Die Migräne ist eine Erkrankung, deren typische Symptome ein pulsierender, halbseitiger Kopfschmerz mit Nebenerscheinungen wie Lärm- und Lichtscheue, visuelle Symptome und Übelkeit sind. Betroffen sind sowohl Schulkinder als auch Männer und vorwiegend Frauen in mittleren Jahren. Die Auslöser für Migräne sind vielfältig und reichen von Schlafmangel bis zu hormonellen Einflüssen.
Was ist Migräne?
Migräne sind
Kopfschmerzen, die anfallsartig, in erster Linie einseitig und gleichzeitig mit Übelkeit und Erbrechen auftreten und periodisch wiederkehren.
Weiters können neurologische Symptome wie Schwindel, Schwarzwerden oder Flimmern vor den Augen dazukommen.
Eine Migräneattacke wird in 5 Phasen eingeteilt:
- Die Vorphase – beispielsweise erhöhte Reizbarkeit oder Überempfindlichkeit der Sinneseindrücke
- Die Auraphase – neurologische Symptome treten in den Vordergrund
- Die Kopfschmerzphase – die Schmerzen nehmen kontinuierlich zu (meist in der Stirn), Nebenerscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen treten auf
- Die Rückbildungsphase – Abnahme der Symptome, der Betroffene fühlt sich müde
- Die Erholungsphase – diese Phase kann bis zu zwei Tage dauern
Die Ursachen für Migräne
Eine endgültige Klärung der Ursachen für Migräne gibt es noch nicht. Der Gesichtsnerv kann ein Mitauslöser sein, seine Nervenenden können mitunter schmerzhafte Entzündungen verursachen.
Geklärt ist der Auslöser Serotonin (Neurotransmitter ind en Nervenzellen) – die Störung des Serotoningleichgewichtes bildet eine Schlüsselrolle bei Migräne.
Da Migräne in manchen Familien gehäuft auftritt, wird eine Vererbbarkeit vermutet. Verschiedene Faktoren können eine Migräne auslösen, diese werden Triggerfaktoren genannt.
Migräne auslösende Faktoren können sein:
- Stress
- Ein gestörter Schlaf- und Wachrhythmus
- Hormonschwankungen
- Bestimmte Nahrungsmittel
- Eine Kombination der genannten Triggerfaktoren
Die Symptome einer Migräne
Je nach Migräneart, Migräne mit oder ohne Aura, ophtalmoplegische und retinale Migräne sowie Migräne bei Kindern, unterscheiden sich die Symptome.
Migräne ohne Aura
Veraltet die „einfache Migräne“, tritt am häufigsten auf.
- Die Kopfschmerzattacke dauert 4 – 72 Stunden
- Einseitiger Schmerz, stechend und pulsierend, die Schmerzintensität ist mittel bis hoch, Übelkeit und/oder erbrechen, Geräusch- oder Lichtempfindlichkeit Migräne mit Aura
- Zu den oben genannten Symptomen kommen neurologische Begleiterscheinungen (Dauer maximal eine Stunde) hinzu.
- Seh- und Sprachstörungen
- Lähmungen
Junge Frauen können außerdem an Kopfschmerzen im Hinterkopf, Ohrgeräuschen, Drehschwindel oder Gangunsicherheit leiden.
Ophtalmoplegische Migräne (Augenmuskellähmung)
Es kommt zu Doppelbildern, entweder parallel oder übereinander stehend, besonders Kinder und Jugendliche sind von dieser seltenen Migräneform betroffen. Eine ärztliche Untersuchung ist erforderlich, um andere Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder Hirntumore auszuschließen.
Retinale Migräne (Netzhautbeteiligung)
Neben de typischen Migränesymptomen treten wiederholt Gesichtsfeldausfälle auf einem Auge auf, Dauer über eine Stunde.
Migräne bei Kindern
Die Symptome ähneln denen bei Erwachsenen, der Unterschied ist ein beidseitiges Auftreten der Kopfschmerzen. Etwa sieben Prozent der zwischen 7 und 15-jährigen sind betroffen. Anfangs dauern die Symptome etwa eine Stunde an, das verlängert sich aber mit zunehmendem Alter.
Die Behandlung einer Migräne
Um einen Erfolg in der Behandlung der Migräne zu erreichen, dauert eine Therapie oft mehrere Jahre und setzt sich aus Medikamenten und nichtmedikamentöser Therapie zusammen.
Wichtig ist es, mögliche Triggerfaktoren positiv zu beeinflussen und beispielsweise auf Schokolade und Alkohol zu verzichten sowie auf genügend Schlaf zu achten und eventuell Methoden zur Stressbewältigung zu erlernen.
Für die Selbstmedikation ist es sinnvoll, erst ein Antiemetikum (gegen Übelkeit, etc.) einzunehmen.
Danach werden die Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol besser vom Körper aufgenommen.
Gute Erfolge wurden mit Kombinationspräparaten mit Koffein erzielt. Vorsicht ist vor unkontrollierter Einnahme von Medikamenten geboten, es könnte sich ein Dauerkopfschmerz oder Magenunverträglichkeit entwickeln.
Darum gilt: Medikamente nicht öfter als zehnmal im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander einnehmen.
Die ärztliche Therapie erfolgt mit Triptanen oder als zweite Wahl Ergotaminen. Auch bei diesen Medikamenten gilt oben genannte Regel der Einnahme.
Nichtmedikamentöse Therapien können sein:
- Körperliche Maßnahmen wie Ruhe oder ein abgedunkeltes Zimmer
- Ein Gefäßtraining
- Verhaltensmedizinische Techniken wie psychologische Schmerzbewältigung oder Ausdauersport
- Eventuell helfen Akkupunktur, Homöopathie, Hypnose oder autogenes Training
Eine vollständige Heilung der Migräne ist nicht möglich, es gilt, die Symptome zu lindern.
Kann man Migräne vorbeugen?
Ein gesunder Lebensstil, das richtige Umgehen mit Stress, Sport, der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie regelmäßiger Schlaf sind zwar keine 100%ige Garantie nie eine Migräne zu bekommen, helfen aber vorbeugend.
Weitere Informationen zur Migräne
Ein Kopfschmerztagebuch erleichtert dem Arzt die Diagnose und sollte konsequent geführt werden. Außerdem findet man selbst seine möglichen Triggerfaktoren und kann diese gezielt beeinflussen.
Kopfschmerztagebücher kann man bequem im Internet herunterladen oder beim Arzt bekommen.