Seit Ihrem positiven Schwangerschaftstest sind Sie der glücklichste Mensch der Welt - eigentlich. Wäre da nicht die stets präsente Angst vor einer Fehlgeburt, die Sie an manchen Abenden nicht einschlafen lässt und Ihre Gedanken quält.
Das Risiko für eine Fehlgeburt

In den ersten Wochen der Schwangerschaft ist das Risiko für eine Fehlgeburt besonders groß. Bis zur zwanzigsten Schwangerschaftswoche liegt es bei ungefähr 10 bis 20 Prozent, wobei die meisten Fehlgeburten in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft passieren. Nach Vollendung der zwölften Schwangerschaftswoche sinkt das Fehlgeburtsrisiko stark ab und Sie können nun davon ausgehen, dass Ihre Schwangerschaft intakt ist.
Mediziner gehen davon aus, dass viele Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden, was jedoch von den Frauen nicht bemerkt wird, sondern als verspätete Menstruation wahrgenommen wird.
Risikofaktoren für eine Fehlgeburt
Es gibt eine Vielzahl von Gründen, weshalb manche Frauen eine Fehlgeburt erleiden müssen. In einigen Fällen, wie beispielsweise einem Hormonmangel oder einer rechtzeitig erkannten Infektion, kann Ihr Frauenarzt mit Hilfe von Medikamenten eine drohende Fehlgeburt abwenden. Liegen die Ursachen der Fehlgeburt an einer Erkrankung oder Missbildung des Fetus oder Embryos, so lässt sich die Fehlgeburt leider meist nicht aufhalten. Als Beispiele seien Chromosomenanomalien oder Behinderungen genannt. Doch auch eine Gebärmutterhalsschwäche der Mutter, Myome in der Gebärmutter oder vorzeitige Wehen können Ursachen für eine Fehlgeburt sein. Sprechen Sie Ihre Ängste Ihrem Frauenarzt gegenüber an, denn nur er kann Sie individuell beraten und Ihnen Auskunft geben.
Wie beginnt eine Fehlgeburt?
Wenn Sie im Verlauf der Schwangerschaft Blutungen oder starke Unterleibskrämpfe bekommen, sollten Sie sofort Ihren Frauenarzt oder das nächste Krankenhaus aufsuchen. Es ist wichtig, dass Ihre Beschwerden dort von einem Arzt abgeklärt werden, denn gegebenenfalls kann dieser durch eine rechtzeitige medikamentöse Intervention die Fehlgeburt aufhalten. Um das Risiko einer Fehlgeburt zu minimieren, ist es empfehlenswert, in der Schwangerschaft auf sehr anstrengende Sportarten und auf schwere körperliche Belastungen zu verzichten. Zudem sollten Sie auf ausreichende Ruhephasen achten und Ihren Körper genau beobachten lernen.
Trauer bei den Eltern
Leider kommt es in einigen Fällen zu der furchtbaren Situation, dass die werdenden Eltern Ihr so sehr ersehntes Baby zu den Sternen gehen lassen müssen. Diese Stunden zählen wohl zu den schwierigsten im Leben der Eltern, weshalb eine gute Begleitung durch einen kompetenten und einfühlsamen Arzt besonders wichtig ist. Je nachdem, in welcher Woche der Schwangerschaft es zur Fehlgeburt kommt, bekommen Sie eine sehr starke menstruationsähnliche Blutung oder müssen im Krankenhaus ausgeschabt werden. Dadurch stellt der Arzt sicher, dass keine Reste in Ihrer Gebärmutter verbleiben. Nehmen Sie sich nach einer erlittenen Fehlgeburt ausreichend Zeit zu trauern und sich von Ihrem Baby zu verabschieden.