Allgemein spricht man von einer Pollenallergie (Heuschnupfen), wenn es sich um eine Allergie gegen Blütenstaub, den Pollen, handelt. Die Zahl der Allergiker ist sehr hoch, etwa 20% der Bevölkerung leiden jedes Jahr erneut an den Symptomen der Pollenallergie. Für die Behandlung der akuten Symptome stehen viele Medikamente zur Verfügung.
Was ist eine Pollenallergie (Heuschnupfen)?

Bei einer Pollenallergie (Heuschnupfen) handelt es sich um eine Allergie gegen den Staub der Blüten von unterschiedlichsten Pflanzen. Pollen übertragen sich durch die Luft. Kommen sie mit den Schleimhäuten der Augen oder der Nase in Berührung, wird eine allergische Reaktion des Soforttyps I ausgelöst.
Andere Bezeichnungen für den Heuschnupfen sind:
- die saisonale allergische Rhinitis
- die saisonale Rhinitis allergica
- die saisonale allergische Rhinokonjunktivitis (bei Beschwerden der Augenbindehaut)
Schon rund 20% der Erwachsenen sind von einer Pollenallergie betroffen und etwa 13% der Kinder. Die Anzahl der Allergiker ist tendenziell steigend.
Die Ursache für eine Pollenallergie (Heuschnupfen)
Auslöser für eine Pollenallergie (Heuschnupfen) ist die Oberflächenstruktur von eigentlich harmlosen Pflanzenpollen. Diese lösen eine Überreaktion des Soforttyps I aus. Beim Erstkontakt mit den Pollen werden vom Immunsystem sogenannte IgE-Antikörper ausgebildet.
Bei einem weiteren Kontakt mit den Allergenen binden sich die IgE-Antikörper an die Mastzellen der körpereigenen Abwehr und schütten darauf Histamine (Entzündungsbotenstoffe) aus.
Die Blutgefäße weiten sich aus, gleichzeitig erweitern sich die Bronchien und Teile der Atemwege. Immer mehr Abwehrzellen erreichen das Entzündungsgebiet, es bildet sich mehr Schleim, die Schleimhäute schwellen an und röten sich.
Starker Heuschnupfen kann bis zu Atemnot führen. Eine Pollenallergie kann zu verschiedenen Jahreszeiten auftreten und durch unterschiedlichste Pflanzenarten, die eben zu unterschiedlichen Zeiten blühen, ausgelöst werden.
So können Getreide, Gräser, Bäume, Sträucher oder Kräuter für eine allergische Reaktion verantwortlich sein. Weiters entwickeln sich aufgrund einer Pollenallergie (Heuschnupfen) oft auch Kreuzallergien auf bestimmte, den Pollen ähnelnde Nahrungsmittel.
Typische Symptome bei einer Pollenallergie (Heuschnupfen)
Die Symptome bei einer Pollenallergie (Heuschnupfen) treten saisonal auf und lassen nach einer längeren Regenphase oft wieder nach.
Symptome einer Pollenallergie (Heuschnupfen) sind:
- tränende, brennende und juckende Augen
- eine Bindehautentzündung der Augen, sog. Konjunktivitis
- juckende Nase, Niesattacken, Niesreiz
- eine verstopfte Nase und Fließschnupfen
- eine trockene Nasenschleimhaut
- ein Kratzen im Hals, Husten
- in der Mundschleimhaut, im Hals und Ohr juckt es stark
- der Hals schmerzt
- die Haut reagiert allergisch, es kommt unter anderem zu Rötungen und Schwellungen
- Probleme mit der Konzentration
- Störungen des gesunden Schlafes
- der Geruchs-, Geschmacks- und Hörsinn sind beeinträchtigt
- Atemnot und allergisches Asthma bronchiale (bei schweren Fällen)
Pollenallergiker haben ein mehr als dreifaches Risiko gegenüber Nichtallergikern an Asthma zu erkranken. Die Nase von Allergikern kann parallel zu den eigentlichen Symptomen auch auf nicht spezifische Reize wie Tabakrauch oder Staub mit Niesreiz reagieren.
Der Verlauf einer Pollenallergie (Heuschnupfen)
Meist beginnt eine Pollenallergie (Heuschnupfen) schon im Kindesalter und dauert ein leben lang an. Eine Hyposensibilisierung ist bei vielen Betroffenen (bis 70%) erfolgreich und lindert die Beschwerden deutlich.
Wird die Pollenallergie (Heuschnupfen) nicht behandelt, kann es sein, dass sich die Symptome von der Bindehaut der Augen und den oberen Atemwegen nach unten verlagert, also die unteren Atemwege betroffen sind und sich Asthma entwickelt. Das nennt man einen Etagenwechsel.
Außerdem sind Kreuzallergien möglich. Doch auch Besserungen der Pollenallergiesymptome kommen vor, wenn der Betroffene älter wird. Es ist notwendig, sich entsprechend behandeln zu lassen.
Die Behandlung einer Pollenallergie (Heuschnupfen)
Behandlung: Meidung der Allergene, Antihistaminika, Kortikoide, Adrenalin-Sprays
Am Besten wäre eine Vermeidung des Kontaktes mit den allergieauslösenden Pollen. Das ist nicht einfach, nicht jeder kann während der Belastungsperiode in höhere Regionen umziehen oder ans Meer verreisen.
So helfen für die akuten Symptome die typischen Medikamente wie Antihistaminika, Kortikoide oder Adrenalin-Sprays. Bei einer Rollenallergie (Heuschnupfen) wurden bislang gute Erfolge mit einer Hyposensibilisierung erzielt. Diese Therapie wird über einen Zeitraum von rund drei Jahren durchgeführt.
Eine Alternative dazu stellen eine Sublinguale Immuntherapie (SLIT) oder die sogenannte Gräsertablette dar. Bei der Sublingualen Immuntherapie bekommt der Patient die entsprechende Pollenlösung in Form von Tropfen direkt unter die Zunge verabreicht, die Gräsertablette wird in Tablettenform direkt auf der Zunge aufgelöst.
Da es noch keine aussagekräftigen Studien über den Erfolg dieser Therapien gibt, können auch keine belegten Zahlen genannt werden. Angewendet werden die neuartigen Therapien bei Patienten, die Spritzen meiden möchten.
Kann man einer Pollenallergie (Heuschnupfen) vorbeugen?
Grundsätzlich ist eine Vorbeugung einer Pollenallergie (Heuschnupfen) nicht möglich. Weiß man nach einem Allergietest Bescheid, kann man viele Maßnahmen ergreifen, um sich zu schützen. In erster Linie ist es sinnvoll, den auslösenden Pollen so gut wie möglich auszuweichen.
Informationen
Da eine Pollenallergie (Heuschnupfen) zu den häufigsten Allergieformen zählt, ist auch die Informationsflut gewaltig. Viele Internetdienste haben sich darauf spezialisiert, Pollenflugwarndienst einzurichten und über die Pollenflugzeiten oder die aktuelle, geografische Pollenbelastung in der Luft zu berichten. Auch alle Tageszeitungen bieten diese Dienste an.
Weiters bekommt man sehr gute Tipps zum Thema Verhalten bei einer Pollenallergie. Wie – zu welchen Tageszeiten die Pollenkonzentration am höchsten ist, welche Auslöser die Atemwege zusätzlich reizen können oder welche hygienischen Maßnahmen im Wohnbereich hilfreich sind und vieles mehr.
Gute Informationen und das richtige Verhalten können das Leben mit einer Pollenallergie (Heuschnupfen) sehr erleichtern.