Cranberries: gesunde Früchte mit Heilwirkung

Immer beliebter wird die kleine rote Frucht, die ursprünglich aus Amerika stammt, auch in unseren Breiten. - Und das zu Recht! Sie haben Ähnlichkeit mit den Preiselbeeren, jedoch sind die Cranberries wesentlich größer. Rohe Früchte haben einen eher sauren und gewöhnungsbedürftigen Geschmack, jedoch schmecken sie in getrockneter oder gekochter Form.

gesunde CranberriesCranberries wirken positiv bei Harnwegserkrankungen und können sogar vor Krebs schützen. (Foto by: Studio37 / Depositphotos)

Die Kraft der Cranberries hat Tradition

Cranberries gelten als stärkste Beeren der Welt. Die Indianer Nordamerikas schätzen die Kraft der großfruchtigen Moosbeere schon vor 300 Jahren, als sie mit den roten Beeren das Gift aus Pfeilwunden ziehen.
 
An die Heileffekte der Beeren glaubten bald darauf auch die Seefahrer, die der weit verbreiteten Unterversorungskrankheit Skorbut mit der Einnahme von Cranberries vorbeugten. Die schon damals vermutete Heilwirkung der Heidelbeerengattung hat sich mittlerweile wissenschaftlich bestätigt.
 
Aktuelle Studien belegen vor allem die antiinflammatorischen, also entzündungshemmenden Eigenschaften der roten Beeren. Sogar im Bezug auf Krebs liegen mittlerweile aber Forschungsergebnisse vor, die für eine vorbeugende Wirkung von Cranberries sprechen.

Cranberries enthalten Typ-A-Antioxidantien gegen Freie Radikale

Vor allem die sekundären Pflanzenstoffe und Antioxidantien in den roten Cranberries können den Körper vor verschiedenen Krankheiten schützen. So enthalten die Früchte Proanthocyanidine vom Typ A. Diese enorm wertvollen, hocheffektiven Antioxidantien kommen in den meisten anderen Früchte nicht vor. In ihnen sind oft nur weniger wirksame B-Proanthocyanidine enthalten. Man spricht im Zusammenhang mit Proanthocyanidinen des Typ A auch von bioaktiven Substanzen, die sich im Körper gegen Freie Radikale behaupten können.
 
Diese Freie Radikale schädigen die Zellen und sind bis zu einem gewissen Grad zum Beispiel an Alterungsprozessen beteiligt. Die Antioxidantien der Beeren blockieren Luftsauerstoffreaktionen und verzögern damit verderbliche Prozesse. Diese verderblichen Prozesse lassen Freie Radikale erst entstehen und sind neben der Hautalterung mit für Diabetes mellitus, rheumatische Erkrankungen und Arteriosklerose verantwortlich.

Die Flavoide in Cranberries als Krebsvorsorge

Gegen Krebs sollen Cranberries sogar noch weiter vorbeugen. So hat Dr. Furgerson in einer Studie der Universität von Western Ontario mittlerweile zum Beispiel die krebsvorbeugenden Effekte der Flavonoiden untersucht, die in den Beeren reichlich enthalten sind.
 
Seinen Studienergebnissen zufolge sollen die Flavonoide in Cranberries Krebszellen an der Verbreitung hindern. Sie fördern den Zelltod der bösartigen Zellen und hemmen die Metastasierung. Bislang sind diese Ergebnisse aber noch reine Laborergebnisse, die es zukünftig in Folgestudien zu sichern gilt.

Cranberries wirken gegen Harnwegsinfektionen

Wissenschaftlich gesichert ist bisher die entzündungshemmende Wirkung von Cranberries. Besonders die Harnwege profitieren von der regelmäßigen Einnahme. So können die Früchte Infekten der Harnwege und Nieren vorbeugen. Das gelte insbesondere für Infekte, die regelmäßig wiederkehren, wie eine Meta-Analyse der griechischen Universität der Ägäis ergibt. Krankheitserreger sollen sich durch die Einnahme der Beeren zum Beispiel nicht mehr an der Blaseninnenwand ansiedeln können. Da Cranberries außerdem die entzündlichen Prozesse im Körper blockieren, können sich Krankheitskeime nicht mehr verbreiten.
 
Wie Forscher der Universität Wisconsin herausgefunden haben, bekämpfen die enthaltenen A-Proanthocyanidine sogar die Erreger selbst. Blasenentzündungen seien oft auf Escheria coli-Bakterien zurückzuführen, die normalerweise nur im Darm ansässig sind. Gerade diese Bakterien könnten Cranberries den Forschungsergebnissen zufolge effektiv bekämpfen.
 
Das macht die roten Beeren sogar zu einem effektiveren Heilmittel als die konventionell gegen Blasenentzündung angewandte Antibiotikatherapie, die bei Nebenwirkungen wie Scheidenpilz immer wieder aufs Neue die Erreger, aber nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung bekämpft.
 
Getrocknete CranberriesCranberries sind reich an sekundären Pflanzenstoffen. (Foto by: Dionisvera / Depositphotos)

Positive Effekte von Cranberries auf das Herz-Kreislauf-System

  • Koreanische Ernährungsexperten haben in einer wissenschaftlichen Studie an Ratten herausgefunden, dass Cranberries auch gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen können. Das habe neben der antiinflammatorischen Wirkung insbesondere mit der Erhöhung von "gutem" HDL-Cholesterin zu tun, die mit dem Konsum einhergehe.
  • Da Cranberries zusätzlich die Gefäßfunktion unterstützen, den Blutdruck regulieren und den Zuckerstoffwechsel einpendeln, sinke das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko durch die regelmäßige Einnahme der Früchte immens. Unterstützt wird diese positive Wirkung durch den hohen Mineralien-, Vitamin-C und Vitamin-A-Gehalt der Früchte, der schon vor Hunderten von Jahren gegen die Seefahrerkrankheit Skorbut geholfen hatte.

Im Darm bekämpfen Cranberries den Helicobacter pylori

Neben den Nieren, der Blase und dem Herz-Kreislauf-System sollen Cranberries auch durchweg positive Effekte auf den Magen-Darm-Trakt zeigen. Wie eine chinesische Studie im Jahr 2005 belegt, lässt sich durch die Einnahme das vorwiegend für Sodbrennen und Magengeschwüre verantwortliche Darmbakterium Helicobacter pylori bekämpfen.
 
Die Studienteilnehmer hatten über 90 Tage zwei Mal am Tag jeweils 250 Milliliter Cranberrysaft getrunken und waren damit signifikant dem Helicobacter zu Leibe gerückt.

Cranberries sind die mitunter gesündesten Früchte überhaupt

Die Heilwirkungen von Cranberries erschöpfen sich mit den genannten Effekten vermutlich noch lange nicht. Aus diesem Grund untersuchen zahlreiche Studien die roten Früchte gegenwärtig noch intensiver auf Heileffekte. Bislang ist zum Beispiel nicht geklärt, ob der Saft, die Früchte als Ganzes oder auch Pulver und Extrakte die beste Wirksamkeit aufweisen. Auch diese Frage soll sich in Folgestudien in absehbarer Zeit aufklären lassen.
 
Was man heute aber schon zweifelsohne weiß: Cranberries sind ohne Frage die mit gesündesten Früchte überhaupt. Die Indianer wussten darüber schließlich schon vor 300 Jahren bescheid und die moderne Wissenschaft hat dieses uralte Wissen nur noch einmal bestätigt.

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