Sozusagen aus heiterem Himmel kann ein Hörsturz auftreten. Dabei hört der Betroffene plötzlich auf einem und selten auf beiden Ohren nichts mehr oder sehr schlecht. Ohrgeräusche, ein dumpfes Gefühl oder Schwindel tauchen mit dem Hörsturz auf. Grund könnte eine Störung der Durchblutung im Innenohr sein.
Was ist ein Hörsturz?
Ein Hörsturz kommt plötzlich und ohne Anlass. Zumeist besteht dabei auf einem Ohr eine Hörminderung, der Grad dieser kann unterschiedlich schwer sein. Das Innenohr ist funktionell gestört, man spricht von sensorischer Schwerhörigkeit.
Von einem Hörsturz können vor allem Erwachsene betroffen sein, besonders im Alter zwischen dem fünfzigsten und sechszigsten Lebensjahr. Es ist allerdings ein Anstieg von jüngeren Betroffenen (zwischen 30 und 40 Jahren) zu beobachten.
Die Ursachen für einen Hörsturz
Genaue Ursachen für die Entstehung eines Hörsturzes sind bisher noch nicht eindeutig geklärt – vermutet werden mehrere auslösende Faktoren wie kleine Blutgerinnsel im Ohr, Arteriosklerose, erhöhter Blutdruck oder erhöhte Blutfettwerte und viele mehr.
Denn letztlich ist eine verminderte Durchblutung im Ohr und somit eine Schädigung (durch Sauerstoffunterversorgung) der Haarzellen (Sinneszellen) im Ohr, die elektrische Signale über den Hörnerv an das Hörzentrum im Gehirn weiterleiten verantwortlich für einen Hörsturz.
Risikofaktoren neben einer schlechten Durchblutung im Ohr können weiters sein:
- Entzündungen
- Virusinfektionen
- Verletzungen im Ohr
- Tumore
- Autoimmunerkrankungen
Die Symptome bei einem Hörsturz
Die Beschwerden bei einem Hörsturz kommen plötzlich und ohne erkennbaren Anlass. In den meisten Fällen ist ein Ohr vom Hörsturz betroffen.
Die Hörminderung ist sehr unterschiedlich, so kann es zum totalen Hörverlust ebenso wie zu ganz leichten Minderungen der Hörfähigkeit kommen. Weiters können mehrere oder auch nur ein einzelner Frequenzbereich betroffen sein.
Zudem können Symptome sowie ein dumpfes Druckgefühl auftreten, welches sich so anfühlt, als hätte man Watte im Ohr. Häufig treten Ohrgeräusche, ein sogenannter
Tinnitus, auf und bei manchen Betroffenen ist Schwindel ein zusätzliches, unangenehmes Symptom.
Die Behandlung bei einem Hörsturz
Behandlung: Infusionstherapie, H.E.L.P.-Apherese
In erster Linie zielt die Behandlung eines Hörsturzes auf die verbesserte Durchblutung im Innenohr und damit der ausreichenden Sauerstoffversorgung der Haarzellen. Ein Hörsturz sollte so früh wie möglich behandelt werden.
Die Behandlungsmethoden sind:
- Die Infusionstherapie: Dauert rund 14 tage, das Blutvolumen wird vergrößert, die Fließeigenschaften des Blutes verbessert, medikamentös unterstützt
- Die H.E.L.P.-Apherese Therapie: Ein Blutreinigungsverfahren, das Hörvermögen wird zwei Tage später von einem HNO Arzt kontrolliert, weitere Untersuchungen sind sinnvoll
- Die Sauerstoff-Überdruck-Therapie: Erfolgt in einer Überdruckkammer, Voruntersuchungen sind notwendig, wird angewandt, wenn Infusionen nicht helfen
- Das Laser-Ginkgo-Verfahren: Ginkgo wird verabreicht, danach das Ohr mit einem Low-Laser-Strahl bestrahlt, ein Erfolg ist wissenschaftlich noch nicht bestätigt
Grundsätzlich gilt: Ein Hörsturz sollte so früh wie möglich (in den ersten Stunden oder maximal bis eine Woche danach) behandelt werden, um gute Heilungserfolge zu erzielen.
Bei nicht behandeltem Hörsturz können die Folgen ein dauernder Tinnitus oder gar der komplette Hörverlust sein.
Kann man einem Hörsturz vorbeugen?
Stress ist ein Risikofaktor für einen Hörsturz, der erwiesen ist. Stress zu meiden also eine Vorbeugungsmaßnahme. Ebenso sollten extreme Lärmbelastung und das Rauchen vermieden werden.
Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung ist hilfreich, denn damit können Faktoren wie ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut von vornherein ausgeschlossen werden.
Weitere Informationen zum Thema Hörsturz
Umfangreiche Lektüre über die Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, erhältlich im Buchfachhandel, bietet sicheres Wissen zum Thema. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen können gute Informationsquellen sein, ebenso das Internet.
Wichtig ist es, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sich ein Hörverlust einstellt, egal wie schwerwiegend dieser ist.