Beim Knochenschwund oder der Osteoporose handelt es sich um eine Erkrankung des Skeletts. Die Knochenmasse nimmt ab, das Skelett verliert an Struktur und Stabilität. Das Risiko für Knochenbrüche steigt an. Eine Diagnose im Frühstadium ist schwer möglich. Vorbeugende Maßnahmen sind eine kalziumreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Was ist eine Osteoporose?
Als Osteoporose wird eine allmähliche Abnahme der Knochenmasse bezeichnet, die die natürliche, altersgemäße Abnahme, übersteigt. Das Skelett wird instabil, Schmerzen treten auf und das Risiko einen Knochenbruch zu erleiden steigt. Von einer Osteoporose kann das gesamte Skelett oder nur einzelne Knochen betroffen sein.
Unterschieden werden zwei Formen:
- Die primäre Osteoporose; sie erscheint postklimaktersich, nach den Wechseljahren, oder die Altersosteoporose (in etwa ab dem 70. Lebensjahr)
- Die sekundäre Osteoporose; sie erscheint unter anderen infolge von Shilddrüsenüberfunktionen, Diabetes mellitus oder rheumatischen Erkrankungen, bei dauernder Einnahme von Medikamenten oder auch bei übermäßigem Alkohol- oder Nikotinkonsum
Frauen sind deutlich öfter von einer Osteoporoseerkrankung betroffen als Männer. Zwischen 20 und 40% der Frauen leiden ab den
Wechseljahren an Knochenschwund.
Die Ursachen für eine Osteoporose
Als Ursache für Osteoporose gelten Störungen im Knochenstoffwechsel, die den natürlichen Knochenabbau forcieren und in etwa ab dem 40. Lebensjahr auftreten.
In etwa bis zu einem Lebensalter von 40 Jahren vermehrt sich die Knochenmasse erstens durch das Wachstum und zweitens durch eine Steigerung der Knochendichte. Dann ist die individuelle, maximale Knochenmasse eines Menschen erreicht.
Jetzt beginnt der Körper kontinuierlich mit dem Abbau, in etwa ein halbes bis ein Prozent pro Jahr verringert sich die Knochenmasse. Wenn der Aufbau der Knochenmasse in den ersten vierzig Lebensjahren vermindert ist, kann das eine Osteoporose begünstigen.
Die Ursachen für einen verminderten Knochenaufbau können sein:
- Wenig körperliche Bewegung
- Genetische Veranlagung und Faktoren
- Eingeschränkte Vitamin D und Kalzium Zufuhr
- Ein Östrogenmangel, bei jungen Frauen und Mädchen (beispielsweise bei verzögerter Pubertät)
Ein verminderter Knochenaufbau wird jedoch erst spät, in etwa ab dem 50. Lebensjahr, bemerkt. Durch den gesteigerten Knochenstoffwechsel besonders ist den Wechseljahren der Frauen, nimmt die Knochenmasse stetig ab. Verantwortlich dafür ist das fehlen des weiblichen Sexualhormons Östrogen.
Doch auch wenn es den Zusammenhang zwischen dem Knochenschwund und Östrogenen gibt, nicht alle Frauen sind von einer Osteoporose betroffen. In etwa ab dem 70. Lebensjahr tritt die Altersosteoporose auf. Dafür ist vor allem ein Bewegungsmangel im Alter sowie ein Kalziummangel verantwortlich.
Die Symptome einer Osteoporose
Anfangs zeigen sich kaum Symptome, doch ist die Osteoporose fortgeschritten und kommt es zu Knochenbrüchen und Verformungen, leiden die Betroffenen unter starken Schmerzen.
Es kann beispielsweise zu einem Oberschenkelhalsbruch oder zu Wirbelbrüchen kommen, wobei Letztere einen Größenverlust mit bis zu 20cm oder die Bildung eines Rundrückens hervorrufen.
Die Folgen und auch die teilweise eingenommene Schonhaltung der Erkrankten schränken sie in ihrem Alltag enorm ein.
Eine postklimakterische Osteoporose zeigt sich in etwa 6 bis 12 Jahre nach der letzten Regelblutung. Dann kommt es zu den ersten Knochenbrüchen.
Die Behandlung einer Osteoporose
Behandlung: kalziumreiche Ernährung, Kalziumpräparate, Vitamin D, Medikamente, bedingt eine Hormonersatztherapie
Eine Behandlung der Osteoporose richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung. In erster Linie wird versucht, den Knochenstoffwechsel zu beeinflussen und die Schmerzen zu lindern sowie allenfalls vorhandene Knochenbrüche zu versorgen.
Die Beeinflussung des Knochenstoffwechsels wird durch eine entsprechende Ernährung (kalziumreich, z.B. Milch, Joghurt, Käse) sowie Kalziumpräparaten (nur unter Absprache mit dem Arzt) und Vitamin D unterstützt.
Weiters helfen bestimmte Medikamente wie:
Bisphosphonate, Raloxifen, Calcitonin, Flouroide
Eine Hormonersatztherapie kann bei einem bereits begonnen Knochenmasseabbau nicht mehr helfen. Sie wird nur angewandt, wenn eine Frau keine andere Behandlungsmethode verträgt, da das Risiko der Behandlung den Nutzen übersteigt.
Der Verlauf der Osteoporose
Bei entsprechender Behandlung ist der Verlauf der Erkrankung durchaus positiv. Wird die Osteoporose nicht behandelt, führt das zu schweren Einschränkungen und Dauerschmerzen – eine Einweisung in ein Pflegeheim kann die Folge sein.
Komplikationen sind Knochenbrüche, auch ohne Unfall möglich. Ältere Menschen stürzen häufiger, die wenig trainierte Muskulatur kann den Sturz nicht abfangen, vermehrte Knochenbrüche sind die Folge.
Kann man einer Osteoporose vorbeugen?
Da eine Osteoporose nicht leicht behandelbar ist und schwerwiegende Folgen haben kann, ist ein ausgeglichener Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und genügend Bewegung die beste Maßnahme zur Vorbeugung und auch unbedingt anzuraten.
Auf eine ausreichende Vitamin D und Kalziumzufuhr ist zu achten, das Rauchen und Alkohol sind zu meiden. Der Aufenthalt an der frischen Luft und damit die Versorgung mit natürlichem Tageslicht ist notwendig.
Weiters ist eine regelmäßige Bewegung des Köpers erforderlich, um einer Osteoporose vorzubeugen. Untrainierte, übergewichtige Menschen haben ein vermehrtes Risiko an Knochenschwund wie auch anderen chronischen Krankheiten zu erkranken.
Weitere Informationen zum Thema Osteoporose
Aufgrund der großen Zahl an Osteoporose Erkrankten bieten Selbsthilfeverbände weitreichende Informationen und Beratungen sowie eine Übersicht aller medizinischen Möglichkeiten.
Das Internet hält alle verfügbaren Adressen und Ansprechpartner bereit.