Nagelbettentzündung

Nach einer ausgiebigen Maniküre am Vortag schmerzt plötzlich der Bereich um einen Ihrer Fingernägel. Rot und dick ist es in diesem Bereich geworden und auf Druck bereitet Ihnen die Stelle besonders große Schmerzen. Vermutlich haben Sie eine Nagelbettentzündung. Finden Sie hier alle Informationen zu dieser Erkrankung.

Bei einer Nagelbettentzündung handelt es sich um eine schmerzhafte, meist bakterielle, Infektion an einem Fuß- oder Zehennagel eines Menschen. Tritt die Entzündung um den Nagel herum auf, so spricht der Medizinier von einer Panaritium parunguale. Ist sie unter dem Fingernagel zu lokalisieren so wird sie als Panaritium subunguale bezeichnet. In beiden Fällen kann bei einer Nagelbettentzündung ein Eiterherd entstehen, der ein Druckgefühl und sehr unangenehme Schmerzen hervorrufen kann.

Bei einer sehr schmerzhaften oder eitrigen Nagelbettentzündung ist der Besuch eines Arztes angezeigt, um schnellstmöglich eine Therapie einzuleiten. In der Regel heilt die Infektion sehr schnell und komplikationslos aus. Allerdings ist es ratsam, eine Nagelbettentzündung nicht zu verschleppen, da sonst ernsthafte Komplikationen, wie eine Knochenentzündung, drohen können.

Ursachen einer Nagelbettentzündung

Unter dem Fingernagel oder Fußnagel eines Menschen befindet sich das Nagelbett. Der Fingernagel ist eigentlich durch die Nagelhaut gut geschützt. Allerdings können bereits kleinste Verletzungen beispielsweise durch Maniküre, Druckstellen, Nägelkauen oder Schnittwunden ein Eindringen von Krankheitserregern begünstigen. Pilze oder Bakterien wie etwa Staphylokokken verursachen dann eine unangenehme, meist sehr schmerzhafte Entzündung an den Finger- oder Fußnägeln. Auch Herpesviren kommen als Erreger einer Nagelbettentzündung infrage.

Die Infektion kommt beispielsweise bei Kontakt mit schmutzigem Putzwasser oder im Schwimmbad in den Körper. Eine Nagelbettentzündung breitet sich in manchen Fällen in der Umgebung aus, so dass Nagelhaut, Nagelwall und Nagelfalz betroffen sein können. Nagelbettentzündungen können akut oder chronisch verlaufen, wobei bei der chronischen Verlaufsform meist mehrere Nägel betroffen sind und die Entzündung häufig schmerzfrei verläuft.

Menschen mit sehr trockener Haut oder mit Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes, einem atopischen Ekzem, einem schwachen Immunsystem oder Krebs zählen zu besonderen Risikogruppen für eine – häufig dann auch chronische - Nagelbettentzündung.

Symptome einer Nagelbettentzündung

Bei einer Nagelbettentzündung treten als erste Symptome rote und geschwollene Stellen um den betroffenen Fuß- oder Zehennagel auf, wobei der Schmerz auf Druck schlimmer wird. Die infizierte Stelle fühlt sich heiß an und in manchen Fällen empfindet der Patient einen pochenden oder klopfenden Schmerz. In vielen Fällen klagen die Patienten auch über Juckreiz im betroffenen Areal. Zusätzlich können sich eitrige Stellen an den Rändern oder unter dem Nagel bilden, aus denen der Eiter auch herausläuft.

Eine Nagelbettentzündung muss medizinisch behandelt werden, wenn sie nicht innerhalb von drei Tagen von selbst abheilt oder wenn sehr starke Schmerzen oder Eiter auftritt. Sonst drohen schwere Folgen wie etwa ein gestörtes Wachstum oder ein Abfallen des Nagels. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Entzündung auf den Finger, die Hand und die Sehnenscheiden ausbreitet. In besonders schweren Fällen kann es auch zu einer Entzündung weiterer Knochen (Osteomyelitis) oder des Knochenmarks kommen.

Untersuchungen & Diagnose

Wenn eine Nagelbettentzündung nicht innerhalb von drei Tagen abheilt, so ist es dringend angeraten, einen Arzt zu konsultieren und sich medizinisch beraten zu lassen. Dies gilt auch, wenn größere Schwellungen oder starke Schmerzen im Bereich des Nagels auftreten. Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist ein Arztbesuch früher angezeigt, um Komplikationen zu vermeiden und eine Chronifizierung der Erkrankung zu verhindern.

Der Arzt wird den Patienten eingehend befragen und schließlich den erkrankten Nagel und das Gebiet um den erkrankten Nagel untersuchen. Gegebenenfalls wird er einen Abstrich an der Wunde machen, um die genauen Erreger der Entzündung durch eine Laboruntersuchung feststellen zu lassen. Deutet die Nagelbettentzündung auf eine chronische Verlaufsform hin, wird der Arzt diesen Verdacht durch weitere Untersuchungen überprüfen. Anschließend stellt der Arzt die Diagnose und berät Sie über die Behandlungsmethoden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Nachdem der Arzt das Ausmaß der Entzündung festgestellt hat und geprüft hat, welche Krankheitserreger die Nagelbettentzündung ausgelöst haben, wird er dem Patienten eine Therapie empfehlen. Meist erfolgt diese durch antiseptische Salben, die gleichzeitig entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten. Auch die Möglichkeit, den erkrankten Finger in desinfizierenden Lösungen zu baden, wird oft genutzt und erzielt gute Erfolge. In einigen Fällen muss der betroffene Finger oder Fuß ruhiggestellt werden, um einen guten Heilungsverlauf zu gewährleisten.

Auch die Einnahme eines Antibiotikums bei bakteriellen Infektionen oder anderer Medikamente gegen die jeweiligen Keime kann zur Behandlung der Nagelbettentzündung erforderlich werden. Verläuft die Nagelbettentzündung komplizierter und es hat sich eine größere Menge Eiter angesammelt, so besteht für den Arzt die Möglichkeit, den Eiterherd unter lokaler Betäubung zu eröffnen. Dadurch kann der Eiter abfließen und die Wunde gründlich gereinigt und desinfizieret werden.

Für den Patienten bringt dieser kleine operative Eingriff oft eine enorme Schmerzerleichterung, da das durch den Eiter ausgelöste Druckgefühl nachlässt. Wenn der Arzt zu dieser Behandlung rät, so sollte der Patient diese unbedingt durchfühen lassen. Denn bei unzureichender Behandlung besteht, wie oben beschrieben, die Gefahr einer Ausbreitung der Entzündung auf den gesamten Finger oder die Hand.

Bei chronischen Verlaufsformen sollte auf eine gute und anhaltende Pflege der Hände und Füße geachtet werden. Besonders bei Diabetikern muss auf darauf geachtet werden, dass der Blutzuckerwert konstant in einem guten Bereich bleibt. Ein schlechter Blutzuckerwert begünstigt die Entstehung von Entzündungen vor allem an den Füßen.

Prävention & was ich selbst tun kann

Wenn Sie bemerken, dass Sie eine offene Stelle in der Nähe eines Nagels haben, so helfen oft antiseptische Sprays, Cremes oder Bäder um ein eine Nagelbettentzündung zu verhindern oder zumindest zügig zu behandeln. Sollten die Schmerzen jedoch zunehmen, oder eitrige Stellen auftreten ist ein Besuch beim Arzt unbedingt angezeigt, um schlimmere Komplikationen zu vermeiden. Eine regelmäßige Pflege Ihrer Hände und Füße mit fetthaltigen Cremes oder Salben hilft, Ihre Haut gesund zu halten und eine Austrocknung zu vermeiden. Dadurch beugen Sie kleinen Hautverletzungen wie Rissen vor und verhindern ein Eindringen der Krankheitserreger in Ihren Körper.

Es ist daher sehr empfehlenswert, sich täglich um die Pflege der Haut an Händen und Füßen etwa durch regelmäßige Bäder zu kümmern, um so einer Nagelbettentzündung vorzubeugen. Kürzen Sie Ihre Nägel regelmäßig und sorgsam, denn eingewachsene Fuß- oder Fingernägel begünstigen die Entstehung einer Nagelbettentzündung. Achten Sie auf eine gerade Form der Nägel und kürzen Sie vor allem die Fußnägel seitlich nicht zu sehr.

Die Nagelhaut sollten Sie nicht mit der Schere zurückschneiden und mit fetthaltigen Cremes oder Lotionen geschmeidig halten. Liegen bereits Verletzungen vor, sollten Sie keinen Nagellack verwenden und sehr genau auf Ihre Hände oder Füße achten, um Infektionen vorzubeugen. Bei Haushaltstätigkeiten oder Gartenarbeiten ist das Tragen von Schutzhandschuhen empfehlenswert. Außerdem sollten Sie Ihre Schuhe sorgfältig auswählen, um Druckstellen zu vermeiden. Bei kleineren Verletzungen an den Händen ist es ratsam, dem Auftreten einer Nagelbettentzündung durch das Auftragen eines antiseptischen Mittels vorzubeugen.

Das könnte Sie auch interessieren

Pneumokokken

Pneumokokken sind sehr gefürchtete Bakterien, da sie Auslöser für schwere Infektionen sind. Besonders gefährdet sind Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Bei FSME handelt es sich um eine durch infizierte Zecken hervorgerufene Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute.

Darminfektionen

Darminfektionen werden durch Bakterien, Salmonellen, Viren wie das Rotavirus oder Pilze ausgelöst, die sich in den meisten Fällen in verunreinigtem Trinkwasser oder Nahrungsmitteln befinden.

Tuberkulose (TBC, Schwindsucht)

Tuberkulose, kurz TBC oder auch Schwindsucht genannt ist eine Infektionskrankheit, die häufig die Lungen befällt.

Reaktive Arthritis (Reiter- Syndrom)

Die reaktive Arthritis, veraltet das Reiter-Syndrom, ist eine bakterielle Infektion des Darms oder selten der Harnwege und führt zu Gelenk-, Bindehaut- und Harnröhrenentzündungen.

HPV-Infektion

Meistens heilt eine HPV-Infektion folgenlos aus. Manchmal jedoch können die Zellen entarten und zu gefährlichem Gebärmutterhalskrebs führen.
Gelesen: 13.339
Krankheiten & Symptome
Artikel bewerten

 Bewertung: Ø 2.6 / (60 Stimmen)

Kommentare

noch kein Kommentar abgegeben.

Kommentare schreiben

Schreiben Sie ein Kommentar als FitUndGesund User!

Name
Email-Adresse (*wird nicht veröffentlicht)
Spam-Schutz (Summe von 6 + 3 eingeben)