Unzählige Menschen in Europa leiden unter rheumatischen Erkrankungen, kurz Rheuma. Dabei werden degenerative und entzündliche Erkrankungen von Rheuma unterschieden. Helfen kann unter anderem Physiotherapie, Ergotherapie oder Krankengymnastik. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist ein frühzeitiger Beginn.
Was ist Rheuma?
Der Begriff Rheuma umfasst eine Mehrzahl an rheumatischen Erkrankungen. Am häufigsten kommt eine rheumatoide Arthritis (Polyarthritis, kurz RA) als entzündliche Rheumaform vor.
Bei rheumatischen Erkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Gelenke und unterschiedlichen Gewebe im Körper an und zerstört diese. Seltener werden auch die inneren Organe, die Haut und die Augen befallen.
Frauen sind häufiger von entzündlichen rheumatischen Erkrankungen betroffen als Männer, die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Doch häufen sich die Fälle an Erkrankungen in einem Alter zwischen 35 und 45, sowie nach dem 60. Lebensjahr.
Die Ursachen für Rheuma
Eine genaue Klärung der Ursachen für Rheuma ist nicht gegeben. Vermutet wird ein Autoimmunprozess. Dabei richten sich die Zellen des eigenen Immunsystems gegen den Körper.
Verschiedene Stoffe, beteiligen sich an der entzündlichen Reaktion im Körper, die zerstörend wirken. Auch könnte eine genetische Veranlagung die Ursache für Rheuma sein.
Die Symptome von Rheuma, bzw. rheumatoider Arthritis
Die typischen Symptome einer rheumatoiden Arthritis sind:
- Gelenkschmerzen, die nachts und morgens auftreten
- Die Gelenke sind morgens länger als eine Viertelstunde steif
- Die Gelenke sind geschwollen, hauptsächlich in den Fingergrund- und Fingermittelgelenken
- Ein Krankheitsgefühl, Erschöpfung und Müdigkeit
Anfangs sind oft nur wenige Gelenke betroffen, doch mit der Zeit entzünden sich viele große und kleine Gelenke des Körpers. Oft sind Finger- und Handgelenke betroffen.
Ganz selten ist die Wirbelsäule von Rheuma betroffen, außer dem Kopf-Hals-Gelenk.
Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu typischen Veränderungen der Gelenke, wie einer Abweichung der Finger zur Ellenseite oder einer Verformung der Finger sowie gummiartiger Knotenbildung an den Streckseiten der Gelenke.
Nicht nur Gelenke, auch andere Organe können von Rheuma betroffen sein:
- Eine Bindegewebsvermehrung der Lunge, eine Rippenfellentzündung
- Eine Herzbeutelentzündung
- Eine Augenentzündung
- Die Bildung von Rheumaknoten (oder Kleingefäßentzündungen) an den Unterschenkeln und am Fußrücken
- Eine chronische Entzündung der Speichel- und Tränendrüsen
Die Behandlung von Rheuma
Behandlung: interdisziplinäre Therapie, operative – chirurgische Behandlung, Kältebehandlung, Hilfsmittel für den Alltag
Eine Behandlung von Rheuma oder rheumatoider Arthritis umfasst mehrere Bereiche und damit eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Rheumatologen, Ergotherapeuten, Krankengymnasten und Orthopäden.
Mehrere Behandlungsformen stehen zur Verfügung:
- Eine medikamentöse Therapie
- Das Spritzen von Kortisonmitteln in die Gelenke
- Die physikalische Therapie und Krankengymnastik
- Die Rehabilitation und Ergotherapie
- Eine operative Behandlung: Dabei wird die Gelenksschleimhaut entfernt und durch Gelenkprothesen chirurgisch ersetzt
Eine ursächliche Behandlung von Rheuma ist nicht möglich.
Folgende Schmerz- und entzündungshemmende Präparate werden angewandt:
- ASS, Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Paracetamol, Celecoxib, Ibuprofen – auch NSAR (nicht steriodale Antirheumatika) genannt
- Kortison (entzündungshemmend)
Auch wenn die Medikamente ihre Wirkung schnell entfalten, sprich der Patient hat keine Schmerzen mehr und kann sich besser bewegen, auf den Verlauf der Erkrankung wirken sie nicht.
Neue Mittel, sogenannte Basistherapeutika, setzen jedoch direkt auf den Verlauf der Krankheit an und verhindern so weitestgehend neue, entzündliche Schübe oder ein Versteifen der Gelenke. Die Wirkstoffe sind unter anderen Methotrexat, Chloroquin und Sulfasalazin. Weitere neue Präparate sind TNF-alpha-Hemmer oder B-Zell-Hemmer.
Gute Erfolge konnten auch mit einer gezielten Kältebehandlung erreicht werden. Spezialisierte Fachkliniken und Arztpraxen bieten diese Behandlungsform an.
Bewegung ist besonders wichtig, ratsam ist es, einen Bewegungstherapeuten zu befragen, welche gezielten Bewegungen (Beispiel Wassergymnastik) sinnvoll sind. Spezielle Bewegungsgruppen sind sehr zu empfehlen, da auch die Motivation in der Gruppe sehr positive Auswirkungen hat.
Viele spezielle Hilfsmittel wie Greifhilfen oder Schlüssel-Drehhilfen unterstützen die Betroffenen dabei, ihren Alltag gut zu meistern.
Der Verlauf der Erkrankung Rheuma
Selten kommen gutartige Verläufe der Erkrankung Rheuma vor, zumeist ist der Verlauf fortschreitend. In den meisten Fällen kommt es zu Gelenkszerstörungen. Durch die neuen Medikamente ist es gegenwärtig möglich, bei vielen Erkrankten die Entzündung und die Schmerzen zu kontrollieren. Doch es bleibt das Restrisiko einer Invalidität.
Bei sehr schwerer Rheumaerkrankung besteht mitunter eine verkürzte Lebenserwartung. Bislang ist keine Heilung von rheumatischen Erkrankungen möglich.
Kann man Rheuma vorbeugen?
Es gibt keine Maßnahmen zur Vorbeugung von Rheuma. Doch ist es sinnvoll, den Körper mit gelenksfreundlichen Sportarten regelmäßig zu bewegen wie Schwimmen, Radfahren oder Spazierengehen.
Weitere Informationen zum Thema Rheuma
Da es sehr viele Betroffene gibt, haben sich spezielle Verbände und Selbsthilfeorganisationen gebildet, die umfassende Hilfestellungen und Beratungen anbieten.
Vieles findet man im Internet, beispielsweise Informationen über neue Medikamente oder eine Versorgungslandkarte mit allen Beratungseinrichtungen, Therapeuten, etc.