Als Gebärmutterhalskrebs oder Zervixkarzinom bezeichnen Mediziner bösartig verändertes Gewebe im Gebärmutterhalsbereich. Da der Gebärmutterhals (Zervix) anatomisch so liegt, dass bei frauenärztlichen Untersuchungen eine Erkrankung frühzeitig erkennbar ist, sind die Heilungschancen entsprechend positiv. Die Ursache für einen Gebärmutterhalskrebs liegt in der Hauptsache an einer zurückliegenden HPV-Infektion.
Was ist ein Gebärmutterhalskrebs?
Anatomie: Der Gebärmutterhals (Zervix) verbindet die Gebärmutter mit dem oberen Scheidenende.
Ein Gebärmutterhalskrebs, sogenanntes Zervixkarzinom, entsteht aus dem Gebärmutterhalsgewebe.
Am häufigsten sind Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr sowie ab 65 Jahren von einer Gebärmutterhalskrebserkrankung betroffen.
Die Erkrankungsrate geht im Vergleich zu den 1970er Jahren deutlich zurück (Gebärmutterhalskrebs galt in der Zeit als häufigste Krebserkrankung), denn durch die neuen gynäkologischen Untersuchungsmethoden ist ein Gebärmutterhalskrebs sehr früh erkennbar.
Die Ursachen für einen Gebärmutterhalskrebs
In erster Linie ist eine Infektion mit HPV, dem humanen Papillovirus für eine Gebärmutterhalskrebserkrankung die Ursache. Bestimmte Untergruppen des Virus sind an der Entstehung beteiligt.
Von einer HPV-Infektion sind rund 80% der sexuell aktiven Bevölkerung betroffen, nur bei etwa 10% verläuft der Infekt chronisch und das Virus bleibt im Körper. Bei weiteren ca. 5% kann sich im Verlauf von mehreren Jahren ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln.
Weitere Risikofaktoren um an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken sind:
Das Rauchen und auch Passivrauchen
Andere, zusätzliche Infektionen im Genitalbereich (Geschlechtskrankheiten)
Eine Schwäche des Immunsystems
Eventuell die Antibabypille (Frauen verwenden dann kaum
Kondom zur Verhütung, die Infektionsgefahr mit HPV steigt)
Ständig wechselnde Sexualpartner (Ansteckungsgefahr mit HPV steigt) und unzureichende Hygiene
Eventuell eine genetische Veranlagung
Die Symptome bei einem Gebärmutterhalskrebs
Bei einem Gebärmutterhalskrebs sind im frühen Stadium so gut wie keine Symptome bemerkbar. Doch wird eine Erkrankung bei den gynäkologischen Untersuchungen sehr früh erkannt und kann auch zumeist geheilt werden.
Mögliche Symptome könnten sein:
Ein blutiger, unangenehm riechender Ausfluss
Eine Schmierblutung, die nach dem Geschlechtsverkehr auftritt
Zwischenblutungen oder Blutungen nach der Menopause
Schmerzen im Kreuz, dem Bauch oder Becken
Angeschwollene Beine, insbesondere wenn die Schwellung einseitig auftritt
Wenn Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen
Diese Symptome können jedoch auch bei anderen Erkrankungen auftreten, in jedem Fall sollte schnell eine ärztliche Untersuchung stattfinden.
Die Behandlung bei einem Gebärmutterhalskrebs
Behandlung: Operation, Chemo- und/oder Strahlentherapie
Zur Therapie bei einem Gebärmutterhalskrebs stehen je nach dem Stadium eine Operation, oder die Strahlen- und Chemotherapie sowie eine Kombination der beiden Möglichkeiten zur Verfügung.
Die Operation hängt von den Voruntersuchungen (Kolposkopie) des Gebärmutterhalses ab.
Es gibt je nach Befund folgende Operationsmöglichkeiten:
Die Konisation (Gewebeentnahme, Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut)
Die Gebärmutterentfernung (einfache oder vollständige Entfernung)
Die Gebärmutterteilentfernung (Schwangerschaften sind danach oft noch möglich)
Zumeist ist eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie erfolgreich. Diese Therapie nennt man Radiochemotherapie. Oft ist eine Operation nach der Radiochemotherapie gar nicht mehr notwendig.
Handelt es bei der Diagnose um eine Vorstufe zum Gebärmutterhalskrebs, liegen die Heilungschancen bei fast 100%. Auch später sind die Heilungschancen bei entsprechender Behandlung durchaus gut. Wie bei allen Krebsarten sinkt die Prognose, wenn sich bereits Metastasen in der Beckenwand oder anderen Organen gebildet haben.
Kann man einem Gebärmutterhalskrebs vorbeugen?
Eine indirekte Vorbeugung ist das Verwenden von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sind unbedingt zu empfehlen.
Seit 2007 besteht die Möglichkeit einer Schutzimpfung gegen HPV. Diese Impfung sollte möglichst vor den ersten sexuellen Kontakten (zwischen 12 und 17 Jahren) stattfinden.
Weitere Informationen zum Thema Gebärmutterhalskrebs
Alle Gynäkologen sind erfahren im Umgang mit Gebärmutterhalskrebs und den Vorsorgeuntersuchungen. Es ist wichtig, die Untersuchungen auch regelmäßig durchführen zu lassen, nur so ist eine frühzeitige Erkennung des Zervixkarzinoms möglich.
Viele Beratungsstellen bieten außerdem gute, sachliche fundierte Informationen und Hilfestellungen, ebenso ist das Internet eine gute Plattform für Fragen zum Thema.
Ob man seine Tochter impfen lassen sollte, liegt im Ermessen der Eltern. Langzeitstudien über die tatsächliche Schutzwirkung der Impfung liegen leider noch nicht vor.