Bei einer Magersucht handelt es sich um eine Essstörung, die krankhaft ist und sich durch einen selbst verursachten, starken Gewichtsverlust sowie gleichzeitiger Angst vor einer Gewichtszunahme kennzeichnet. Zumeist sind pubertierende Mädchen betroffen, selten Jungen oder erwachsenen Frauen. Die Magersucht kann schlimmstenfalls tödlich verlaufen.
Was ist eine Magersucht?
Bei der Magersucht (Anorexie) handelt es sich um eine krankhafte Essstörung. Kennzeichen ist ein selbst verursachter Gewichtsverlust und überdies die Angst vor einer Zunahme an Gewicht.
Der vordringliche Wille einer Magersucht ist es, das Körpergewicht auf Dauer zu vermindern. Zumeist betrifft die Magersucht 14-jährige Mädchen, Jungen oder erwachsene Frauen sind selten betroffen.
Frauen sind gesamt zehnmal mehr von einer Magersucht betroffen als Männer, allerdings ist die Tendenz bei Männern gegenwärtig steigend.
Verwandt ist die Magersucht mit der Bulimie, der Ess-Brech-Sucht. Nach den Depressionen wird die Magersucht am zweithäufigsten in der Presse als psychische Störung erwähnt.
Die Ursachen für eine Magersucht
Noch sind die Ursachen an einer Magersucht zu erkranken weitestgehend unbekannt. Eine Kombination aus gesellschaftlichen und psychischen Einflüssen verbunden mit genetisch bedingten Empfänglichkeiten können das Krankheitsbild auslösen.
Die psychologischen Einflüsse
Eine Magersucht entsteht häufig am Anfang der Pubertät eines Mädchens: Die Betroffene fühlt sich zutiefst unsicher, die Entwicklung vom Kind zur Frau mit neuer Identität führt zu einer Überforderung. Eine Fastenkur, auch bei Normalgewicht, ist der Anfang – nach der Befriedigung das geschafft zu haben, stellt sich der Wunsch danach immer wieder ein – das Suchtverhalten ist entstanden.
Die gesellschaftlichen Einflüsse
Das Schlankheitsideal unserer Zeit gaukelt den Mädchen (und auch Jungen) ein Bild vor, das unnatürlich ist, jedoch angestrebt wird. Frauen müssen schlank sein, nur so können sie erfolgreich und beliebt sein. Während der Pubertät kann das schnell zu einer Verunsicherung führen, denn das eigene Körpergefühl bildet sich gerade erst aus.
Die biologischen Einflüsse
Bei vielen magersüchtigen Frauen und Männern konnte eine Störung der Hirnregion nachgewiesen werden, die beispielsweise das Essverhalten steuert. Genaue Untersuchungen stehen noch aus.
Die Symptome einer Magersucht
Eine Magersucht zeigt viele Symptome. Die Betroffenen verlieren Körpergewicht. Durch die Mangelernährung kommt es zu körperlichen Beschwerden. Wird eine Magersucht nicht entsprechend und frühzeitig behandelt, kann das Ausmaß der körperlichen Schädigungen im schlimmsten Fall bis zum Tod führen.
Die Symptome einer Magersucht sind:
- Die Körperschemastörung
- Das veränderte Essverhalten
- Der Gewichtsverlust
- Die körperlichen Veränderungen (Schäden an den Organen, etc.)
- Die psychischen Veränderungen
Die Behandlung einer Magersucht
Behandlung: Gewichtszunahme – oft stationär, Psychotherapie
Zu Anfang der Behandlung ist es nötig, den bereits entstandenen körperlichen Schäden entgegenzuwirken.
Oft muss eine stationäre Behandlung erfolgen, da bei den Betroffenen häufig Selbstmordgefahr besteht und die körperliche Verfassung lebensbedrohlich sein kann.
Mit intravenöser Ernährung wird erst der Allgemeinzustand stabilisiert. Nun folgt die psychische Behandlung, die Magersüchtigen müssen die Verantwortung übernehmen können und auf eine geregelte Gewichtszunahme achten.
Weiters umfasst die Therapie eine Form der Problembewältigung sowie bei jungen Frauen eine Familientherapie.
Prognose:
Wenn die Magersucht frühzeitig behandelt wird, sind die Erfolgsquoten durchaus gut – so kommt es zur kurzfristigen Gewichtssteigerung, langfristige Statistiken über Erfolge liegen leider nicht vor.
Wichtig ist auch das Gewicht des Betroffenen bei Beginn der Therapie, umso höher umso besser sind die Erfolgsaussichten auf Dauer. Bei rund zehn Prozent der Magersüchtigen endet die Krankheit mit dem Tod.
Vorbeugungsmaßnahmen:
Die Ursachen, die eine Magersucht auslösen sind vielzählig und kaum bestimmbar. So können Eltern nur darauf achten, dass ihr Kind mit Genuss regelmäßige Mahlzeiten einnimmt und es auch nicht zum Essen zwingen.
Bemerken die Angehörigen Essstörungen, sollte das Thema offen angesprochen werden - auch ärztliche Hilfe sollte bei den ersten Anzeichen sofort gemeinsam mit dem Kind in Anspruch genommen werden.
Weitere Informationen zur Magersucht
Magersucht ist weit verbreitet, darum haben sich viele Beratungszentren oder Internetforen gebildet, die den Betroffenen anonym und kompetent weiterhelfen.
Das Problem ist, dass der/die Betroffenen zumeist keine Ahnung von der eigentlichen Erkrankung hat, darum bedarf es oft der Angehörigen und nahestehenden Personen, den ersten Schritt in Richtung Therapie zu tun.
Gute Bücher zum Thema bietet der Buchfachhandel, jeder Arzt oder Psychologe ist erfahren im Umgang mit Magersüchtigen.