Ein Schleudertrauma ist eine reine Weichteilverletzung die im Bereich der Halswirbelsäule durch eine akute Beugung oder Überstreckung des Kopfes, zumeist bei Unfall, entsteht. Dabei kommt es zu einer schmerzhaften Steilhaltung der Nacken- und Halsmuskulatur und zur Verspannung, in schweren Fällen können die Halswirbelbänder einreißen.
Was ist ein Schleudertrauma?
Bei einem Schleudertrauma handelt es sich um eine Weichteilverletzung der Wirbelsäule im Bereich des Halses. Die Verletzung kommt aufgrund schnell aufeinanderfolgender, entgegengesetzter Bewegungen des Kopfes zustande.
Von zumeist einfachen Zerrungen kann ein Schleudertrauma bis zu Bänder- und Bandscheibenzerreißungen führen. Eher selten kommt es zu begleitenden Nerven- und Knochenverletzungen.
Aus medizinischer Sicht sind viele Schleudertraumata harmlos, doch der Patient empfindet die Verletzung psychisch sehr dramatisch. So fühlt er Beschwerden, die oft gar keinen medizinischen Hintergrund haben. Darum muss bei der Behandlung des Schleudertraumas auch immer die psychische Komponente beachtete werden.
Die Ursachen für ein Schleudertrauma
Die häufigste Ursache für ein Schleudertrauma ist ein Autounfall. Wenn man mit dem Auto auffährt oder angefahren wird, kommt es zum nach vorne oder nach hinten Schleudern des Kopfes und der damit verbundenen gewaltsamen Überstreckung oder Beugung der Halswirbelsäule. Gleich darauf folgt ein zweites Trauma – in die entgegengesetzte Richtung.
Beim Verletzungsmechanismus des Schleudertraumas wirken verschiedene Schwer- und Biegekräfte, die zumeist kleinere, selten schwere Verletzungen hervorrufen. Die Schmerzen nach dem Trauma sind in vielen Fällen psychosomatischer Natur.
Weitere Ursachen für ein Schleudertrauma können Sportunfälle (Boxen, Ringen, Judo, etc.) oder Unfälle beim Scooter oder Achterbahnfahren sein.
Die Symptome bei einem Schleudertrauma
Die Symptome bei einem Schleudertrauma richten sich nach dem Ausmaß des Traumas und treten entweder sofort oder nach ein bis zwei Tagen auf. Anfangs zeigen sich Verzögerungen der Bewegung des Kopfes bzw. der Halswirbelsäule.
Sehr oft spüren die Betroffenen zunehmende Schmerzen, obwohl es keinen medizinischen Grund dafür gibt.
Hauptsymptome beim Schleudertrauma sind Kopf- und Nackenschmerzen sowie verspannte Muskeln im Bereich des Nackens.
Bei einem leichten Schleudertrauma vergehen diese Symptome nach wenigen Tagen, manchmal Wochen.
Weitere Symptome bei einem Schleudertrauma können sein:
- Übelkeit, Schwindel
- Depressive Stimmungen
- Störungen der Sehkraft
- Vermehrte Schweißbildung
- Zittern
- Beschwerden beim Schlucken
- Störungen beim Schlaf
- Geräusche im Ohr
Die Behandlung eines Schleudertraumas
Behandlung: Symptomatisch, manuelle Therapien, Wärmebehandlungen oder Akupunktur, Halskrause
Bei kleineren Verletzungen erfolgt die Behandlung symptomatisch. Halten die Schmerzen länger an, ist eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll.
Als manuelle Therapie eignet sich in manchen Fällen die Chiropraktik, welche gute Erfolge gegen Beschwerden wie Übelkeit oder Schwindel erzielen kann.
Sind die Verspannungen dauerhaft, wirken regelmäßige Wärmebehandlungen oder eventuell Akupunktur. Diese Maßnahmen wirken schmerzlindernd. Vorübergehend können schmerzstillende Mittel oder Muskelrelaxanzien eingenommen werden.
Wenn es sich um ernstere Verletzungen der Weichteile handelt, kann es nötig sein, eine ruhig stellende Halskrause zu tragen.
Kann man einem Schleudertrauma vorbeugen?
Unfälle können sich immer vermieden werden, im Auto sollte auf die richtige Einstellung der Nackenstützen geachtet werden.
Weitere Informationen zum Schleudertrauma
Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder Vereine für Unfallopfer helfen bei vielen, auch rechtlichen, Fragen. Interessante Informationen erhält man in der Fachliteratur zum Thema.