Wenn die Speichelproduktion vermindert ist, kommt es zu einer subjektiv empfundenen Mundtrockenheit, auch Xerostomie oder Hyposalivation genannt. Meistens ist eine Mundtrockenheit nur vorübergehend, ausreichendes Trinken ist oft schon die effektivste Behandlung. Menschen über sechzig Jahre leiden häufig an einer Mundtrockenheit.
Was ist die Mundtrockenheit?
Bei einer verminderten Speichelproduktion kommt es zu einer Mundtrockenheit.
Anatomie: Die Speicheldrüsen bilden den Speichel. Hauptsächlich verantwortlich dafür ist die Unterkieferdrüse oder Glandula submandibularis.
Der Speichel hat wichtige Funktionen wie das Reinigen und Schützen der Mundhöhle. Im Speichel enthalten sind beispielsweise wichtige Enzyme, die Bakterien im Mund abwehren oder den Zucker beim Essen in kleinere Teile spalten, um damit für eine bessere Verdauung im Magen zu sorgen.
Weiters sind bestimmte Substanzen im Speichel verantwortlich für verschiedene Geschmacksempfindungen.
Bei einer verminderten Speichelproduktion kann nun der Enzymschutz im Mund nicht mehr ausreichend sein, das kann zu Zahnproblemen oder Entzündungen führen.
Die Speichelproduktion beträgt bei einem gesunden Menschen am Tag in etwa 1,5 Liter. Mundtrockenheit kommt relativ häufig vor, speziell ab einem Alter von 60 Jahren leiden mehr als 20% der Menschen darunter.
Meist ist die Mundtrockenheit vorübergehend und kann schnell durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ausgeglichen werden.
Treten allerdings Begleitsymptome wie Schmerzen beim Schlucken, Sprechen oder Kauen auf, ist es wichtig, den Arzt zu konsultieren, um die Ursache zu finden.
Die Ursachen für Mundtrockenheit
Die Ursachen für eine Mundtrockenheit sind unterschiedlich – entweder wird die Speichelproduktion der Drüsen vermindert oder die Zusammensetzung des Speichels verändert.
Oft kommt es aufgrund von Flüssigkeitsmangel zu einer Mundtrockenheit. Das kann passieren, wenn man zu wenig trinkt, aber auch bei extremen Schwitzen, Erbrechen und Durchfall.
Auch kann es sein, dass aufgrund einer Erkältung die Nasenatmung erschwert, ist und der Betroffene durch den Mund atmen muss – das kann wiederum zu einer Mundtrockenheit führen.
Zudem kann eine Mundtrockenheit entstehen, wenn die Kaufunktion beispielsweise aufgrund von mangelhaftem Zahnersatz oder Zahnerkrankungen eingeschränkt ist.
Häufig entsteht eine Mundtrockenheit aufgrund von Medikamentennebenwirkungen
Typisch dafür können sein:
- Mittel die entwässern
- Mittel die den Blutdruck senken
- Mittel die gegen Allergien eingenommen werden
- Antihistaminika
- Antidepressiva, also Psychopharmaka
Besonders ältere Menschen, die auch oft mehrere Medikamente einnehmen müssen, neigen zu Mundtrockenheit. Sie trinken oft weniger AdA zusätzlich lässt die Speichelproduktion im Alter kontinuierlich nach.
Andere Ursachen für eine Mundtrockenheit können sein:
- Eine Bestrahlungstherapie bei Tumoren im Hals oder Kopf
- Eine Chemotherapie
- Verschiedene Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis
- Verschiedene Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
- Depressionen
- Speicheldrüsenerkrankungen wie Entzündungen
- Schnarchen, nächtliches Atmen durch den Mund
- Emotional begründeter Stress
- Ein Schaden an den Nebennieren
Die Behandlung bei Mundtrockenheit
Behandlung: Flüssigkeitszufuhr, Kaugummis, Mundgels, Mundspülungen, Mundsprays, künstl. Speichellösungen
Wenn es sich bei der Mundtrockenheit um ein Begleitsymptom einer Grunderkrankung handelt, muss diese ursächlich therapiert werden.
Die akuten Beschwerden einer Mundtrockenheit können zumeist durch viel Trinken gebessert werden. Ein etwaiger Flüssigkeitsverlust, beispielsweise beim Sport, ist sofort wieder durch eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme auszugleichen.
Helfen kann zudem das Ausspülen des Mundes mit Wasser, Tee oder sauren Getränken sowie Bonbons um den Speichelfluss wieder anzuregen.
Wenn es sich bei der Mundtrockenheit um eine Medikamentennebenwirkung handelt, sollte der Arzt entscheiden, ob das Medikament abgesetzt werden sollte oder nicht.
Positiv auf den Speichelfluss wirken außerdem Kaugummis.
Handelt es sich um eine ausgeprägte Mundtrockenheit, die sich durch oben genannte Mittel nicht bessert, können Mundgels, Mundspülungen oder Mundsprays helfen. In diesen Mitteln sind Enzyme enthalten, die die Mundhöhle feucht halten können.
Weitere Mittel sind künstliche Speichellösungen.
Weitere Informationen zur Mundtrockenheit
Eine Vielzahl an Informationen zum Thema Mundtrockenheit bietet unter anderem das Internet, alle Zahnärzte, HNO-Ärzte und Hausärzte.
Wichtig: Sollten zusätzlich zur Mundtrockenheit Symptome wie erschwertes Schlucken auftreten, ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren.