Rheumatische Erkrankungen kann man aufgrund der hohen Erkrankungsrate als Volkskrankheit bezeichnen. Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um die häufigste, entzündliche Form der Rheumaerkrankungen. Das körpereigene Immunsystem ist fehlgesteuert. Es sind mehr Frauen als Männer von einer rheumatoiden Arthritis betroffen.
Was ist eine rheumatoide Arthritis?
Die häufigste Form von entzündlichen Rheumaerkrankungen ist die rheumatoide Arthritis, kurz RA oder auch Polyarthritis genannt. Die Ursache ist ein fehlgeleitetes Immunsystem, welches die eigenen Gelenke und verschiedene, körpereigene Gewebe angreift und zerstört.
In der Hauptsache werden bei der rheumatoiden Arthritis Gelenke befallen. In selteneren Fällen werden auch innere Organe, die Haut und die Augen angegriffen.
Frauen sind wesentlich häufiger von einer rheumatoiden Arthritis betroffen als Männer. Auftreten kann die Erkrankung in jedem Lebensalter, vorwiegend sind jedoch Menschen zwischen dem 35. und 45. sowie nach dem 60. Lebensjahr davon betroffen.
Die Ursachen für eine rheumatoide Arthritis
Die genauen Ursachen für eine rheumatoide Arthritis sind bislang noch nicht ausreichend geklärt. Angenommen wird ein Autoimmunprozess, bei dem sich bestimmte Zellen des Abwehsystems (Immunsystem) gegen den eigenen Körper wenden.
Verschiedene Stoffe des Körpers beteiligen sich an der zerstörerischen Entzündungsreaktion.
Ebenso werden genetische Faktoren für die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis angenommen.
Die Symptome einer rheumatoiden Arthritis
Charakteristische Symptome bei einer rheumatoiden Arthritis sind:
- Gelenkschmerzen am Morgen und nachts
- Steife Gelenke am Morgen die länger als 15 Minuten anhalten
- Gelenke, die angeschwollen sind (Fingergrund, Fingermittelgelenke)
- Ein allgemeines Krankheitsgefühl (Erschöpfung, Müdigkeit)
Es entwickelt sich die sogenannte Polyarthritis, bei der viele kleine und große Gelenke des Körpers entzündet sind. Eine Ausnahme bildet die Wirbelsäule.
Es bilden sich im Verlauf der Erkrankung die typischen Gelenksveränderungen:
- Die Ulnardeviation (die Finger weichen in Richtung Ellenseite)
- Die Schwanenhalsdeformität (das letzte Fingerglied knickt nach unten)
- Die Knopflochdeformität (das nach oben Treten der Fingerknöchel der Fingermittelgelenke)
- Der Rheumaknoten (an den Streckseiten der Gelenke wachsen gummiartige Knoten)
Es können auch Organe bei einer rheumatoiden Erkrankung betroffen sein wie die Lunge, die Haut, das Herz, die Tränen- und Speicheldrüsen sowie die Augen.
Die Behandlung einer rheumatoiden Arthritis
Behandlung: Von Medikamenten bis zur Rehabilitation
Eine Therapie bei einer rheumatoiden Arthritis erfordert eine Zusammenarbeit von mehreren Fachärzten: Internistische Rheumathologen, Orthopäden, Krankengymnasten und Ergotherapeuten arbeiten interdisziplinär an einer Behandlung.
Therapieformen können sein:
- Medikamentöse Therapie
- Kortisonpräparate direkt in die Gelenke injiziert
- Physikalische Therapie und Krankengymnastik, sowie Ergotherapie und Rehabilitation
- Operationen wie das Entfernen der Gelenkschleimhaut oder die wiederherstellende Chirurgie (Gelenkprothesen)
Eine ursächliche Behandlung der rheumatoiden Arthritis ist gegenwärtig nicht möglich.
Gute Behandlungserfolge werden mit Basistherapeutika erzielt.
Da nicht alle Betroffenen auf Standardtherapien ansprechen, wird an neuen Therapiemöglichkeiten wie TNF-alpha-Hemmern oder B-Zell-Hemmern geforscht.
Kälte hilft: Eisbeutel oder mit Gel gefüllte Kühlbeutel lindern die Beschwerden, spezielle Fachpraxen bieten Kältebehandlungen gezielt an.
Kann man einer rheumatoiden Arthritis vorbeugen?
Grundsätzlich gibt es keine Vorbeugungsmaßnahmen gegen rheumatoide Arthritis. Doch ist regelmäßige, gelenkfreundliche Bewegung, beispielsweise Schwimmen oder Radfahren, sinnvoll.
Weitere Informationen zu rheumatoider Arthritis
Rheumatoide Arthritis ist eine häufig auftretende Rheumaerkrankung, darum haben sich auch spezielle Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen gebildet, die mit Rat und Tat weiterhelfen.
Informationen zu neuesten Medikamenten oder Therapien, auch alternative Möglichkeiten, bieten alle Fachärzte, Allgemeinmediziner und Therapeuten (Liste auf unserer Website).
Da rheumatoide Arthritis eine chronische Erkrankung ist und Betroffenen oft ein Leben lang starke Medikamente zu sich nehmen müssen, suchen sie nach Alternativen.
Vorsicht ist bei „Wundermitteln“ geboten, diese sind außer teuer meistens nicht wirksam.
Darum ist es sinnvoll, nach Möglichkeiten zwischen Schul- und Alternativmedizin zu suchen. Hier kann nur ein Arzt weiterhelfen.