Das Zahnen des Kleinkindes beginnt zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat. Zu Zahnungsproblemen kommt es je nach Kind mehr oder auch nur wenig. Eltern sind oft überfordert, was die Symptome des Zahnens betrifft, denn es ist schwer einzuschätzen, ab wann das natürliche Maß überschritten wird.
Was sind Zahnungsprobleme?
Grundsätzlich werden alle Beschwerden des Kleinkindes im Zusammenhang mit dem Zahnen als Zahnungsprobleme bezeichnet.
Zu Anfang kommen die unteren mittleren Schneidezähne hervor, dann die seitlichen unten, danach die oberen mittleren Schneidezähne und anschließend die oberen seitlichen.
Dann kommen die ersten Backenzähne, erst im Unterkiefer dann im Oberkiefer und danach die Eckzähne, wiederum erst unten dann oben.
Die letzten Backenzähne im Unterkiefer und danach im Oberkiefer bekommt das Kind mit rund 24 Monaten.
Das schmerzt jedes Kind, manche haben mehr Schmerzen, bei manchen Kindern verläuft das Zahnen recht milde.
Manchmal gibt es Schwierigkeiten, die doch Anlass zu einem Arztbesuch sein sollten.
- das Kind hat bereits bei der Geburt schon Zähne
- Zähne brechen bis zum 30. Tag nach der Geburt durch
- die Zahndurchbrüche verzögern sich
- die Durchbruchsreihenfolge ist verändert
Sehr selten kann es zu einer eitrigen Entzündung des Milchzahns in der Zahnfleischtasche kommen.
Was ist die Ursache für Zahnungsprobleme?
Wenn die Zähne beim Säugling durchbrechen, leidet das Kind sichtlich unter Schmerzen. Zumindest ist der Vorgang unangenehm.
Oft kommt es im Zusammenhang mit dem Zahnen zu anderen Problemen wie Durchfall oder Hautausschlägen. Die Ursachen dafür sind nicht hinreichend geklärt.
Es könnte sich um ein zufälliges Zusammenspiel zwischen Zahnen und dem Abnehmen der mütterlichen Antikörper im Kind handeln. Dadurch ist bekannterweise das Immunsystem geschwächt, es könnte zu einer sensibleren Reaktion beim Zahnen kommen.
Kommen die Zähne nicht im üblichen Zeitrahmen, ist die vermutete Ursache eine familiäre. Auch die Dauer der Schwangerschaft kann ein Verursacher sein, wenn das Kind zu früh geboren wird. Der Zahndurchbruch des Kindes verschiebt sich automatisch nach hinten, denn die Zähne sind noch nicht weit genug entwickelt.
Weshalb es zu Durchbruchszysten oder Zahndurchbruchsgeschwüren kommt, ist ebenso nicht geklärt. Manche Wissenschaftler vermuten eine allergische Reaktion hinter all den Zahnungsproblemen.
Die Symptome der Zahnungsprobleme
Leidet das Kind an
Schlafstörungen, ist es unruhig und es bildet sich vermehrt Speichel, steht das Zahnen bevor. Da das Baby nicht sagen kann, mir tut was weh, schreit es, was es auch während des Zahnens vermehrt tut.
Weitere Symptome können Durchfall, Fieber und Hautausschläge sein.
Besteht eine zeitliche Durchbruchsverzögerung, bemerken das die Eltern ganz einfach aufgrund der eben noch nicht vorhandenen Zähne.
Erscheinen bläuliche, dicke Aufwerfungen am Kiefer, handelt es sich um sogenannte Eruptionszysten. Wenn das Kind unter Entzündungen oder Geschwüren leidet, erkennt man diese an Schwellungen, Rötungen, Blutungen und eventueller Eiterabsonderung bei leichtem Druck.
Der Verlauf
Grundsätzlich kommen alle Zähne früher oder später durch das Zahnfleisch. Doch sind Zahnungsprobleme mit ersten Schmerzen des Säuglings und durchwachten Nächten der Eltern verbunden.
Wenn das Kind das dritte Lebensjahr erreicht hat, sollten alle Zähne da sein, ein Zahnarztbesuch ist jetzt anzuraten.
Die Behandlung von Zahnungsproblemen
Behandlung: gekühlter Beißring, Tinkturen, schmerzstillende Mittel, eventuell Antibiotika
Dem Kind helfen bei Zahnungsproblemen pflanzliche Tinkturen, beispielsweise mit Kamille, und ein gekühlter Beißring. Dieser verhilft dem Kind dazu den aufbauenden Kaudruck auszugleichen, gleichzeitig mindert die Kühlung die Schmerzen.
Begleiterscheinungen des Zahnens wie Durchfall oder Fieber sollten mit genügend Flüssigkeitszufuhr ausgeglichen werden, Wadenwickel oder schmerzstillende Mittel verhelfen dem Kind zu milderen Zahnungsproblemen.
Wenn die Zahnungsprobleme allerdings lange anhalten, ist ein Kinderarzt aufzusuchen. Die Eruptionszysten entleeren sich in der Regel von selbst und heilen auch schnell ab. Sehr selten müssen sie vom Zahnarzt geöffnet werden.
Treten Geschwüre oder Entzündungen auf, ist in jedem Fall ein Zahnarzt hinzu zu ziehen, möglicherweise muss ein Eiterherd geöffnet oder dem Kind Antibiotikum gegeben werden.
Bei unregelmäßigen Zahndurchbruchsreihenfolgen hilft ein Zahnarzt wenig, lediglich wenn ein Zahn locker sitzt und verschluckt werden oder die Brustwarze der Mutter verletzt werden könnte, hilft der Zahnarzt mittels Extraktion des entsprechenden Zahnes.
Kommen einige Zähne bis zum dritten Lebensjahr gar nicht durch, wird mittels Röntgenaufnahme nachgesehen, wie der tatsächliche Zustand der Zähne ist.
Omas Heil-Mittel sind eine Karotte, auf der das Baby lutschen kann oder eine Brotrinde. Vorsicht ist geboten, dass das Baby nicht aus Versehen ein Stück davon abbeißt. Hilfreich können auch homöopathische (Beispiel Osanit) oder naturheilkundliche (Beispiel Veilchenwurzel) Mittel sein. Es ist wichtig, sich vor Einsetzen der alternativen Heilmittel immer sehr gut beraten zu lassen.
Kann man Zahnungsproblemen vorbeugen?
Zahnungsproblemen kann man nicht vorbeugen, alle Kinder bekommen früher oder später ihre Zähne. Nur die Beschwerden könne gelindert werden.
Weitere Informationen
Das Zahnen ist ein völlig normaler Vorgang im Leben des Kleinkindes. Manche Kinder leiden mehr, manche haben kaum Beschwerden.
Sinnvoll ist ein sehr frühzeitiger Beginn der Mundhygiene. Am besten fängt man schon nach Durchbruch der ersten Zähne mit dem Zähneputzen an, das Kind gewöhnt sich dann auch sehr bald an dieses Ritual. Und die kleinen Milchzähne bleiben sauber und länger gesund.