Fisting: Lustspiel mit der Faust

Die Sexualpraktik Fisting (auch Fisten oder Fausten genannt) zählt zu den extremen sexuellen Spielarten. Dabei werden mehrere Finger beziehungsweise die komplette Hand oder in seltenen Fällen mehrere Hände in den Anus oder die Vagina eingeführt. Diese Lustspiel wird sowohl von hetero- als auch von homosexuellen Paaren praktiziert und kann sehr lustvoll sein.

FistingDamit Fisting zu einem schönen sexuellen Erlebnis wird, ist Behutsamkeit gefragt. (Foto by: bartekwardziak / Depositphotos)

Tipps fürs Fisting

Um diese Praktik zu genießen und um Schmerzen, Verletzungen oder Krankheiten zu vermeiden, ist eine gewisse Übung sowie absolutes Vertrauen zwischen den Partnern erforderlich.

Speziell Anfängern ist zu empfehlen sich im Vorfeld umfassend zu informieren und sich langsam sowie auch komfortabel an das individuelle Optimum heranzutasten.

Zu Beginn kann die Vagina oder der Anus mit einem oder zwei Fingern gedehnt werden. Das kann dann nach und nach gesteigert werden, indem man mehrere Finger und schließlich sogar die ganze Hand einführt.

Regelmäßiges Training erlaubt eine wesentliche Erweiterung, welche nicht allein durch Hände erreicht werden kann. Das Aufnahmevolumen kann zudem mittels Vibratoren oder Dildos in kleineren Schritten langsam gesteigert werden.

Beim eigentlichen Fisting wird die Faust vor- und zurückbewegt. Ebenso kann das Spiel zwischen einer gestreckten Hand und einer geballten Faust durchaus äußerst angenehm sein.

Bei dieser Praktik sind folgende Punkte unerlässlich:

  • eine ausführliche Kommunikation zwischen beiden Partnern
  • Einfühlungsvermögen
  • Vertrauen
  • gemeinsam vereinbarte Grenzen 
  • kurze Fingernägel
  • eine entspannende Atmosphäre
  • Geduld
  • absolute Hygiene 
  • das Verwenden von Gleitgel
  • Der Partner, welcher penetriert wird, sollte bei dieser Praktik keinerlei Schmerzen empfinden.

Fisting in der Praxis

Vaginal-Fisting

Bei der Vagina handelt es sich um einen natürlichen Geburtskanal, welcher dadurch sehr dehnbar sein kann. Dennoch ist hier Behutsamkeit gefragt, um der Partnerin beim Fisting ein angenehmes Gefühl zu vermitteln.

Grundvoraussetzung ist zudem ein zärtliches Vorspiel. Die Scheide sollte zunächst nur mittels einiger Finger penetriert werden, um abzuwägen, wie weit eine Dehnung erfolgen kann. Dabei sind unbedingt ruckartige Bewegungen zu vermeiden, da auch bei der Vagina die Schleimhäute nur bedingt belastbar sind.

Zudem sollte unbedingt auf ein Gleitmittel zurückgegriffen werden, da das Gel meistens kühlt und die Hautoberfläche der Hände somit glatter erscheint.

Anal-Fisting

Beim Anal-Fisting sind die Risiken wesentlich höher, da der Anus weniger dehnbar und enger ist als die Vagina. Hier ist ebenso sehr viel Feingefühl gefragt und die Nutzung von reichlich Gleitgel ist unerlässlich.

Ein besonderer Vorteil ist jedoch die Möglichkeit, dass beide Partner diese Praktik durchführen können.

Wenn Fisting praktiziert werden soll, ist es wichtig, die Muskeln regelmäßig zu dehnen. Mit der zunehmenden Dehnungsfähigkeit stellt sich auch beim Anal-Fisting bald ein gewisses Wohlbefinden ein. Der Muskel erkennt die Vorgehensweise, entspannt sich und verkrampft sich nicht mehr. Somit ist der hocherogene Endbereich des Darms leicht zu stimulieren, wodurch letztendlich auch ein befriedigender Orgasmus erreicht werden kann.

Doppelte Penetration

Bei dieser extremen Variante werden die Finger bzw. Hände gleichzeitig in Vagina und Anus eingeführt.

Pärchen hat Spaß an der LiebeFisting kann sehr lustvoll sein. (Foto by: luckybusiness / Depositphotos)

Komplikationen und Risiken

Ruppige oder sogar gewaltsame Fisting-Bewegungen im Analbereich können eine Analfissur (Einriss der Schleimhaut des Afters) herbeiführen. Dadurch werden Infektionen begünstigt, selbst wenn während des Aktes ein Kondom benutzt wurde.

In heftigeren Fällen kann zudem eine Perforation des Enddarms stattfinden oder sogar der Schließmuskel geschädigt werden. Hieraus kann sogar eine Darminkontinenz entstehen.

Treten während des Fistings Schmerzen auf, verkrampfen sich die Muskeln, wodurch wiederum der Anus wie auch die Vagina wesentlich "enger" werden und sich die Schmerzen erhöhen.

Deshalb ist es äußerst wichtig, behutsam an diese Sexualpraktik heranzutreten und auf den Partner Rücksicht zu nehmen.

Sollte es nach dem Fisting zu Geschlechtsverkehr kommen, sollte unbedingt ein Kondom benutzt werden. Ansonsten haben Krankheitserreger durch mögliche Schleimhaut-Verletzungen leichtes Spiel.

Fazit

Es ist erlaubt, was den Partnern gefällt und Spaß macht. Bestehen die besagten Voraussetzungen, spricht absolut nichts dagegen zu experimentieren und in passender Stimmung herauszufinden, was alles möglich ist. Wichtig ist ausreichend Zeit zu investieren, um die jeweiligen Muskeln an diese erotische Spielart heranzuführen.


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