Auch wenn sich die Jugend heute puncto Verhütung aufgeklärt glaubt, ist das nicht ganz die Realität. Viele Jugendliche glauben, wenn man nur aufpasst beim Sex, kann nichts schiefgehen oder die Pille danach ist ein ganz probates Verhütungsmittel. Leider sprechen die Jugendlichen eher mit der besten Freundin/dem besten Freund über Verhütung und nicht mit den Eltern.
Aufklärung – Jugendliche aufgepasst!
Auch wenn Jugendliche noch keinen festen Partner haben – der Tag kommt! Und dann sollten sie vorbereitet sein. Verhütung ist unumgänglich, welches Mädchen will schon mit 15 Jahren Mami sein? Zwar sollte die Verhütung nicht nur Thema für Mädchen sein, aber sie sind es ja, die die Folgen von ungeschütztem Sex zu tragen haben.
Darum gilt: Die männlichen Spermien sind hartnäckig, sie können bis zu 5 Tage im weiblichen Körper überleben und auch noch gegen die Schwerkraft schwimmen. Ungeschützter Sex ist also ein No Go, mal abgesehen von der Angst während des Akts, vor einer Schwangerschaft. Wer kann da relaxen und genießen?
Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass bei ungeschütztem Sex auch Geschlechtskrankheiten übertragen werden können. Wieso werden junge Mädchen dennoch immer wieder mal schwanger? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es gewisse Gefühlsbarrieren gibt, Jugendliche können leicht verleitet werden, unvorsichtig zu sein. Darum sollten Eltern mit ihren Kindern früh genug das Thema ansprechen und auch entsprechend handeln. Und die Jugendlichen sollten auf die Ratschläge ihrer Mütter hören und diese auch konsequent befolgen. Dann ist Sex ein schönes Erlebnis und sicher!
Verschiedene Verhütungsmethoden kurz erklärt
Vor dem Aufschlüsseln der verschiedenen Methoden sei angemerkt, dass Mädchen die Möglichkeit haben, zu speziellen Info-Sprechstunden in vielen gynäkologischen Praxen gehen können, auch ohne Untersuchung! Wobei – gegen eine gynäkologische Untersuchung spricht natürlich gar nichts. Doch ein Info-Gespräch kann schon mal viele Unsicherheiten ausräumen und den Mädchen puncto Verhütung weiterhelfen.
Das Kondom
Ein
Kondom sollte trotz möglicher Einnahme der Pille immer verwendet werden, das schützt zusätzlich vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS oder Hepatitis. Das Kondom sollte richtig gelagert und verwendet werden, platzt es mal oder kommt nach dem Verkehr Samenflüssigkeit in die Scheide, ist schnell ein Frauenarzt/Ärztin aufzusuchen.
Die Pille
Über die richtige Pille berät der Frauenarzt/Ärztin. Die Pille ist praktisch zu 100% eine sichere Verhütung vor ungewollten Schwangerschaften, es gibt spezielle Pillenarten, die für junge Mädchen gut verträglich sind.
Hormonstäbchen und Drei-Monats-Spritze
Diese Verhütungsmethoden sind speziell für Frauen gedacht, die beispielsweise in Schichtbetreiben arbeiten und die Pille nicht regelmäßig einnehmen können. Das Hormonstäbchen wird unter die Haut gepflanzt, die Drei-Monats-Spritze injiziert. Bei jungen Mädchen kommen diese Verhütungsformen sehr selten zum Einsatz.
Der Vaginalring
Der Vaginalring besteht aus Kunststoff und wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Es werden kontinuierlich Hormone abgegeben. Manche empfinden den Vaginalring als Fremdkörper in der Scheide.
Das Pflaster
Hier handelt es sich um ein empfängnisverhütendes Pflaster, das dreimal, immer für sieben Tage, dreimal im Zyklus, auf Po, Bauch, Oberarm oder Oberkörper aufgeklebt wird. Das Pflaster gibt die Hormone in die Haut ab. Wasser darf drankommen, keinesfalls aber Öle oder Cremes.
Das Diaphragma
Hierbei handelt es sich um eine mechanische Form der Verhütung, das Diaphragma, rund 6-10 cm groß und aus Gummi, muss spätestens 10 Minuten vor dem Sex eingeführt und darf erst nach rund 8 Stunden wieder entfernt werden, zusätzlich kommt ein samenabtötendes Gel drauf. Das Diaphragma ist zwar sicher, es wird vom Frauenarzt/Ärztin genau erklärt und angepasst, jedoch muss das Mädchen immer genau wissen, wann es Sex haben wird.
Spirale und Hormonspirale
Die Spirale besteht aus Kupfer (durch eine künstlich inszenierte Entzündung kann sich das Ei nicht einnisten), die Hormonspirale gibt kontinuierlich Gestagen ab. Beide Formen werden in die Gebärmutter eingesetzt und sind eigentlich für junge Mädchen eher ungeeignet.
Die Temperaturmethode
Jeden Morgen um die gleiche zeit wird mit einem speziellen Thermometer die Temperatur gemessen und so der
Eisprung ermittelt. Dies bedeutet Konsequenz und Selbstbeherrschung.
Der Koitus interruptus
Der Mann zieht seinen Penis vor dem
Orgasmus aus der Scheide. Nun ja, diese Methode ist als eher sehr unsicher einzustufen, denn schon vor dem Orgasmus des Mannes können Spermatröpfchen in die Scheide gelangen.
Weitere Informationen zu Aufklärung und Verhütung
Zu allen Verhütungsmethoden kann ein Frauenarzt/Ärztin ausführlich befragt werden - und das sollte auch ohne Scham gemacht werden! Eine Liste aller Gynäkologen/Gynäkologinnen in Österreich befindet sich auf diesem Portal.