Eines gleich vorweg: Den ultimativen Tipp gegen Liebeskummer gibt es nicht. Denn so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich reagieren sie auch auf eine unglückliche Liebe. Während der eine sich zurückzieht, sucht der andere Gesellschaft von Menschen, mit denen er sich gut versteht, der nächste stürzt sich gleich in eine neue Beziehung.
Nichts überstürzen
Beziehungen jedoch, die nur daraus entstehen, nach dem Scheitern einer Partnerschaft oder Ehe die Lücke wieder zu füllen und die Leere und die Trauer nicht spüren zu müssen, geht selten gut. Die meisten dieser Lückenbüßer-Beziehungen gehen über kurz oder lang in die Brüche. Besser ist es, sich der Vergangenheit zu stellen und herauszufinden, woran die letzte Beziehung gescheitert ist, um dann nach dem Durchleben der Trauerphasen gestärkt und mit neuem Wissen über sich selbst und andere eine neue Partnerschaft eingehen zu können.
Wenn eine Beziehung scheitert, entsteht erst einmal eine große Leere. Viele können sich nicht damit abfinden, dass die Beziehung in die Brüche gegangen ist, sie stehen fassungslos vor den Scherben und leugnen dennoch das Scheitern vor sich selbst. Vor allem aber leugnen sie eigene Fehler, die vielleicht dazu beigetragen haben. Irgendwann im Verlauf der Trauer schleicht sich Wut ein (Wie konnte er/sie mir das nur antun, nach allem, was ich für sie/ihn getan habe?). All diese Gefühle sollten ernst genommen und zugelassen werden, denn nur so ist das Verarbeiten überhaupt möglich. Wer die Trauer und schlechte Gefühle zulässt, kann schneller aus dem Tief herauskommen als jemand, der die Trauer und alle anderen damit verbundenen Gefühle verdrängt.
Sich selbst Gutes tun
Wichtig ist, auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen. Manche Menschen machen das Ganze lieber mit sich selber aus und spielen Situationen aus der Beziehung sowie deren Ende im Kopf immer wieder durch, lassen ihren Tränen freien Lauf und kommen irgendwann zu der Erkenntnis, dass das Ende dieser Beziehung nicht das Ende der Welt bedeutet und dass ein schönes Leben ohne den Partner trotzdem möglich ist. Andere von Liebeskummer Geplagte tauschen sich lieber mit anderen Menschen aus, um den Schmerz und die Trauer besser verarbeiten zu können und vielleicht schneller zu begreifen, warum alles so gekommen ist. Das kann der Austausch mit guten Freunden sein, aber auch der Austausch in Internetforen mit ebenfalls Betroffenen.
Wichtig ist, sich trotz allen Kummers etwas Gutes zu tun. Mit Freunden ausgehen, sich die tolle Bluse zu kaufen, mit der schon lange geliebäugelt wurde, sich beim Friseur eine neue Frisur zulegen (viele tun das, um zu signalisieren, dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt), ein heißes Bad bei der Lieblingsmusik oder mit einem schönen Buch. Sicher weiß jeder, was ihm in der jeweiligen Situation gut tut. Dem sollte man dann unbedingt nachgeben, denn mit sich selbst sorgsam umzugehen, hebt die Laune und das Selbstbewusstsein.
Kommunikation ist alles
Wer sich nicht zu Hause einigelt, sondern von sich aus den Kontakt zu anderen sucht, wird schon bald merken, dass das Leben viel zu bieten hat und dass immer noch alle Türen offen stehen. Vielleicht rücken längst vergessene Ziele und Träume jetzt, ohne Partner, wieder mehr in den Vordergrund. Hobbys, für die während der Partnerschaft keine Zeit war, gewinnen wieder mehr an Bedeutung. Eine Zeitlang Single zu sein, hat auch seine guten Seiten und irgendwann sind die meisten dann auch wieder bereit für eine neue Beziehung, in der hoffentlich alte Fehler vermieden werden.