Scharlach wird durch Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken ausgelöst und ist eine Kinderkrankheit. Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Charakteristisch für Scharlach ist der typische rot fleckige Ausschlag und die sogenannte „Himbeerzunge“. Die Behandlung erfolgt zumeist mit dem Antibiotikum Penicillin.
Was ist Scharlach?
Bei Scharlach handelt es sich um eine Kinderkrankheit die von Bakterien des Streptokokken-Stammes ausgelöst wird. Diese Bakterien sind auch für zahlreiche andere Erkrankungen die Ursache, wie einer
Mandelentzündung oder für Halsentzündungen.
Folgeerkrankungen bei Scharlach können unter anderen rheumatisches Fieber oder eine Glomerulonephritis (Nierenköperchenentzündung) sein. Scharlach kommt weltweit vor, betroffen sind hauptsächlich Kinder im Vorschul- und Schulalter. Doch kann es auch andere Altersgruppen treffen.
Bei Säuglingen unter sechs Monaten ist ein Immunschutz gegen Scharlach von der Mutter vorhanden, sie können sich gewöhnlich nicht damit infizieren. Sehr oft tritt Scharlach in Gemeinschaftsräumen wie Kindergärten auf. Viele Kinder, die noch nicht immun gegen die Erkrankung sind treffen dort aufeinander. Zumeist bricht Scharlach in den Monaten von Oktober bis März aus.
Die Ursache von Scharlach und die Übertragung des Erregers
Inkubationszeit: 1 – 4 Tage
Verursacher von Scharlach ist eine Infektion mit A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes) aus der sogenannten Lancefield-Gruppe A. Befallen werden die Schleimhäute.
Die Übertragung findet meist durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen), ferner durch Eiter, verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel und auch durch Schmierinfektion durch kontaminiertes Besteck oder Spielzeug statt.
Wird Scharlach nicht gezielt mit Antibiotika behandelt, sind Infizierte bis zu drei Wochen ansteckend. Ansonsten lediglich ein bis zwei Tage.
Nur der Mensch gilt als Wirt für den Scharlach-Erreger. In den Wintermonaten können bei bis zu 20 % der Bevölkerung Streptokokken im Rachen nachgewiesen werden. Da es einige Untertypen der Streptokokken gibt, ist eine erneute Ansteckung auch nach der Erkrankung an Scharlach mit einem anderen Typ durchaus möglich.
Die Symptome bei Scharlach
Typische Symptome für Scharlach sind:
- hohes, plötzlich auftretendes Fieber
- Schluckbeschwerden
- Übelkeit
- Husten
- angeschwollene Halslymphknoten
In etwa am dritten Tag der Erkrankung färbt sich die Zunge rot, das nennt man auch die „Himbeerzunge“. Zugleich entwickelt sich ein feinfleckiger, dichter und sehr rauer Hautausschlag (Exanthem), vergleichbar mit Sandpapier.
Anfangs macht sich der Ausschlag am Brustkorb bemerkbar, dann zieht er sich über den ganzen Körper. Mund und Kinn sind nicht vom Ausschlag betroffen. Besonders stark entwickelt sich das Exanthem in der Leistengegend. Circa ein bis drei Wochen nach Ausbruch der Krankheit bildet sich der Ausschlag komplett zurück, die Haut beginnt sich zu schuppen.
Der Verlauf von Scharlach, Folgeprobleme
Scharlach sollte unbedingt mit Antibiotikum behandelt werden, ansonsten kann es zu Komplikationen kommen. Das von den Bakterien gebildete Gift kann zu einem sogenannten toxischen Verlauf der Krankheit führen – Durchfälle, Erbrechen, Kreislaufversagen oder eine Herzmuskelentzündung können die Folge sein.
Außerdem besteht die Gefahr einer Ausbreitung der Infektion auf den gesamten Körper über die Blutbahn. Dann spricht man von einem septischen Verlauf. Das kann zu vereiterten
Nasennebenhöhlen oder einer Gehirnhautentzündung führen.
Spätfolgen können weiters ein rheumatisches Fieber sein, dessen Antikörper sich gegen das Herzklappengewebe oder das Nierengewebe richten. Keine Gefahr besteht bei schwangeren Frauen (im Gegensatz zu Röteln oder Ringelröteln) für das ungeborene Kind, wenn sie sich mit Scharlach infizieren.
Die Behandlung von Scharlach
Behandlung: Antibiotikum (Penicillin, bei Unverträglichkeit Erythromycin, Roxithromycin, Cephalosporin), fiebersenkende Mittel
Die Therapie bei Scharlach ist die Einnahme von Antibiotikum über eine Zeitspanne von 10 Tagen. Die Behandlung richtet sich auf die Linderung der Symptome wie Fieber, Hals-, Glieder- und Kopfschmerzen sowie Husten und Übelkeit. Gleichzeitig sollten Komplikationen durch die Einnahme des Antibiotikums verhindert werden.
Allerdings werden die A-Streptokokken im Rachen durch das Antibiotikum nicht komplett abgetötet.
Ist das Kind (oder auch der Erwachsene) zwei Wochen krank, wird mittels Urinuntersuchung festgestellt, ob sich eine mögliche Nierenköperchenentzündung ausgebildet hat. Im schlimmsten Fall kann bei einer derartigen Folgeerkrankung die Funktion der Nieren ganz ausfallen.
Eltern können folgendes tun:
- hat das Kind Fieber, ist Bettruhe einzuhalten
- eine Isolation des Kindes, um andere Personen nicht anzustecken
- das Kind sollte viel trinken, dann kann sich der Schleim in der Lunge besser lösen und das Abhusten fällt leichter
- die Raumluft sollte feucht und kühl sein, es können beispielsweise feuchte Handtücher im Zimmer aufgehängt werden
- dem Kind vorlesen, es liebevoll betreuen hilft doch sehr
In jedem Fall ist bei Verdacht auf eine Scharlacherkrankung der Arzt aufzusuchen.
Kann man einer Scharlacherkrankung vorbeugen?
Es gibt keinen Impfschutz gegen Scharlach, auch ist der Erkrankte nur gegen jenen Bakterienstamm immun, der die Krankheit ausgelöst hat.
Vorbeugen können Eltern erkrankter Kinder, indem sie folgendes beachten:
- das Kind ist vor dem Kontakt mit anderen Personen fernzuhalten, um eine Ansteckung an andere zu verhindern
- solange die Symptome aufrecht sind, besteht Ansteckungsgefahr. Das Kind sollte über diesen Zeitraum unbedingt zuhause bleiben. Wenn das Kind allerdings mit Antibiotika behandelt wird, besteht schon ein bis zwei Tage nach Beginn der Einnahme keine Ansteckungsgefahr mehr
Informationen
Gute Lektüre zum Thema und zu Kinderkrankheiten im Allgemeinen findet sich im Fachhandel. Außerdem können sich Eltern in entsprechenden Foren im Internet austauschen. Wichtig ist es, zu wissen was man selbst tun kann, wenn das Kind an Scharlach erkrankt ist oder ab wann unbedingt der Arzt zu Rate gezogen werden sollte.