Verschiedene Niereneinerkrankungen fasst man unter dem Begriff Nierenentzündung zusammen. Es entzünden sich dabei Teile der Nierenrinde (Nierengewebe). In den meisten Fällen ist die Ursache eine gegen die eigenen Körperstrukturen gerichtete Autoimmunreaktion – das Immunsystem greift Teile der Nieren an.
Was ist eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis)?
Bei einer Nierenentzündung handelt es sich um verschiedene Erkrankungen der Niere - allen gemeinsam ist eine Entzündung von bestimmten Strukturen an der äußeren Nierenrinde (Nierenschicht). Es sind meist beide Nieren von den nicht eitrigen Entzündungen betroffen.
Die Nierenentzündung wird in 5 Formen eingeteilt:
- Akute Glomerulonephritis
- Rasch fortschreitende Glomerulonephritis
- Nephrotisches Syndrom
- Chronische Glomerulonephritis
- Asymptomatische Proteinurie (Eiweiß im Urin) oder Hämaturie (Blut im Urin)
Die Ursachen für eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis)
Zumeist entsteht eine Nierenentzündung durch eine Autoimmunerkrankung. Der Körper greift Teile der eigenen Nieren an, dadurch kommt es zu entzündlichen Veränderungen.
Andere Ursachen für eine Nierenerkrankung können unter anderen sein:
- Eine Amyloidose (krankhafte Ablagerung von Eiweiß)
- Ein Diabetes mellitus
- Ein hämolytisch-urämisches Syndrom
Bei einer akuten Glomerulonephritis liegt als Ursache eine vorausgehende bakterielle Infektion (Mandelentzündung, Kehlkopfentzündung, etc.) zugrunde. Seltener tritt sie in Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung auf.
Beim nephrotischen Syndrom können die Ursachen unterschiedlich sein. So kann es durch entzündliche Prozesse in den Nieren, durch langjährigen Medikamentenmissbrauch, durch eine Metallvergiftung, durch Drogen oder auch Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus zur Erkrankung kommen.
Ursachen bei einer asymptomatischen Proteinurie (Eiweiß im Urin) oder Hämaturie (Blut im Urin) sind in der Regel entzündliche Prozesse ind den Nieren.
Die Symptome bei einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis)
Die Symptome einer Nierenentzündung hängen von der jeweiligen Art ab, zeigen sich aber oft erst nach Jahren, da sie im Gegensatz zu einer Nierenbeckenentzündung in den meisten Fällen schmerzfrei abläuft.
Das am besten erkennbare Symptom ist ein veränderter Urin – ist dieser beispielsweise trüb, wird Eiweiß (Proteinurie) ausgeschieden. Ist der Urin dunkel, befindet sich Blut darin – Mediziner sprechen von einer Hämaturie. Oft ist die Färbung des Urins allerdings mit bloßem Auge nicht zu erkennen, weil sich nur wenig Blut im Urin befindet
.
Seltener kommt es zu Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), es schwillt deutlich an. Weiters kann eine Nierenentzündung zu
Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder Sehstörungen führen.
Die Behandlung einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis)
Behandlung: je nach Form von Medikamenten bis zur Dialyse (Blutwäsche), Transplantation
Die (Glomerulonephritis)Therapie einer Nierenentzündung richtet sich nach der Form der Erkrankung.
Zusammenfassung:
- Akute Glomerulonephritis: entwässernde Medikamente, Blutdruckbehandlung, Antibiotikum (bei Bakterien)
- Rasch fortschreitende Glomerulonephritis: (Hängt von der Grunderkrankung ab) entzündungshemmende Medikamente, Unterdrückung des Immunsystems, Blutfilterung
- Nephrotisches Syndrom: Behandlung der Ödeme, Behandlung der Proteinurie, Behandlung der erhöhten Blutfettwerte, Behandlung der erhöhten Thromboseneigung und Behandlung der Infektionen
- Chronische Glomerulonephritis: Blutdruckbehandlung, Anpassen der Flüssigkeitszufuhr, eine eiweißarme Ernährung, bei fortgeschrittener Erkrankung Dialyse oder Nierentransplantation
- Asymptomatische Proteinurie (Eiweiß im Urin) oder Hämaturie (Blut im Urin): regelmäßige Kontrolle der Urinwerte
Bei rechtzeitiger Behandlung der akuten Nierenentzündungen sind diese gut heilbar. Handelt es sich allerdings um chronische Verläufe der Erkrankung, sind diese zwar behandel- nicht aber heilbar.
Bei einer dauerhaften Schädigung der Nieren ist oft eine permanente Dialysebehandlung erforderlich.
Kann man einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis) vorbeugen?
Wer regelmäßig seinen Urin untersuchen lässt, kann zwar die Entzündung nicht verhindern, allerdings rechtzeitig erkennen und damit auch behandeln lassen.
Allgemein kann Nierenerkrankungen vorgebeugt werden, indem man ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und das Rauchen vermeidet.
Weitere Informationen zur Nierenentzündung (Glomerulonephritis)
Gute Informationen halten spezielle Foren im Internet für Interessierte bereit. Auch Adressen wie Selbsthilfegruppen finden sich unkompliziert im Web. Bei kleinsten Anzeichen von Beschwerden sollte jedoch sofort ein Arzt aufgesucht werden.