Bei einer Lebensmittelallergie reagiert der Betroffene auf bestimmte Nahrungsmittel mit einer gesteigerten Reaktion des Immunsystems auf die auslösenden Inhaltsstoffe. Sehr häufig sind die Auslöser Milchprodukte, Nüsse, Schalentiere oder Fische. Lebensmittelallergien von Säuglingen bilden sich zumeist zurück, nicht so Lebensmittelallergien, die im Erwachsenenalter auftreten.
Was ist eine Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)?

Unter dem Begriff Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) versteht man eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel, auf deren Inhaltsstoffe (Allergene) das Immunsystem gesteigert reagiert.
Nicht zu verwechseln ist eine Lebensmittelallergie mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, denn nicht jede Unverträglichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel ist gleichzusetzen mit einer allergischen Reaktion.
Besonders häufig kommt es zu Lebensmittelallergien bei folgenden Nahrungsmitteln:
- Milchprodukte
- Nüsse
- Eier
- Schalentiere und Fische
Die allergische Reaktion kann sofort (innerhalb weniger Minuten) nach dem Kontakt mit dem Allergen auftreten (Soforttyp I) oder aber erst Stunden danach (Spättyp IV). Rund 7% der Erwachsenen sind Lebensmittelallergiker, etwa 5% der Kinder unter drei Lebensjahren sind betroffen.
Die Ursache für eine Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)
Im Grunde hat eine Lebensmittelallergie dieselben Ursachen wie jede andere Allergie – das Immunsystem überreagiert auf bestimmte, in der Regel eigentlich harmlose Substanzen, die auch im Falle der Lebensmittelallergie Allergene genannt werden.
Je nach Alter des Betroffenen unterscheiden sich die auslösenden Substanzen. So sind bei Säuglingen oft die Grundnahrungsmittel wie Milch oder Weizen verantwortlich, bei Jugendlichen und Erwachsenen eher Gemüse, Obst oder Nüsse.
Charakteristische Nahrungsmittel, deren enthaltene Allergene eine Lebensmittelallergie auslösen können, sind unter anderen:
- Milchprodukte, Milch
- Eier
- Schalen- oder Krustentiere wie Krebse, Hummer, Garnelen, etc.
- Fische
- Karotte und Sellerie
- Apfel
- Samen, Nüsse, Sesam
- Gewürze, Paprika
- Roggenmehl, Weizenmehl
- Sojabohnen
- Senf
- Gluten
Auch Kreuzallergien kommen bei Lebensmittelallergien (Nahrungsmittelallergien) häufig vor.
Beispiel: Lebensmittel, die mit Latexhandschuhen berührt werden wie Kiwi, Avocado oder Bananen.
Was sind die Symptome einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)?
Die Symptome einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) sind wegen der unterschiedlichen auslösenden Allergene sehr vielfältig. Zumeist (in etwa der Hälfte aller Fälle) zeigen sich Symptome wie Hautreaktionen (Rötung, Schwellung, Ekzeme oder Quaddeln), manchmal sind auch die Atemwege betroffen und es kommt zu Schnupfen, bis zu Asthma.
Eher selten können sich die Symptome einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) durch eine Schwellung der Zunge, des Gaumens und der Lippen mit begleitendem Juckreiz zeigen. Auch der Magen-Darm-Trakt kann betroffen sein – Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Koliken sind die Symptome.
Unbedingt erforderlich: eine schnelle Behandlung, denn es kann zum anaphylaktischen Schock kommen. Abzuraten ist bei einer Lebensmittelallergie von Alkohol, zu viel Stress oder körperlicher Anstrengung – diese Faktoren können die Symptome verstärken.
Der Verlauf einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)
Bei Säuglingen entwickelt sich eine Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) in den meisten Fällen bis zum sechsten Lebensjahr zurück. Bei Erwachsenen ist die Prognose nicht so positiv, sie leiden zumeist ein Leben lang an der Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie).
Komplikationen können an sich schnell auftreten, da sich viele Allergene in Lebensmitteln quasi „verstecken“. Oft reichen kleine Dosen des Allergens um einen anaphylaktischen Schock auszulösen, der lebensbedrohend sein kann.
Im Grunde müssen Lebensmittel auf allergieauslösende Substanzen gekennzeichnet sein, doch oft sind nur Spuren unbeabsichtigt in den Nahrungsmitteln vorhanden.
Die Behandlung einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)
Behandlung: Die Therapie ist grundsätzlich auf eine Karenzkost (Meiden der auslösenden Substanzen) aufgebaut. Wichtig ist es, trotzdem eine ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Dabei helfen allergologisch spezialisierte Ernährungsberater.
Ein Allergiker sollte immer ein Allergie-Notfall-Set bei sich führen (Antihistaminikum, Glukokortikoid und Adrenalin-Präparat) denn oft verstecken sich die Allergene in den Nahrungsmitteln. Die Symptome einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) werden wie bei anderen Allergien mit Antihistaminika und Glukokortikoid behandelt.
Wenn es zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kommt, hilft Cromoglicinsäure (kurzfristige Einnahme). Leidet der Betroffene unter Ekzemen der Haut, sind Wirkstoffe wie Urea, Aloe vera oder Dexpanthenol wirksam, um die Schutzfunktion der haut wieder aufzubauen.
Eine Hyposensibilisierung ist nur möglich, wenn die Lebensmittelallergie einer Kreuzallergie durch Pollen zugrunde liegt.
Kann man einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) vorbeugen?
Man kann einer Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) nicht vorbeugen. Auch Säuglinge können nicht nachweisbar davor geschützt werden, indem man beispielsweise bei der Ernährung von Mutter und Kind auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet.
Erst bei Diagnoseerstellung kann der Betroffene vorbeugen, indem er bestimmte Maßnahmen ergreift, wie Nahrungsmittel eher gekocht zu sich zu nehmen oder auf bestimmte Nahrungsmittel, die hitzebeständig sind (tierische Allergene, Nüsse, Sellerie), ganz zu verzichten.
Weiters sollten unter anderen Käse, Spinat, Hefe und Rotwein gemieden werden, da diese Nahrungsmittel viel Histamin enthalten, welches die allergische Reaktion noch verstärkt. Vorsicht ist bei allen Fertigprodukten geboten.
Informationen
Viele Informationen zum Thema Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) hält das Internet bereit. Medizinische Portale und Foren helfen mit guten Tipps und wichtigen Infos. Alle Arztpraxen sowie Ernährungsberater verfügen über sehr gutes und reichhaltiges Informationsmaterial.
Beispielsweise ist Vorsicht bei Impfungen geboten, wenn ein Allergiker auf Hühnereiweiß reagiert. Viele solcher weitreichenden Tipps und wichtigen Informationen können allerdings lebensrettend sein, darum sollte ein Lebensmittelallergiker sich gründlich mit seiner Allergie auseinandersetzen. Gute, fundierte Lektüre finden Interessierte auch im Buchhandel (Bsp: Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen).