhusten-Impfung auch im Erwachsenenalter mit der Tetanus-Diphtherie-Auffrischung zu kombinieren.


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