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Mandelentzündung bei Kindern

Eine akute Mandelentzündung oder sogenannte Tonsilitis acuta ist eine durch zumeist Bakterien (hauptsächlich Streptokokken), seltener durch Viren, verursachte Infektion der Gaumenmandeln. Am meisten betroffen sind Kinder und junge Erwachsene. Es ist in jedem Fall ein Arzt zu konsultieren, denn Komplikationen oder Folgeerkrankungen sind möglich.


Was ist eine Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris)?

Eine akute Mandelentzündung (Tonsillitis acuta) wird zumeist durch Bakterien verursacht und tritt plötzlich auf. Die Gaumenmandeln entzünden sich. Zum Unterschied dazu gibt es die chronische Mandelentzündung, die sich durch eine andauernde bakterielle Entzündung der Mandeln kennzeichnet. Dabei sind die Beschwerden sehr gering bis gar nicht zu bemerken.

Vor allem Kinder und junge Erwachsene können an der akuten Mandelentzündung erkranken. Die Gaumenmandeln werden neben anderen Organen und Geweben im Körper zur Ausbildung des Immunsystems in den ersten Lebensjahren benötigt.

In den ersten drei Lebensjahren des Kindes wachsen die Mandeln (Tonsillen), kommt das Kind in die Pubertät, bilden sich die vergrößerten Mandeln wieder zurück. Dann werden sie auch nicht mehr gebraucht.

Leidet das Kind bereits im Vorschulalter an einer chronischen Mandelentzündung, besitzen die Mandeln schon keine Bedeutung mehr für die Immunabwehr des Körpers. Im Grunde stellen sie dann eher einen guten Nährboden für eine Keimbesiedlung und eben eine chronische Infektion dar.

Oft werden die Mandeln dann im Fall einer chronischen Entzündung operativ entfernt, was auch in den meisten Fällen keine Folgewirkungen nach sich zieht.


Die Ursache für eine Mandelentzündung

Eine Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris) wird zumeist durch Infektionen mit bestimmten Bakterienstämmen (hauptsächlich Streptokokken Gruppe A) ausgelöst. Weiters gelten Pneumokokken, Staphylokokken oder auch Haemophilus influenzae als Verursacher.

Ist der Körper geschwächt, beispielsweise durch eine allgemeine Abwehrschwäche (Bsp: Stress, andere Erkrankungen), begünstigt das eine Erkrankung an einer Mandelentzündung. Tritt eine Mandelentzündung oft auf, führt das häufig zu einer chronischen Mandelentzündung. Ursache dafür ist eine dauerhafte Entzündung des Mandelgewebes, wobei sich abgestorbene Zellen und Bakterienprodukte in den Schleimhautvertiefungen des Mandelgewebes ablagern und so eine Entzündung durch Vernarbung und Zerklüftung des Gewebes hervorrufen.

Ist die Ursache für die akute Mandelentzündung eine Infektion von Streptokokken der A Gruppe, können Folgekrankheiten auftreten, das kommt aber eher selten vor, ist jedoch nicht unbeachtet zu lassen. Es ist in jedem Fall notwendig, einen Arzt zu konsultieren.


Was sind die Symptome einer Mandelentzündung?

Die Symptome einer Mandelentzündung unterscheiden sich je nachdem ob es sich um eine akute oder eine chronische Mandelentzündung handelt.

  • Die akute Mandelentzündung
    Der Patient bekommt starke Schmerzen im oberen Halsbereich, das Schlucken sowie auch das Öffnen des Mundes (Beispiel Gähnen) verursacht oft Schmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen können. Der Erkrankte ist abgeschlagen, hat häufig Kopfschmerzen und auch Fieber.

    Die Stimme klingt belegt und sehr häufig ist der Speichelfluss stärker. Eine Mandelentzündung ähnelt in den Symptomen einer Diphtherie, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, Scharlach oder auch einer Herpes Angina.


  • Die chronische Mandelentzündung
    Bei der chronischen Mandelentzündung sind die Symptome nicht akut, manchmal kommt es zu Schluckbeschwerden oder einem unangenehmen Geschmack im Mund. Manchmal sind weitere Symptome eine verminderte Konzentrationsfähigkeit oder ein Leistungsabfall.

    Weiters könne die Halslymphknoten permanent geschwollen sein, doch treten keine Schmerzen auf. Häufig kommt es vor, dass eine chronische Mandelentzündung durch wiederholtes Auftreten einer akuten Mandelentzündungen entsteht. Manchmal treten nach einer Mandelentzündung Folgekrankheiten auf.

Das können sein:
  • rheumatisches Fieber mit möglichen Beteiligungen an Herz, Gelenken und der Haut

  • Entzündungen anderer Organe (wie den Nieren)

Die Folgeerkrankungen entstehen durch eine Kreuzreaktion anderer Körpergewebe. Allerdings sind die Folgeerkrankungen eher selten.


Der Verlauf einer Mandelentzündung

Die Prognose bei einer akuten Mandelentzündung liegt bei passender Therapie bei etwa ein bis zwei Wochen. Es bleiben im Normalfall keine Folgeerkrankungen. Bei einer dauerhaften Mandelentzündung bessert sich der Zustand erst nach dem operativen Entfernen der Gaumenmandeln.


Die richtige Behandlung einer Mandelentzündung

Die akute Mandelentzündung
Behandlung: Antibiotikum (Penicillin), fieber- und schmerzsenkende Mittel, Gurgellösungen
Die Therapie richtet sich nach mehreren Komponenten. Das Fieber sollte gesenkt werden, das funktioniert je nach Höhe der Temperatur mit Wadenwickeln oder auch fiebersenkenden Medikamenten.

Auch schmerzstillende Mittel, beispielsweise Lutschtabletten, werden verabreicht. Die Nahrung sollte weich und nicht zu stark gewürzt sein, kalte Getränke oder Eis lindern die Schluckbeschwerden. Eis ist speziell Kindern ein gutes Heilmittel. Milch sollte gemieden werden, besser sind Kräutertee oder einfach Wasser, um die Mandeln nicht noch mehr zu reizen.

Weiters eignen sich entzündungshemmende Gurgellösungen sehr gut. Dabei können die Halsschmerzen gelindert werden, außerdem wird mit speziellen Lösungen aus Salbei und Kamille der Heilungsprozess unterstützt.

Angewärmte Halswickel tun gut, auch trockene Schals verhelfen zu einem angenehmeren Verlauf der Erkrankung. In ein bis zwei Wochen ist eine akute Mandelentzündung vollständig ausgeheilt.
Bei einer akuten oder auch öfter auftretenden Mandelentzündung wird Antibiotikum (Penicillin) in der Therapie eingesetzt. Damit wird der Heilungsprozess beschleunigt.

Die chronische Mandelentzündung
Behandlung: Entfernung der Mandeln
Bei einer chronischen Mandelentzündung ist die erfolgversprechendste Therapie die Entfernung der Mandeln. Damit wird die Ausgangsstelle für die immer wieder auftretenden Infektionen entfernt und damit das Risiko von Folgeerkrankungen anderer Organe stark dezimiert.


Können Folgeprobleme auftreten?

Komplikationen treten sowohl bei einer akuten wie auch einer chronischen Mandelentzündung auf.
Speziell bei Kindern können sich die Mandeln stark vergrößern, was in der Folge zu Atemnot führen kann. Es ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren.

Eine chronische Mandelentzündung ist quasi ein perfekter Boden für Bakterien, darum können sich Folgeerkrankungen entwickeln, die unter anderem Schäden an verschiedenen Organen, wie dem Herz, verursachen können.

Weiters können sich Abszesse bilden. Das ist sehr gefährlich, denn wenn die Keime aus dem Abszess in die Blutbahn geraten, kann das schwerwiegende Folgen an anderen Organen nach sich ziehen. Hier muss sofort operiert werden.


Kann man einer Mandelentzündung vorbeugen?

Eine Vorbeugung ist nur indirekt möglich. Ein gestärktes Immunsystem ist der beste Garant, nicht an einer Mandelentzündung zu erkranken. Bei Kindern ist das Immunsystem nicht gänzlich voll entwickelt, deshalb ist die Möglichkeit relativ groß, dass die Kleinen eine Mandelentzündung bekommen.

Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung stärkt das Immunsystem. Erwachsene sollten möglichst auf Alkohol und Nikotin verzichten, Sport betreiben und auf eine vitaminreiche, ausgewogene Ernährung achten.


Weitere Informationen

Es ist immer wichtig, einen Arzt aufzusuchen, unabhängig davon, ob der Patient ein Kind oder ein Erwachsener ist. Informationen findet man Internet und natürlich in allen Arztpraxen.


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