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- Was ist Alkoholismus
Basis für diese Sucht ist das überaus starke Verlangen nach alkoholhaltigen Getränken weit über Durst und Vernunft hinaus. - Symptome
Alkoholiker trinken meist in kurzen Abständen eine Menge Alkohol, vergeht mehr Zeit zwischen den Trinkeinheiten, kommt es zu Entzugserscheinungen. Alkoholsüchtige Menschen leiden auch häufiger an Persönlichkeitsstörungen. - Ursachen
Ein häufiger Grund ist die Flucht vor Problemen und Ängsten und Auslöser wie Gruppenzwang oder Überforderung. - Behandlung
Um vom Alkohol ab zu kommen, kann man ein Phasenmodell in der Therapie durchlaufen. Dort wird der Körper entgiftet, Entzugserscheinungen werden überwacht und schließlich wird einem beigebracht mit dem Verzicht auf Alkohl umzugehen. - Mögliche Komplikationen
Übermäßiger Alkoholkonsum vergiftet den Körper und erhöht die Chancen auf Unfälle. - Vorbeugung
Ausschlaggebend für die Vermeidung von Alkoholismus ist ein starker Wille zu den alkoholischen Getränken "Nein" zu sagen. Merkt man bereits eine bedenkliche Neigung dazu, ist es wichtig sich rechzeitig Hilfe zu suchen, oder den Lebensstil zu ändern.
Inhaltsverzeichnis
Definition und Typen
Im Allgemeinen spricht man von Alkoholkrankheit, wenn jemand ein sehr starkes Verlangen nach alkoholischen Getränken verspürt und trinkt, obwohl er aufhören sollte. Viele Patienten trinken auch heimlich und nehmen Organschäden in Kauf.
Durch das Trinkverhalten sollen Entzugssymptome gemildert werden und das Denken ist ständig auf den Alkohol zentriert, sodass das soziale Leben darunter leidet.
Der amerikanische Forscher Prof. Elvin Morton Jellinek unterscheidet fünf verschiedene Alkoholikertypen:
1. Alpha-Trinker
Dieser Typ greift zu Alkohol, um seelische Probleme leichter in den Griff zu bekommen.
2. Beta-Trinker
Auch Gelegenheitstrinker genannt, sind weder psychisch noch physisch süchtig, aber können sehr leicht zum Konsum verleitet werden.
3. Gamma-Trinker
Diese sind Suchttrinker, bei denen sich unauffällige Phasen und Trinkexzesse abwechseln.
4. Delta- oder Spiegeltrinker
Der vierte Typus sind Delta- oder Spiegeltrinker, die eine bestimmte Menge Alkohol benötigen, um sich wohl zu fühlen.
5. Epsilon-Trinker oder Quartalssäufer
Der letzte Typ sind die Epsilon-Trinker oder Quartalssäufer, die oft mehrere Monate abstinent sind, dann aber folgen wieder längere Episoden, in denen exzessiv getrunken wird.
Die 4 Phasen des Alkoholismus
Laut Jellinek besteht die Krankheit aus insgesamt vier Phasen.
Vorphase
In der Vorphase trinkt man Alkohol zur Entspannung oder bei gesellschaftlichen Anlässen, wobei sich die Alkoholtoleranz langsam erhöht und sich der Körper an den Alkohol gewöhnt.
Anfangsphase
In der so genannten Anfangsphase steigert sich das Bedürfnis zu trinken, die verstärkte Abhängigkeit wird auch dadurch sichtbar, dass die ersten Gläser besonders schnell konsumiert werden. Erste Warnsignale sind alkoholbedingte Gedächtnislücken sowie das Auftreten von Schuldgefühlen und einem schlechten Gewissen.
Kritische Phase
- In der kritischen Phase sucht der Betroffene eine Erklärung für sein Trinkverhalten, die Abhängigkeit lässt sich kaum mehr verbergen und wird auch von Familie und Freunden wahrgenommen.
- Auf Warnungen reagieren Alkoholiker jedoch sehr verärgert und häufig ziehen sie sich auch von Bekannten und Freunden zurück.
- Viele müssen bereits regelmäßig am Morgen zu Alkohol greifen, um den Tag beginnen zu können.
Chronische Phase
Nun setzt die chronische Phase ein, in der der Alkoholiker mehrere Tage pro Woche in betrunkenem Zustand verharrt und nicht in der Lage ist, sich geistig oder körperlich zu betätigen. Bei vielen treten auch erste alkoholische Psychosen sowie organische Nervenschädigungen auf.
Ursachen von Alkoholismus
Heutzutage ist Alkohol ein normaler Bestandteil der Gesellschaft. Bei kaum einem Anlass wird nicht getrunken und der Genuss von Alkohol gilt als erwachsen und lässig.
Auf der anderen Seite werden Alkoholiker aber als willensschwach und sprunghaft angesehen. Die Gründe, warum es zu einer Abhängigkeit kommen kann, sind jedoch noch nicht vollkommen geklärt.
Eine wichtige Rolle spielen aber tiefenpsychologische Faktoren (zum Beispiel Ich-Funktionsdefizite oder neurotische Störungen), körperliche Voraussetzungen sowie sozialpsychologische Umstände (Abhängigkeiten in der Familie oder im Freundeskreis).
Darüber hinaus gibt es auch einige Risikofaktoren, die für den Alkoholkonsum bedeutsam sind:
- früh erlerntes Verhalten, dass Befindlichkeitsstörungen mit Alkohol bekämpft werden
- Gruppenzwang
- Druck sich an Gruppen anzupassen
- Schwierigkeiten sich sozial zu integrieren
- Überforderung
Symptome von Alkoholismus
Der Konsum von Alkohol hat sehr unterschiedliche Auswirkungen. So zeigen viele Menschen bei einer Blutalkohol-Konzentration von rund drei Promille Symptome einer Alkoholvergiftung mit Artikulations- und Koordinationsstörungen sowie einer Beeinträchtigung der Bewusstseinslage.
Entzugserscheinungen
Wenn ein Alkoholiker die Zufuhr von Alkohol unterbricht, so treten Entzugserscheinungen auf. Dazu zählen:
- Kreislaufstörungen
- Magen-Darm-Störungen wie Durchfälle oder Brechreiz
- Schwitzen
- Schlafstörungen
- Störungen im neurologischen Bereich wie starke Nervosität, Zittern, Sprachstörungen
- Psychische Störungen wie Angstzustände, Unruhe oder Halluzinationen
Hirnleistungs- und Persönlichkeitsstörungen
Durch ständigen Alkoholkonsum treten auch Hirnleistungs- und Persönlichkeitsstörungen auf, dazu gehören Störungen der Feinmotorik, der Gedächtnisleistung sowie der Konzentrationsfähigkeit. Darüber hinaus kann es auch zu Depressionen und Phobien kommen.
Schädigung der Nervenbahnen
In weiterer Folge werden die Nervenbahnen geschädigt, wodurch bei vielen Alkoholikern Muskelkrämpfe oder Nervenschmerzen auftreten. Des Weiteren kommt es zu Erkrankungen im oberen Verdauungstrakt wie Gastritis, Entzündungen der Speiseröhre, Störungen der Leber, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sowie zu Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs.
Lebererkrankungen als Folge
Außerdem kann der ständige Konsum von Alkohol zu Fettleber oder Hepatitis führen, eine weitere Folgeerkrankung ist die Leberzirrhose, wobei die durchschnittliche Überlebenszeit von Patienten mit einer Zirrhose zwölf Jahre beträgt.
Untersuchungen und Diagnose
Die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit bezieht neben psychischen und körperlichen Symptomen auch das Lebensumfeld des Betroffenen mit ein.
Nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung erfolgt im Normalfall ein Anamnesegespräch, außerdem geben spezielle Fragebögen Aufschluss darüber, wie viel Alkohol konsumiert wird.
Außerdem sind folgende Kriterien für einen schädlichen Gebrauch von Alkohol kennzeichnend:
- Nachweis, dass der Alkohol für die psychischen und körperlichen Probleme des Betroffenen verantwortlich ist
- Ein Bestehen des Gebrauchs seit zumindest einem Monat
- Ausschluss einer anderen psychischen Erkrankung
Behandlung, Therapie und mögliche Komplikationen
Die Therapie Alkoholkranker muss individuell erfolgen, wobei den Rahmen dafür das so genannte Phasenmodell bildet.
Kontaktphase
In der Kontaktphase sucht der Patient eine Beratungsstelle oder einen Arzt auf. Dabei wird der psychosoziale Hintergrund des Betroffenen erhoben, sodass ein individuelles Therapieangebot gestaltet werden kann. Außerdem ist abzuklären, ob die Behandlung ambulant oder stationär erfolgen soll.
Entgiftungsphase
In der darauffolgenden Entgiftungsphase wird unter ärztlicher Kontrolle eine körperliche Entgiftungsphase durchgeführt, die meist zehn Tage dauert.
Entwöhnungsphase
Die dritte Phase ist die so genannte Entwöhnungsphase, die medikamentöse Maßnahmen, eine Psychotherapie, eine Beschäftigungstherapie sowie soziale Betreuung umfasst.
Rehabilitationsphase
Danach folgt die Rehabilitationsphase, die etwa acht Wochen in Anspruch nimmt und das Ziel hat, eine gewisse Stabilität beim Patienten zu erreichen. Außerdem müssen sich Entwöhnte bewusst werden, dass oft ein lebenslanges Engagement notwendig ist, um den Alkoholmissbrauch bewältigen zu können.
Voraussetzung für eine Therapie ist der unbedingte Wunsch, den Alkoholkonsum zu stoppen. Denn nur bei ausreichender Motivation und Unterstützung seitens der Familie kann eine Therapie helfen.
Prävention und was ich selbst tun kann
Ein Ansatz der Prävention sollte dahin gehen, einen gemäßigten Umgang mit Alkohol zu erlangen. Dabei muss eine Prävention auf mehreren Ebenen und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.
Präventivprogramme umfassen meist folgende Punkte:
- Änderungen von Trinkgewohnheiten
- Anheben des Images von alkoholfreien Getränken
- Vernünftigen Umgang mit Alkohol bewusst machen
- vermehrte Informationen über mögliche Alkoholgefahren
- Edukative Maßnahmen (Umgang mit Stress lernen, Unterstützung des Erziehungsverhaltens)
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