Genau genommen ist Futsal keine Trendsportart, sondern eine Variante des herkömmlichen Fußballs, nur in geschlossenen Räumen. Zwar hat Futsal in Europa noch nicht die breiten Massen erreicht, aber die Sportart erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit auch unter Fußballanhängern.
Futsal - Fußball man ganz anders
Die Geschichte des Futsals beginnt in Südamerika. 1930 machte sich ein Sportlehrer darüber Gedanken, wie er mit seinen Schülern den Sportunterricht attraktiv gestalten könnte. Fußball wurde zwar gerne gespielt, aber das war nur an schönen Tagen möglich und so erfand der Sportlehrer eine Art Fußball in der Halle und nannte das Ganze „Futbol sala", was übersetzt so viel wie Hallenfußball bedeutet. Daraus wurde schließlich Futsal und die neue Sportart, die eigentlich dazu gedacht war, Kindern die Freude am Sport zu vermitteln, fand bald auch das Interesse der Erwachsenen. Zwölf Jahre nach der Erfindung des Futsals, gab es im brasilianischen São Paulo bereits so viele Vereine, dass eine Liga ins Leben gerufen wurde. 1989 erkannte der Weltfußballverband FIFA Futsal an und im gleichen Jahr wurde in den Niederlanden schon die erste Weltmeisterschaft ausgetragen, die Brasilien für sich entscheiden konnte. Besonders in Süd- und Osteuropa, Südamerika und Asien ist Futsal sehr beliebt. In anderen europäischen Ländern finden sich aber mittlerweile auch immer mehr Fans.
Was macht Futsal so besonders?
Wer sich die Regeln für Futsal einmal genauer durchliest, der wird schnell feststellen, dass Futsal eine bunte Mischung aus Fußball, Eishockey und Hallenhandball ist. Mit dem Hallenfußball, wie er in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Winter gespielt wird, hat Futsal streng genommen nichts mehr zu tun. Beim Futsal gibt es zum Beispiel keine Begrenzung des Spielfelds und der Ball ist kleiner, leichter und hat deutlich weniger Druck, als der Ball beim normalen Fußballspiel. Pro Mannschaft spielen fünf Feldspieler und ein Mann steht im Tor, das die Größe eines Handballtors hat. Gespielt wird zweimal 20 Minuten und in jeder Halbzeit darf sich jede Mannschaft eine Minute Auszeit nehmen. Gewechselt werden kann beim Futsal ohne Limit und fliegend. Bekommt ein Spieler die rote Karte und muss vom Feld, dann kann er nach zwei Minuten durch einen anderen Spieler ersetzt werden. Fliegt der Torwart raus, dann kann sich ein Feldspieler ins Tor stellen. Fouls werden wie beim normalen Fußball auch, mit Frei- und Strafstößen geahndet. Es gibt allerdings keinen elf, sondern nur einen sechs Meter Strafstoß. Gespielt wird nicht mit herkömmlichen
Fußballschuhe, sondern mit speziellen Noppen oder Hallen-schuhe. Bestimmte
PUMA Schuhe oder Schuhe von anderen großen Sportartikelherstllern erfüllen die Voraussetzungen. Mit etwas Glück findet man günstige Angebote für Futsal-Schuhe auch im Internet.
Keine Körperkontakte
Futsal gilt als so genannter „körperloser" Sport, das heißt, die Spieler berühren sich während des Spiels kaum oder gar nicht. Das heißt allerdings nicht, dass es keine Fouls gibt, aber bedingt durch den relativ engen Raum des Spielfelds in einer Halle, sind Fouls, wie sie beim herkömmlichen Fußball vorkommen, nicht machbar. Das Sperren ohne Ball ist beim Futsal so gut wie unmöglich und auch die berühmte „Schwalbe", das Vortäuschen eines Fouls, gibt es beim Futsal nicht. Aber ganz ohne Haken und Ösen wird auch dieses Spiel nicht gespielt. Den Gegner am Ärmel festhalten oder auch der Versuch, ihn am Torschuss auf eine andere Art und Weise zu hindern, wird bestraft. Aber gegenüber einem Fußballspiel auf dem Rasen, geht es beim Futsal eher manierlich und fair zu. Das ist eigentlich kein Wunder, denn schließlich wurde Futsal ursprünglich für Kinder entwickelt, denen man die Freude am Sport und das Fair Play vermitteln wollte.