Ringelröteln - Erythema infectiosum |
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Die Ringelröteln (Erythema infectiosum) sind eine Viruserkrankung bei Kindern, die relativ selten vorkommt. Typische für die Erkrankung ist neben Fieber und Abgeschlagenheit der girlandenförmige Hautausschlag im Gesicht und an Händen und Füßen. Das Virus wird durch Husten oder Niesen übertragen.
Was sind Ringelröteln?
Ringelröteln (Erythema infectiosum) treten zumeist im Kindesalter auf und werden durch Viren, dem weltweit verbreiteten Parvovirus B19, ausgelöst. Charakteristisch bei Ringelröteln ist der Hautausschlag (Exanthem).
Wer einmal an Ringelröteln erkrankt ist, besitzt fortan eine lebenslange Immunität gegen eine neuerliche Ansteckung mit dem Erreger, ähnlich anderen Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln.
Ringelröteln treten vor allem bei Klein- und Schulkindern auf und sind eher harmlos. Im Abstand von etwa fünf Jahren kommt es in Deutschland zu sogenannten Kleinepidemien – in einer Gruppe treten mehrere Erkrankungsfälle gleichzeitig auf.
Was ist die Ursache für Ringelröteln, wie wird der Erreger übertragen?
Inkubationszeit: 4 – 14 Tage
Der Erreger für Ringelröteln (Erythema infectiosum) stammt aus der Gruppe der Parvoviridae und wird als humaner Parvovirus B19 bezeichnet. Übertragen wird der Erreger in der Regel durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen oder Husten, selten durch eine Bluttransfusion oder verabreichte Plasmaprodukte.
Ist man infiziert, vermehrt sich das Virus im Knochenmark, genau in den Vorläuferzellen der Erythrozyten (rote Blutkörperchen. Die Blutbildung wird dadurch gestört, das Virus nutzt zudem die Endothehlzellen (diese kleiden die Blutgefäße aus) um sich zu vermehren. Darum tritt der charakteristische Hautausschlag bei Ringelröteln auf.
Die Ansteckungsgefahr ist enorm, über die Schleimhäute der Atemwege kommen die Viren in den Körper. Bevor die Symptome bei Ringelröteln einsetzen, besteht die höchste Ansteckungsgefahr, nach Auftreten der Symptome wie dem Hautausschlag ist die Ansteckungskraft vermindert.
Die Symptome der Ringelröteln
Die Erkrankung Ringelröteln findet in zwei Stadien statt: dem Stadium der Virusvermehrung und dem Exanthemstadium. Manchmal sind die Symptome so mild oder gar nicht vorhanden, dass die Erkrankung gar nicht bemerkt wird.
Das Stadium der Virusvermehrung
Nach der Inkubationszeit (etwa 4 – 14 Tage nach der Ansteckung) kommt es zur Vermehrung des Virus im menschlichen Organismus über einen Zeitraum von rund einer Woche. Erkrankungs-Symptome sind in dieser Zeit eher selten, manchmal treten Fieber, Muskelschmerzen oder Kopfschmerzen auf.
Das Exanthemstadium
Das Exanthemstadium (Hautausschlagstadium) tritt nach dem Stadium der Virusvermehrung in Erscheinung. Für kurze Zeit, ein bis zwei Tage, erhöht sich die Temperatur des Erkrankten.
Nun bildet sich der typische Hautausschlag aus. Erst macht sich das Exanthem im Gesicht bemerkbar, Wangen und Nasenwurzel jucken und röten sich. Ausgespart von der Rötung bleiben der knorpelige Teil der Nase, das Kinn und die Lippen, wodurch die Form des Hautausschlags einem Schmetterling ähnelt und am Anfang noch mit den Masern verwechselt werden kann.
Doch bald bilden sich ringelförmige (girlandenförmige) Figuren. Einen Tag danach kommt es zur Ausbreitung des Ausschlags auf die Außenseiten der Arme und Beine und dem Gesäß. Es kann auch der Rumpf (Brust, Bauch) betroffen sein.
Der Zeitraum, wo man den Ausschlag sehen kann, erstreckt sich von einer bis auf mögliche sieben Wochen. Dabei kann sich die Ausprägung (Stärke, Ausdehnung) dauernd verändern. Ein häufiges Symptom neben dem Ausschlag sind Gelenkschmerzen.
Schwangere, infizierte Frauen leiden auch unter den oben genannten Symptomen, doch ist die Gefahr für das Ungeborene aufgrund einer Übertragungsmöglichkeit von Mutter zu Kind (etwa ein Drittel) enorm. Die blutbildenden Zellen in Leber und Knochenmark des Kindes werden befallen, eine schwere Anämie ist die Folge.
Die daraus resultierenden Komplikationen können von Wasseransammlungen im Bauchraum, bis zum Leistungsabfall des kleinen Herzens und gar zum Tod des ungeborenen Kindes führen.
Besteht Verdacht auf Ringelröteln bei einer Schwangeren, sind alle nötigen Untersuchungen durchzuführen und gegebenenfalls Therapien durchzuführen, um das Ungeborene nicht zu gefährden.
Die Behandlung bei Ringelröteln (Erythema infectiosum)
Behandlung: Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel, Antihistaminika, Mittel gegen Juckreiz, intrauterine Austauschinfusion
Da es bei Ringelröteln keine spezifischen Medikamente oder eine Impfung gibt, richtet sich die Behandlung nach den Beschwerden und deren Linderung. Dauert das Fieber oder die Gelenkschmerzen permanent an, ist Bettruhe einzuhalten. Einzelne Symptome können mit Schmerzmitteln, Antihistaminika (Antiallergiemittel) oder bestimmten Mitteln gegen den Juckreiz behandelt werden.
Wird ein ungeborenes Kind im Mutterleib infiziert, kann eine intrauterine Austauschinfusion notwendig werden. Das bedeutet, dass über eine Punktion der Nabelschnurgefäße durch den Bauch der Mutter das Blut des Babys ausgetauscht wird.
Kann es zu Folgeproblemen oder Komplikationen bei Ringelröteln kommen?
In der Regel heilen Ringelröteln ohne Komplikationen ab. Der Hautausschlag bleibt oft über Wochen bestehen, die unter Umständen schuppige Haut sollte gut gepflegt werden. Auch die Gelenkschmerzen halten oft über Monate an.
Eine überstandene Ringelrötelnerkrankung macht ein leben lang immun gegen das Virus.
Leidet ein Mensch an einer Abwehrschwäche, wie AIDS, können die Viren eine anhaltende Anämie (Blutarmut) oder auch chronische Gelenkentzündungen auslösen. Komplikationen sind eher selten. Bei Menschen, die bereits an einer Anämie leiden, könnte sich der Zustand verschlechtern.
Gefährdet sind Ungeborene, deren Mutter sich mit dem Ringelrötelnvirus angesteckt hat – sehr oft kommt es zur Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind. Die Folgen sind eine Störung der Blutbildung des Fötus, was schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann. In manchen Fällen führt die Infektion zu einer Fehl- oder Totgeburt des Babys.
Kann man Ringelröteln vorbeugen?
Es gibt keine Schutzimpfung gegen Ringelröteln. Präventiv kann man nur vorgehen, in dem man den Kontakt zu Personen, die erkrankt sind, meidet. Bestimmte Personengruppen sind allerdings gefährdet. Das sind abwehrgeschwächte Menschen oder schwangere Frauen. Eine Schwangere sollte sehr darauf achten, sich nicht zu infizieren, denn das Ungeborene ist besonders gefährdet.
Darum sollte sie sich unbedingt von erkrankten Kindern oder Erwachsenen fernhalten.
Infiziert sich eine schwangere Frau trotzdem, müssen sehr regelmäßige Untersuchungen am Fötus vorgenommen werden, um schnell reagieren zu können, sollte sich das Ungeborenen ebenso infizieren.
Informationen
Schwangere Frauen sollten sich sehr gut bei ihren gynäkologischen Untersuchungen über die Infektion mit Ringelröteln informieren. Infos zum Thema gibt es auch bei allen Kinderärzten und im Internet.