Fit und Gesund - Logo
  • Gelesen: 1.839
  • Artikel speichern
  • Artikel ausdrucken

Syphilis

Bei der Syphilis (Lues) handelt es sich um eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit, die aber aufgrund der Behandlungsmöglichkeit mit Penicillin nicht mehr so bedrohlich ist. Eine Syphilis-Erkrankung verläuft in vier Stadien und wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr durch das Bakterium Treponema pallidum pallidum ausgelöst.


Was ist die Syphilis (Lues)?

Die Syphilis kam 1492 mit den Seefahrern nach Europa. Schnell breitete sich die Krankheit über ganz Europa aus und selten prägte eine Krankheit das soziale, sexuelle und religiöse Verhalten mehr als die Syphilis.

Erst mit der Entdeckung des Penicillins konnte die Syphilis geheilt werden, was bis dahin in den meisten Fällen unmöglich war.

Lues kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „ansteckende Krankheit“. Die Syphilis ist weltweit verbreitet, verläuft chronisch und wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Aufgrund der Behandlungsmöglichkeiten mit Penicillin ist die Erkrankung gegenwärtig jedoch wenig bedrohlich, jedoch meldepflichtig (nicht namentlich). Seit den 1970er Jahren ist die Syphilis in den Industrienationen selten geworden.


Die Ursachen für Syphilis (Lues)

Das Bakterium Treponema pallidum pallidum aus der Gattung der Spirochaetaceae ist Auslöser der Syphilis. Nur der Mensch gilt als Wirt dieses Bakteriums.

Die Übertragung erfolgt beim Geschlechtsverkehr über kleinste Verletzungen der Haut oder der Schleimhaut.

Jedoch ist auch eine Ansteckung des Ungeborenen mit Syphilis während der Schwangerschaft über die Plazenta oder während des Geburtsvorganges möglich. Man nennt dies angeborene Syphilis oder Lues connata.

Der Erreger breitet sich im Körper über die Lymphbahnen und Lymphknoten ins Blut und in weiterer Folge in die Organe aus.

Inkubationszeit: 14 – 24 Tagen oder, je nach Aufnahme der Anzahl der Erreger 9 – 90 Tage.


Die Symptome bei Syphilis (Lues)

Die Syphilis verläuft in vier Stadien:
  • Stadium I = primäre Syphilis: Bildung eines harten Knötchens am Penis, den Schamlippen, der Vagina, im Anus oder im Mund. Rasch bildet sich ein Geschwür, die lokalen Lymphknoten schwellen an. Bleibt ob der oft schwer zugänglichen Stellen unbemerkt.

  • Stadium II = sekundäre Syphilis: Haut- und Schleimhautveränderungen zeigen sich, die Erreger breiten sich über die Lymphbahnen und Blut im ganzen Körper aus, Allgemeinsymptome wie Fieber, Appetitlosigkeit, Rachen- und Kehlkopfentzündung, Gewichtsverlust oder Gelenkschmerzen, Sehverschlechterung, eventuell Nieren-, Leber- oder Knochenentzündungen machen sich bemerkbar.

  • Stadium III = tertiäre Syphilis oder Spätsyphilis: Es kommt zu zahlreichen Symptomen, die Erreger befallen in diesem Stadium Organe , zerstören Muskeln und Haut, Knochen oder das Herz-Kreislauf-System können betroffen sein. Psychische und neurologische Ausfälle können vorkommen. Dieses Stadium wird unterteilt in: kardiovaskuläre, gummatöse (gummiartige Geschwülste) und Skelett-Syphilis.

  • Stadium VI = quartäre Syphilis oder Neurohsyphilis: Anfangs kommt es zu Sehstörungen, doch nach etwa 20 Jahren chronischer Erkrankung kommt es zur Zerstörung der Hirnsubstanz. Das Endstadium wird nach rund 30 Jahren Erkrankung erreicht und geht mit der Zerstörung der Nervenscheiden einher. Von Gangstörungen bis zu Inkontinenz reichen die Symptome.
    Bei angeborener Syphilis kommt es in den meisten Fällen zur Totgeburt. Die Symptome von überlebenden Babys gleichen denen der Sekundärsyphilis bei Erwachsenen. Ist das Kind etwa drei Jahre alt, zeigen sich bereits die Symptome der Spätsyphilis.


Die Behandlung der Syphilis (Lues)

Behandlung: Penicillin
Da eine Resistenz des Erregers bislang nicht bekannt ist, wird eine Syphilis-Erkrankung mit dem Antibiotikum Penicillin behandelt.

Um eine erfolgreiche Therapie ermöglichen zu können, ist eine gleichmäßige und ausreichende Dosierung nötig.

Liegt die Krankheitsdauer unter einem Jahr, sollte die Penicillin-Behandlung 14 Tage andauern, bei einer Krankheitsdauer darüber oder einer bereits bestehenden Neurohsyphilis sollte die Penicillin-Behandlung 3 Wochen anhalten.

Nebenwirkungen können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sein, Bettruhe und fiebersenkende Mittel lindern diese Symptome.

Wird die Syphilis frühzeitig behandelt, ist die Prognose durchaus gut. Allerdings muss die Behandlung konsequent durchgeführt werden, denn bei einer Unterdosierung von Antibiotikum kann die Erkrankung chronisch werden.

Wird mit der Behandlung allerdings erst im Stadium IV begonnen, ist die Prognose sehr ungünstig, über 60 % der Fälle enden mit dem Tod oder einer erheblichen Invalidität und Debilität.


Kann man Syphilis (Lues) vorbeugen?

Nur durch das Verwenden von Kondomen kann Syphilis vorgebeugt werden. Eine angeborene Syphilis kann im Rahmen der Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen (Screening) diagnostiziert werden.


Weitere Informationen zur Syphilis (Lues)

Bei ersten Anzeichen einer Syphilis-Ansteckung ist der Arzt umgehend zu konsultieren, damit entsprechend mit der Therapie begonnen werden kann.

Zum Glück gibt es in unseren Breiten kaum Ansteckungen, doch ist ein vorsichtiges Verhalten bei sexuellen Kontakten die beste Vorbeugung.


» zurück zu Geschlechtskrankheiten an den Artikel-Anfang Artikel ausdrucken

ARTIKEL BEWERTEN:

Bewertung: Ø 1.8 / (5 Stimmen)

TEILEN & BOOKMARKS SETZEN

KOMMENTARE

noch kein Kommentar abgegeben.

KOMMENTAR SCHREIBEN

Schreiben Sie ein Kommentar als FitUndGesund User!
  Name
  Email-Adresse (*wird nicht veröffentlicht)
  Spam-Schutz (Summe von 4 + 9 eingeben)
LOGIN
Advertorial
  • zur Facharzt-Suche
  • zur Apotheken-Suche
  • Frühling und Pollenallergie
  • die 10 häufigsten Krankheiten
  • Halsschmerzen

aktuelle News
FitUndGesund - Newsletter


ähnliche Themen