Am Anfang ist man frisch verliebt und die Partnerschaft verläuft recht harmonisch. Wenn die Beziehung intakt ist, verläuft der Alltag harmonisch. Es verändert sich jedoch einiges, sobald die Frau ein Kind erwartet. Meist ist sie es, die jetzt andere Prioritäten setzt, aber auch viele Männer durchlaufen eine Wesensänderung, wenn sie zum ersten Mal Vater werden. Das Baby ist der Mittelpunkt, doch die Partnerschaft sollte nicht auf der Strecke bleiben.
Mutter- und Vaterrolle

Kündigt sich Nachwuchs an, stehen einige Anschaffungen auf dem Plan, die zum Teil sehr finanzintensiv sind. Die Schwangerschaft und die erste Zeit mit dem Nachwuchs beschert aber noch weitere tiefgreifende Veränderungen. So wird das Baby nachts gestillt, weint, ist krank oder bekommt Zähne. Die Frau ist dadurch stark gefordert.
Einfühlsame Männer unterstützen ihre Partnerin in dieser Situation so gut es geht. Sie übernehmen das Windeln wechseln oder Herumtragen des Nachwuchses bei Dreimonatskoliken, messen Fieber und bieten moralischen Beistand.
Unzufriedene Partner
Nichts desto trotz, die Frau geht oft in ihrer Mutterrolle sehr stark auf und vernachlässigt dadurch – oft unbewusst – den Partner. Dieser reagiert möglicherweise nach einer Weile gereizt oder mindestens unzufrieden. Hinzu kommt, dass sich ein Paar bestimmte Freiheiten nicht mehr gönnt, sobald Nachwuchs da ist.
Man kann abends oder nachts nicht mehr einfach tanzen gehen oder feiern, denn das Baby braucht ja volle Aufmerksamkeit. Kleinkinder haben häufig Angst im Dunkeln und auf gar keinen Fall wollen verantwortungsbewusste Eltern ihr Kind allein lassen.
Wenn man hier keine Großeltern, Freunde oder Nachbarn hat, die einspringen können, reduziert sich alles auf die Mutter- und Vaterrolle, bei dem keiner der Beteiligten zufrieden ist. Die Partnerschaft bleibt auf der Strecke.
Babysitter
Was kann man nun tun, damit aus der verliebten Zweisamkeit keine verzichtsreiche Dreisamkeit wird? Zunächst sollte man so viel wie möglich gemeinsam unternehmen. Kinder aller Altersgruppen genießen es, mit beiden Eltern unterwegs zu sein, zu spielen und zu toben. Und auch den Eltern tut dies gut. Dennoch ist es wichtig, sich auch einmal einen kinderfreien Nachmittag oder Abend zu gönnen.
Wer keine Großeltern, Freunde oder Nachbarn hat, auf die er zurückgreifen kann, sollte sich einen Babysitter engagieren. In den Tageszeitungen und im Internet finden sich zahlreiche Angebote. Am besten achtet man darauf, dass der Babysitter mit dem Nachwuchs gut umgehen kann. Dazu ist eine Eingewöhnungszeit sinnvoll, bei der die Eltern den Babysitter auch einmal beobachten, wenn dieser nicht damit rechnet.
Wenn dann ein Vertrauensverhältnis vorhanden ist, kann man auch getrost einmal wieder als Paar etwas zusammen unternehmen. Wird das Kind beaufsichtigt, so kann man ein- oder mehrmals pro Woche tagsüber einen Spaziergang nur zu zweit planen. Bei größeren Kindern bietet es sich auch an, dass diese mal bei Freunden oder Großeltern oder anderen Verwandten übernachten oder übers Wochenende bleiben, damit die Eltern wieder etwas mehr Zeit für sich haben.
Partnerschaft pflegen trotz Nachwuchs
Viele Eltern haben Hemmungen, ihre Partnerschaft intensiver zu pflegen, wenn der Nachwuchs jeden Moment in ein trautes Zusammensein platzen könnte. Auch für diese Zeit empfiehlt es sich, die Verantwortung für den Nachwuchs einmal für kurze Zeit abzugeben. Deshalb zählt man noch lange nicht zu den Rabeneltern. Man kann zum Beispiel für mehrere Stunden ein Hotelzimmer buchen und sich der Zärtlichkeit widmen, für die im Alltag mit Kind wenig Zeit bleibt.
Auch wenn Vater oder Mutter an einem Nachmittag oder Abend allein einem Hobby nachgehen, wie beispielsweise der Besuch des Fitness-Studios oder ein Bastelkurs, Sprachlehrgänge oder Skatabende, dient das der Ausgeglichenheit der betreffenden Person. Dazu muss man sich aber voll und ganz auf seinen Partner bzw. seine Partnerin verlassen können und ihm/ihr vertrauen.
Kraft für den Alltag
Eine zufriedene Mutter oder ein glücklicher Vater kommen schließlich der ganzen Familie zugute und helfen Kraft tanken für die Herausforderungen des Alltags. Auch Kinder profitieren von Eltern, die ihnen nicht ständig vorhalten, worauf sie alles wegen des Nachwuchses verzichten mussten. Von einer idealen Balance zwischen Familie, Einsamkeit und Zweisamkeit profitieren alle Beteiligten.