Mundrose (periorale Dermatitis)

Die Mundrose ist eine von unzähligen Hauterkrankungen, welche vorrangig im Gesicht auftritt. Da sie in ihrem äußeren Erscheinungsbild der Gürtelrose ähnelt, aber meist rund um den Mund auftritt, wurde der Name Mundrose gewählt. Diese Art der Erkrankung ist nicht ansteckend und auch nicht weiter gefährlich, sondern für den Betroffenen vielmehr ein kosmetisches Problem.

Die Mundrose wird in der medizinischen Fachsprache auch als periorale Dermatitis bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine unangenehme Entzündung der Gesichtshaut, die hauptsächlich um den Mund herum auftritt - daher verdankt diese Erkrankung ihren Namen. Doch auch rund um die Augen, auf Nase oder Stirn können sich die unschönen Pusteln zeigen. Im Volksmund wird die Mundrose übrigens auch als Stewardessenkrankheit bezeichnet - dieser Name rührt von der Tatsache, dass einst Stewardessen kortisonhaltige Cremes aus Amerika mit nach Deutschland brachten. Diese Cremes falsch angewandt können die Mundrose deutlich verschlimmern. Tatsächlich trat die Erkrankung Mundrose zuerst in Amerika und erst später in Europa auf. Bekannt ist diese Form der Erkrankung bereits seit etwa 40 Jahren. Frauen sind deutlich häufiger als Männer von der Mundrose betroffen.

Ursachen der Mundrose

Von der Mundrose betroffen sind vorwiegend Frauen und Mädchen jungen und mittleren Alters, die sehr viele kosmetische Produkte benutzen. Daher nimmt man an, dass diese Kosmetika der Hauptauslöser für die Mundrose sind. Experten gehen davon aus, dass die Haut abhängig von diesen Cremes beziehungsweise kosmetischen Zusatzstoffen wird. In Folge dessen trocknet die Haut zunehmend aus, es kommt zu einer Überfeuchtung der Haut und deren natürliche Barriere wird gestört. In Folge dessen greifen betroffene Personen wiederum vermehrt zu Feuchtigkeitscremes, was einen echten Teufelskreis auslöst. Oft tritt die Mundrose auch in Verbindung mit Neurodermitis auf.

Kennt man diese Ursachen, ist es sicher nicht weiter verwunderlich, dass diese Erkrankung vor allem in den letzten Jahren vermehrt auftritt. Natürlich kommen aber auch andere Ursachen für die Mundrose in Frage. Die Antibabypille beispielsweise kommt als Ursache ebenso in Frage wie zu viel schädliche UV-Strahlung. Auch Hormonschwankungen während der weiblichen Menstruation oder auch ein Befall von Pilzen im Magen- und Darmtrakt kann eine Mundrose verursachen. Selbst bestimmte Arten von Zahnpasten gelten als Ursache für diese Erkrankung.

Ebenso kann die Mundrose genetisch veranlagt sein und nur dann ausbrechen, wenn bestimmte Auslöser wie Stress oder Hektik vorliegen. Bei Problemen in Beruf oder Partnerschaft tritt die Mundrose ebenso vermehrt auf. Auffällig ist zudem, dass besonders oft Frauen in Führungspositionen oder in gesellschaftlich höherer Stellung von der Mundrose betroffen sind.

Symptome der Erkrankung Mundrose

Charakteristisch für die Mundrose ist eine gerötete Haut, die brennt und spannt. Zudem treten - vor allem im Mundbereich und rund um die Augen - kleine rote Knötchen mit unansehnlichen Pusteln auf. Meist sind die Nasolabialfalten sowie das Kinn betroffen - so entsteht der Eindruck eines Ringes. Die Knötchen sind zwar nicht sehr groß und haben höchstens eine Durchmesser von zwei Millimetern, wirken aber doch eher unästhetisch und sind für die meisten Patienten ein echtes kosmetisches Problem.

Die sehr kleinen Bläschen jedoch können sich auch zu größeren Arealen zusammenlegen und sogenannte Plaques bilden. In besonders schweren Fällen der Mundrose ist das gesamte Gesicht geschwollen und gerötet. Schlimmstenfalls können sich aus der Mundrose auch noch weitere bakterielle Entzündungen im Gesicht entwickeln, die unbedingt behandelt werden müssen. Meist sind Frauen von dieser Erkrankung betroffen, wobei sich die Symptome zu Beginn der Regelblutung meist verstärken.

Untersuchungen & Diagnose

Die Diagnose der Mundrose kann von Hautärzten meist schon aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes und einer umfassenden Patientenbefragung gestellt werden. Die in der Regel weiblichen Patienten werden gefragt, welche Art der Kosmetik sie bevorzugen und in welchem Umfang sie diese benutzen. Ausschließen muss der Arzt allerdings, dass es sich nicht etwa um eine allergische Reaktion oder die Hauterkrankung Rosazea handelt - deren Symptome nämlich gleichen denen der Mundrose stark.

Die Mundrose ist keine grundsätzlich gefährliche Krankheit und auch nicht ansteckend, kann jedoch unbehandelt sogar chronisch werden. In anderen Fällen wiederum vergeht diese auch ohne Behandlung von alleine wieder. Selbst schwierige Fälle jedoch vergehen mit einer entsprechenden Behandlung in der Regel spätestens nach vier bis sechs Wochen.

Behandlung, Therapie & Komplikationen

Cortisonhaltige Cremes wirken bei den meisten Patienten mit Mundrose wahre Wunder. Jedoch verbessern sich die Symptome der Erkrankung nur so lange, wie die Creme benutzt wird - bei deren Absetzen verschlimmert sich die Mundrose sofort wieder. Erste Maßnahme zur Behandlung der Mundrose sollte es natürlich sein, alle Ursachen abzustellen - dies bedeutet, entweder die Kosmetik abzusetzen oder aber auf Sonneneinstrahlung oder die Antibabypille zu verzichten.

Patienten sollten wissen, dass alle Behandlungsmethoden die Symptome der Mundrose in den ersten Tagen zunächst verschlimmern können. Nach wenigen Wochen aber ist die Mundrose dann komplett verschwunden. Grundsätzlich richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache - so gilt es zunächst, diese herauszufinden. Hat man die Mundrose bei sich festgestellt, gilt es zunächst einmal, alle als Ursache in Frage kommenden Kosmetika abzusetzen und die Haut nur mit Wasser zu reinigen.

Ein abruptes Absetzen aller Cremes könnte die Haut jedoch genauso irritieren - einige Patienten vertragen eine langsame Entwöhnung von gewohnten Kosmetikprodukten besser. Während der Therapie wird von den Patienten ein starkes Maß an Disziplin gefordert, denn gerade in den ersten Tagen wird die Haut vermutlich stärker spannen und brennen als vorher. Bei einer leichten Mundrose kann diese Entwöhnung von kosmetischen Mitteln bereits wahre Wunder bewirken.

Nur in mittelschweren Fällen werden vom Hautarzt Salben mit dem Wirkstoff Antibiotika eingesetzt - in schweren Fällen kann Antibiotika auch in Form von Tabletten verabreicht werden. Auch einige Hausmittel gegen die Mundrose sind bekannt: Umschläge mit Schwarzem Tee beispielsweise sollen wahre Wunder bewirken. Die Gerbstoffe des Tees nämlich helfen bei der Regeneration der Haut.

Prävention & was kann ich selbst tun

Menschen, die generell an einer eher empfindlichen Haut leiden, sollten sich genau überlegen, welche Pflegeprodukte verwendet werden. Empfehlenswert könnte es sein, spezielle Produkte aus der Apotheke oder dem Reformhaus zu verwenden, denn diese sind medizinisch getestet und beispielsweise auch gut für Allergiker geeignet. Auch diese in der Regel recht gut verträglichen Produkte sollten jedoch nur sparsam angewandt werden.

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