Multiple Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine Erkrankung des Nervensystems. Etwa 2,5 Millionen Menschen sind weltweit davon betroffen, in Österreich sind es etwa 80.000. Noch immer ist unklar, wodurch die Multiple Sklerose ausgelöst wird.

Multiple Sklerose ist eine Entzündung, die ihren Ursprung im Gehirn und im Rückenmark hat. Dort kommt es zu Entzündungsherden in den Nervenfasern. Wahrscheinlich werden dabei die Myelinscheiden der Nervenzellfortsätze von körpereigenen Abwehrzellen angegriffen. Vom Gehirn und dem Rückenmark aus dringen die Entzündungsherde ins gesamte zentrale Nervensystem vor, weshalb es zum Auftreten jeglicher neurologischer Störung kommen kann.

Im Normalfall verläuft die Krankheit nicht tödlich, allerdings kann sie je nach Verlauf das Leben der betroffenen Personen einschränken. Selten kommt es jedoch zu bleibenden Schäden oder Behinderungen.

Von der Krankheit betroffen sind vor allem Menschen zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Selten kann sie bereits im Kindes- oder Jugendalter auftreten, eher unwahrscheinlich ist ein Ausbruch im Alter von über 60 Jahren. Die Anzahl der Frauen, die an Multipler Sklerose erkranken, ist doppelt so hoch wie die der Männer. Aufzeichnungen über die Krankheit gehen zurück bis ins 13. Jahrhundert, die erste genauere Beschreibung des Verlaufs geschah Anfang des 19. Jahrhunderts im Tagebuch eines betroffenen Adligen.

Ursachen von Multipler Sklerose

Die Ursache von Multipler Sklerose ist trotz aufwändiger Forschungen noch immer nicht geklärt. Es existieren jedoch zahlreiche Theorien, in denen mehrheitlich davon ausgegangen wird, dass beim Ausbruch von Multipler Sklerose mehrere Faktoren zusammenkommen. Zwar wird Multiple Sklerose nicht vererbt, aber anhand der Analyse von Betroffenen ließ sich feststellen, dass es eine genetische Vorbestimmung gibt. Das bedeutet, dass es bei manchen Menschen wahrscheinlicher ist, dass sie an Multipler Sklerose erkranken als andere Menschen.

Obwohl die Krankheit nicht durch eine Infektion ausgelöst wird, gibt es den Verdacht, dass bestimmte Viren oder Bakterien zumindest im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Multiplen Sklerose stehen. Auch eine Verbindung zwischen dem Rauchen von Tabak und dem Beginn der Krankheit wird untersucht, schließlich erhöht das Rauchen vor dem Ausbruch der Multiplen Sklerose das Risiko, daran zu erkranken.

Symptome von Multipler Sklerose

Die Anzeichen für den Ausbruch der Multiplen Sklerose sind vielfältig, nicht umsonst wird sie auch die „Krankheit mit den vielen Gesichtern“ genannt. Da das gesamte zentrale Nervensystem betroffen ist, sind die Symptome stets neurologischer Natur.

Zu Anfang sind dies meist Empfindungsstörungen in den Händen oder in den Füßen. Dabei kann ein Kribbeln in den Extremitäten auftreten, eine Taubheit oder Schmerzen. Bei rund 50 Prozent der Betroffenen treten diese Symptome auf. Rund 20 Prozent sind beim ersten Auftreten der Krankheit mit Sehstörungen konfrontiert, bei denen die Sehkraft nachlässt, das Sichtfeld durch einen milchigen Schleier eingeschränkt wird oder die Augen schmerzen. Des Weiteren kann es zu Muskelschwächen und Lähmungen sowie zu Störungen der Koordinationsfähigkeit und des Gleichgewichts kommen.

In seltenen Fällen wirkt sich die Krankheit bereits zu Beginn auf die Sprachfähigkeit aus. Die Multiple Sklerose zeichnet sich von Verlauf her dadurch aus, dass sie in Schüben auftritt. Das bedeutet, dass der Erkrankte recht plötzlich mit einer der beschriebenen Störungen konfrontiert wird, diese dann allerdings nach wenigen Tagen fast oder gänzlich wieder verschwindet. Bei selteneren Formen der Krankheit bleiben nach den Schüben Beeinträchtigungen zurück, noch seltener geschieht es, dass sich die Störungen gar nicht zurückbilden.

Untersuchungen und Diagnose

Weil die Multiple Sklerose kein eindeutiges Krankheitsbild zeigt, ist es schwierig, sie von Beginn an zu diagnostizieren. Oft dauert es längere Zeit, bis die Krankheit als solche erkannt wird. Sollte man eines der beschriebenen Symptome an sich selbst erkennen, ist der erste Ansprechpartner der Hausarzt, der den Patienten dann gegebenenfalls an einen Neurologen überweist.

Dort werden Gleichgewichts-, Koordinations- und Beweglichkeitstests durchgeführt und die Sinnesorgane untersucht. Zwar kann die Multiple Sklerose nicht anhand einer Blutanalyse erkannt werden, jedoch können so andere Erkrankungen als Ursache für die Störungen ausgeschlossen werden.

Eine Untersuchung des Nervenwassers aus dem Lumbalkanal sowie ein MRT des Gehirns können Aufschluss über den Ausbruch der Krankheit geben. Auch die Untersuchung der Funktionsfähigkeit einzelner Nerven dient der Diagnosestellung.

Als diagnostiziert gilt die Multiple Sklerose, wenn es zu einem zweiten Schub innerhalb eines Monats kommt oder wenn ein zweites MRT, das einen Monat nach dem ersten durchgeführt wurde, neue Entzündungsherde im Gehirn anzeigt.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Noch immer ist die Multiple Sklerose nicht heilbar. Daher geht es bei der Behandlung ausschließlich darum, ihren Verlauf zu hemmen und die Symptome weitestgehend erträglich zu machen. Wichtig ist dabei, die notwendigen Therapien speziell auf den Patienten und seine Symptome abzustimmen.

Die Behandlung der Multiplen Sklerose basiert auf drei Säulen, die normalerweise gleichzeitig angewendet werden.

Zunächst wird der Schub selbst behandelt; dies geschieht durch die dreitägige Gabe hoch dosierter Kortisonpräparate über Infusionen. Dadurch gehen die Symptome im Normalfall zurück. Da es durch die Medikamente zu Problemen mit dem Magen kommen kann, erhält der Patient präventiv Medikamente zum Schutz des Magens.

Die zweite Säule zur Behandlung ist die langfristige Immunisierung gegen die Krankheit. Diese besteht aus einer Basistherapie, die bewirken soll, dass das Immunsystem gestärkt und die Frequenz der Schübe gesenkt wird sowie bleibende Schäden verhindert werden. Neben der Basistherapie gibt es ein Reservemittel sowie eine Eskalationstherapie, für den Fall, dass die jeweils vorherige Stufe nicht (mehr) wirkt.

Schließlich sorgt die dritte Säule für die Behandlung der Symptome. Hierbei werden beispielsweise Maßnahmen gegen Schmerzen, Muskelzittern oder Störungen der Blasenfunktion durchgeführt. Zudem werden dem Patienten Physio- und Ergotherapien sowie logopädische Behandlungen verschrieben. Zwar ist es für Patienten belastend, nicht zu wissen, wie die Krankheit verläuft. Jedoch zeigen Studien, dass die Multiple Sklerose selten so schlimm verläuft, wie die Patienten selbst es befürchten.

Prävention und was ich selbst tun kann

Da eine der Theorien zur Ursache von Multipler Sklerose besagt, dass Kinder, die viel Vitamin D zu sich nehmen, ein niedrigeres Erkrankungsrisiko haben, kann es zumindest nicht schaden, den Körper mit ausreichend Vitamin D zu versorgen. Zu 80 Prozent erhält der Mensch Vitamin D durch Sonneneinstrahlung, mit der jedoch vor allem bei Kindern nicht übertrieben werden sollte. Die übrigen 20 Prozent werden durch Nahrung zugeführt, etwa durch Fisch, Eier und Milch.

Da auch das Rauchen im Verdacht steht, in Verbindung mit Multipler Sklerose zu stehen, ist der Verzicht darauf ebenfalls zu empfehlen.

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