Bei der Knaus Ogino Methode handelt es sich um eine der ältesten Form der Verhütung zur natürlichen Familienplanung. Sicher ist sie nicht unbedingt, der Pearl Index liegt zwischen 15 und 38. Zu den ebenso unsicheren Verhütungsmethoden zählt die Koitus interruptus Methode - das bedeutet, der Penis wird kurz vor dem Orgasmus aus der Scheide gezogen.
Die Knaus Ogino Methode oder auch Kalendermethode genannt
Benannt die Methode nach den Ärzten Hermann Knaus (Österreicher) und Kjasaku Ogino (Japaner). Die Knaus Ogino Verhütungsmethode wurde 1928 erstmalig vorgestellt. Es wird die Länge des weiblichen Zyklus erfasst und daraus der voraussichtliche Tag des
Eisprungs errechnet. Danach wird allgemein angenommen, dass die Lebensdauer der Spermien 3 Tage beträgt, die Befruchtungsdauer der Eizelle zwischen 6 und 12 Stunden.
Der weibliche Zyklus beginnt mit der Regelblutung, nach Knaus liegt der erste fruchtbare Tag berechnet nach dem kürzesten Zyklus bei 17 Tagen, der letzte fruchtbare Tag nach dem längsten Zyklus nach 13 Tagen. Oginos Berechnungen weichen ein wenig ab. Es wird quasi vom letzten Zyklus ausgegangen, der sich aber natürlich aktuell durch Ortsveränderungen, Erkrankungen oder Stress jederzeit verändern kann. Außerdem wird nach dieser Methode keinerlei Basaltemperatur gemessen oder die Beschaffenheit des Muttermundschleims beobachtet, was ein Hinweis auf die Fruchtbarkeit im aktuellen Zyklus ist.
Zur Empfängnisverhütung ist die Kalendermethode mehr als unzuverlässig - besteht jedoch umgekehrt ein Kinderwunsch, kann die Methode zur Eingrenzung der fruchtbaren Tage verwendet werden. Behilft man sich an den errechneten fruchtbaren Tagen zusätzlicher Verhütungsmethoden wie einem Diaphragma oder
Kondom, kann die Methode mit relativer Sicherheit angewendet werden.
Ein wenig Historie:
Wegen ihrer hohen Unsicherheit puncto Schwangerschaftsverhütung erhielt die Knaus Ogino Methode den Namen „Katholiken-Roulette“ oder „Römisches Roulette“. Papst Pius XII bezeichnete die Methode 1951 als tolerabel, da sie nicht in den natürlichen Ablauf eingreife.
Die Koitus interruptus Methode
Die Bezeichnung Coitus interruptus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „unterbrochener Geschlechtsverkehr“. Das heißt, der Mann zieht seinen Penis kurz vor dem Samenerguss, also kurz vor dem
Orgasmus, aus der Scheide der Partnerin. Die Ejakulation findet ergo außerhalb der Scheide statt. Die Sicherheit dieser Verhütungsmethode ist mehr als unsicher und wird laut Pearl Index zwischen 4 und 18 eingestuft. Doch verschiedene Studien belegen unterschiedliche Zahlen – so wird von bis zu 40 von 100 Frauen gesprochen, die trotzdem schwanger werden. Doch trotz aller Unverlässlichkeit – eine Menge Pärchen wendet die Methode an.
Die Gründe für die Unsicherheit der Koitus interruptus Methode:
- Leidenschaft und Lust kann man nicht willkürlich beherrschen, so kann Frau den Mann nicht „gehen lassen“ oder der Mann es einfach trotz bester Absichten nicht rechtzeitig schaffen den Penis aus der Scheide zu ziehen.
- Bereits vor dem eigentlichen Samenerguss kommen Tröpfchen unbemerkt in die Scheide, dieser Samen ist befruchtungsfähig und wird Sehnsuchts- oder Liebeströpfchen genannt.
- Kommt Samen „nur“ an die Schleimhäute der Geschlechtsorgane der Frau, reicht das um ein Ei zu befruchten (der Samen wandert). Darum dürfen keine Samen außen an die Scheide kommen, auch nicht über die Hände.
Der Vorteil der Methode – sie ist umsonst, greift nicht in den Orgasmus der Frau ein, ist überall und jederzeit anwendbar und erfordert keinerlei Vorkehrungen oder Vorkenntnisse.
Die Knaus Ogino Methode (Kalendermethode) und die die Koitus interruptus Methode – Fazit
Wegen der hoch angesetzten Unsicherheit der beiden Verhütungsmethoden sind sie, wenn man unbedingt auf eine Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt verzichten möchte, ungeeignet. Das Aufpassen wird allerdings oft praktiziert. Die Knaus Ogino Methode ist zum Eingrenzen der fruchtbaren Tage bei einem Kinderwunsch durchaus einsetzbar, ansonsten nicht zu empfehlen.