Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) wird durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Diese Form der Entzündung kann akut und chronisch verlaufen, starke Kopf- und Gesichtsschmerzen mit begleitendem Schnupfen sind die Symptome. Bei einer Sinusitis ist die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen entzündet. Tritt die Erkrankung öfter auf, kann eine Operation erforderlich sein.
Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)?
Wenn die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen entzündet ist spricht man von einer Nasennebenhöhlenentzündung oder Sinusitis. Eine Sinusitis kann akut auftreten aber auch über einen Zeitraum von über drei Monaten bestehen. Dann handelt es sich um eine chronische Form der Sinusitis.
Anatomie: Die Nasennebenhöhlen befinden sich neben, über und hinter der Nase und sind Hohlräume (Kieferhöhle, Stirnhöhle, Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen). Diese Hohlräume sind allesamt mit der Nasenhöhle verbunden. Schleimhaut kleidet die Hohlräume aus. Eine Entzündung breitet sich von der Nase in die Nasennebenhöhlen aus.
Nasennebenhöhlenentzündungen sind sehr häufig, bei Kindern ist akut vor allem das Siebbein betroffen. Wird eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) chronisch, ist zumeist die Kieferhöhle oder das Siebbein betroffen. Manchmal sind gleichzeitig mehrere Nebenhöhlen betroffen, dann spricht man von einer sogenannten Polysinusitis oder Pansinusitis.
Die Ursachen für eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Zumeist entsteht eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) nach einer Schnupfenerkrankung oder einer Rachenentzündung, deren Verursacher hauptsächlich Viren sind.
Die angeschwollene Schleimhaut kann zu einer Verlegung der Nebenhöhleneingänge führen und durch die bereits geschwächte Schleimhaut bildet sich eine bakterielle Zweitinfektion. Auslöser sind in der Regel Haemophilus influenzae, Streptokokken und Pneumokokken.
Begünstigt kann eine Nasennebenhöhlenentzündung durch folgende Besonderheiten werden:
- Eine verbogene Nasenscheidewand
- Eine vergrößerte Nasenmuschel
- Nasenpolypen
- Verlegte Nebenhöhleneingänge
- Aggressive Erreger
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Erkrankte Zahnwurzeln
- Eine Zahnentfernung (versehentlich ist dabei eine Verbindung zwischen dem Kieferhohlraum und dem Mundraum entsteht)
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung kann weiters eine Badesinusitis (im Wasser befindliche Erreger dringen ein) oder eine Barosinusitis (Druckschwankungen beim Tauchen und Fliegen) sein.
Chronisch wird eine Nasennebenhöhlenentzündung, wenn die Nasennebenhöhlen zu wenig belüftet und gleichzeitig verengt sind. Ursachen dafür können anatomische Besonderheiten wie Nasenpolypen, eine Verlegung der Nasennebenhöhleneingänge oder ein geschwächtes Immunsystem sowie aggressive Erreger sein.
Dadurch wird der Schleimtransport auf Dauer gestört, was erst eine wiederkehrende und schlussendlich eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung nach sich zieht.
Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Anfangs bekommt der Betroffene einen über Tage anhaltenden Schnupfen. Typische Symptome wie Gesichtsschmerzen und ein Gefühl des Staus im Gesicht treten danach auf.
Der Erkrankte verspürt vermehrt Schmerzen, wenn er sich nach vorne beugt, schnell aufsteht oder auf einem Bein hüpft. Die Schmerzen werden stark, sie pulsieren und die betroffenen Stellen reagieren sehr empfindlich auf Drücken oder klopfen.
Das Sekret, das aus der Nase austritt, ist eitrig, zäh und gelb-grünlich. Das Atmen durch die Nase fällt schwer, der Erkrankte nimm kaum Gerüche wahr und das Essen schmeckt nicht mehr so gut.
Es kann auch Fieber auftreten.
Nebensymptome einer Sinusitis können sein:
- Abgeschlagenheit
- Kopfschmerzen
- Ohrenschmerzen
- Husten
- Zahnschmerzen
Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist mit weniger Schmerzen verbunden als eine akute. Manchmal hat der Patient gar keine Schmerzen, ein anhaltender Schnupfen ist ein typisches Symptom. Auch eine Riechstörung kann auftreten.
Die Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Behandlung: konservative oder operative Therapien
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann sowohl mit konservativen Methoden wie operativ behandelt werden. Ist eine Sinusitis akut, sind meist konservative Therapien ausreichend, wohingegen eine chronische Sinusitis oft nur operativ heilbar ist.
Maßnahmen der konservativen Therapie:
- Abschwellende Nasentropfen
- Einsetzen eines mit abschwellenden Medikamenten getränktes Wattestück in den mittleren Nasengang
- Schleimlösende, fiebersenkende, entzündungshemmende Mittel
- Schmerzmittel: Paracetamol, Diclofenac, Ibuprofen
- Manchmal spezifisches Antibiotikum
- Bestrahlung mit Rotlicht oder Mikrowellen
- Akupunktur
- Homöopathische Präparate
- Bei Allergien: Antiallergika, kortikoidhaltige Nasensprays, evtl. Hyposensibilisierung
- Spülung der Kiefer- oder Stirnhöhle, wird nur noch selten angewandt
Die Operation
Eine OP wird durchgeführt, wenn alle konservativen Maßnahmen nicht greifen, wie bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.
Die Nebenhöhlenpunktion ist eine einfache Operationsart, bei der es möglich wird, Eiter oder Sekret abzulassen.
Wenn es anatomische Fehlstellungen gibt, ist ein chirurgischer Eingriff unter Allgemeinnarkose nötig. In diesem Fall muss der Patient mit einem stationären Aufenthalt von bis zu einer Woche rechnen, eine Punktion kann ambulant ausgeführt werden.
Der Verlauf einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Zumeist ist die Prognose bei entsprechender Behandlung positiv, bei operativen Eingriffen kann es zu Narbenbildung und einer daraus resultierenden Zweitoperation kommen.
Es ist unerlässlich, immer den Arzt zu konsultieren.
Kann man einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) vorbeugen?
Da sich eine Sinusitis zumeist aus einer Erkältung entwickelt, ist die beste Vorbeugungsmaßnahme, die Erkältung ausreichend zu behandeln.
Viel Flüssigkeit, Nasenspülungen mit Salzlösung (in der Apotheke erhältlich, die Spülungen sind auch selbst zuzubereiten), Dampfbäder und eine feuchte Raumluft erschweren eine Nasennebenhöhlenentzündung.
Weitere Informationen
Sobald sich die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung bemerkbar machen, ist es unbedingt erforderlich, einen Arzt zu konsultieren.
Denn die Sinusitis kann chronisch werden und außerdem können gefährliche Komplikationen (u.a. Rachenentzündung, Kehlkopfentzündung, akute Bronchitis, Sehstörungen bis zum Sehverlust) auftreten. Viele brauchbare Informationen hält das Internet bereit, doch ein Arztbesuch ist nicht zu umgehen.