Die reaktive Arthritis, veraltet das Reiter-Syndrom, entsteht aufgrund bestimmter bakterieller Infektionen des Darms oder selten der Harnwege und führt zu Gelenk-, Bindehaut- und Harnröhrenentzündungen. Gefährdet sind besonders junge Männer und sehr häufig Menschen, mit bestimmten genetischen Voraussetzungen. Viele Krankheitsfälle verlaufen chronisch.
Was ist das Reiter-Syndrom (Reaktive Arthritis)
Gekennzeichnet ist die reaktive Arthritis, früher das Reiter-Syndrom von drei, ungleichmäßig verteilten Entzündungen: einer Gelenkentzündung (Arthritis), einer Bindehautentzündung des Auges (Konjunktivitis) und einer Harnröhrenentzündung (Urethitis).
Die Erkrankung zählt zur Gruppe der Gelenkerkrankungen, die aufgrund äußerlicher Einflüsse entstehen – die sogenannten reaktiven Arthritiden.
Männer, insbesondere junge Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, sind wesentlich häufiger vom Reiter-Syndrom betroffen als Frauen.
Ein kleiner Prozentsatz der Betroffenen entwickelt eine reaktive Arthritis nach einer Infektion des Darms oder der Harnwege. Die genauen Ursachen sind aber nicht geklärt, lediglich ein Zusammenhang der genetischen und äußerlichen Faktoren.
Die Ursachen für das Reiter-Syndrom (Reaktive Arthritis)
Bestimmte bakterielle Infektionen gelten als Verursacher für das Reiter-Syndrom. Bei Infektionen des Darms können beispielsweise Salmonellen oder Shigellen auslösende Bakterien sein.
Für eine Infektion der Harnwege sind Bakterien wie Chlamydien (vorwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen) oder Gonokokken verantwortlich.
Die reaktive Arthritis ist eine Folgeerkrankung nach der bakteriellen Infektion, die ergo nicht selbst durch bestimmte Erreger verursacht wird – so könnte man die Erkrankung auch als allergische Reaktion bezeichnen.
Menschen, die das Histokompatibilitäts-Antigen HLA-B27 (reguliert Vorgänge der körpereigenen Immunabwehr) aufweisen. Rund 80% aller Krankheitsfälle weisen dieses Antigen auf.
Die Symptome des Reiter-Syndroms (Reaktive Arthritis)
Anfangs kommt es zu typischen Symptomen einer Darmentzündung. Zuvor leiden die Betroffenen oft eine Harnröhrenentzündung mit Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen.
Zudem tritt eine Bindehautentzündung mit brennenden Schmerzen ind en Augen und Lichtscheue auf.
Wenn die Infektion des Darms abklingt, machen sich Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Schwellungen in den großen Gelenken (Fuß- und Kniegelenken, Wirbelgelenken und der Kreuzdarmbeinfuge) bemerkbar.
Ein Reiter-Syndrom schränkt die Erkrankten gesundheitlich sehr ein.
Folgende Beschwerden können auftreten:
- Fieber
- Gewichtsverlust
- Veränderungen der Haut und Schleimhaut wie Rötungen an der Vorhaut (Penis), schuppenflechtenähnliche Veränderungen oder Verhornung an Hand- und Fußsohlen und an den Nägeln, insbesondere der Mundschleimhaut.
Die Behandlung des Reiter-Syndroms (Reaktive Arthritis)
Behandlung: Medikamente, physikalische Therapien
Die Therapie eines Reiter-Syndroms ähnelt der bei anderen entzündlichen Gelenkserkrankungen.
Es werden entzündungshemmende Medikamente wie die Acetylsalicylsäure gegen die Schmerzen und die Gelenksentzündung eingesetzt.
Kommt es zu einem besonders schweren Verlauf der Erkrankung mit der Beteiligung mehrere Gelenke und einer Bindehautentzündung, die auf die Regenbogenhaut übergeht, wird Kortison verabreicht, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Die Gelenksenkentzündungen werden zusätzlich durch physikalische Therapien behandelt wie Kälteanwendungen oder physiotherapeutische Übungen.
Bei etwa einem Drittel der Erkrankten entwickelt sich das Reiter-Syndrom zu einer chronischen Krankheit, 20% der Patienten erleiden einen Rückfall.
Die Krankheitsdauer beträgt im Schnitt 3 Jahre, selten sind Krankheitsverläufe bis 15 Jahre möglich.
Kann man dem Reiter-Syndrom (Reaktive Arthritis) vorbeugen?
Es gibt keine bekannten Vorbeugungsmaßnahmen gegen das Reiter-Syndrom. Um Darminfektionen durch Chlamydien zu vermeiden, sollten
Kondom beim Geschlechtsverkehr verwendet werden.
Weitere Informationen zum Reiter-Syndrom (Reaktive Arthritis)
Selbsthilfegruppen können bei vielen Fragen weiterhelfen. In speziellen Foren im Internet können sich Betroffene austauschen.